Genossenschaft Geburtshaus Simmental-Saanenland

Maternité zügelt ins Spital – ab dann gibt es dort keine Geburten mehr

Um die 40 Genossenschafterinnen und Genossenschafter durfte die Präsidentin Anne Speiser am 29. Januar 2026 im Beinhaus in Zweisimmen zur ausserordentlichen Generalversammlung begrüssen. Das Haupttraktandum an diesem Abend war der geplante Umzug vom Geburtshaus in die Räumlichkeiten des Spitals Zweisimmen und damit einhergehende Anpassungen beim geburtshilflichen Angebot.

Nach zehn Jahren wechselt die Maternité Alpine per 1. Juli 2026 von den unteren zwei Stöcken dieses Hauses ins Spital Zweisimmen.

Nach zehn Jahren wechselt die Maternité Alpine per 1. Juli 2026 von den unteren zwei Stöcken dieses Hauses ins Spital Zweisimmen.

© Armin Berger

Bereits über zehn Jahre durften viele Kinder im Geburtshaus Maternité das Licht der Welt erblicken, nachdem die Geburtenabteilung im Spital Zweisimmen 2015 geschlossen worden war. In diesen Jahren sei viel passiert, und die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert, so Co-Leiterin Susanne Reber. Wiederholt traf man sich in dieser Zeit mit der Spital STS AG, um über eine räumliche Integration des Geburtshauses in das Spital zu diskutieren. Jedoch erst im vergangenen Jahr, nachdem auch das Spital ausgesprochen turbulente Zeiten hinter sich hatte mit der gescheiterten Abstimmung zum Projekt GSS, der gestoppten Übernahme durch Medaxo, dem Entscheid zum Weiterbetrieb durch die Spital STS AG und letztlich zur Einstellung des Operationsbetriebs im vergangenen Jahr, trugen erneute Diskussionen Früchte. So konnte im November mit der Spital STS AG ein Mietvertrag unter Vorbehalt einer Zustimmung durch die Genossenschaft unterzeichnet werden.

Den anwesenden Stimmberechtigten war am vergangenen Donnerstagabend die Notwendigkeit des Umzugsprojekts bewusst und sie gaben einstimmig, bei vier Enthaltungen, grünes Licht dafür.

Maternité Alpine bleibt eigenständig

Auch wenn die Zusammenarbeit mit der Spital STS AG intensiviert wird, soll das Geburtshaus eigenständig bleiben. Der Umzug in das Spital bringt neben Einsparungen bei Miet- und Nebenkosten sowie Dienstleistungen, der Mitbenutzung der bestehenden Infrastruktur, auch weitere Vorteile. So profitieren Mütter oder werdende Mütter von der Anbindung an die gesamte Notfallversorgung des Spitals mit Ambulanz und dem Heli-Landeplatz. Der Mietvertrag mit der Spital STS AG beginnt per 1. Juli 2026, und der Umzug soll dann sogleich vollzogen werden. Der Betrieb während dieser Zeit sei rund um die Uhr gewährleistet.

Angebot bleibt bestehen, Pausierung bei Geburten ab 1.Juli

Das Angebot, welches das Geburtenhaus bietet, ist umfassend. So kann zum Beispiel eine stationäre Wochenbettbetreuung in Anspruch genommen werden. Im Weiteren ist eine ambulante Vor- und Nachversorgung, sowie eine 24/7 Anlaufstelle für geburtshilfliche Fragen gewährleistet. Ebenso werden weiterhin Kurse für die Geburtsvorbereitung, eine Akupunktur- Sprechstunde sowie Stillberatungen angeboten.

Änderungen gibt es jedoch beim Angebot. Hier wurde entschieden, dass einhergehend mit dem Umzug ab dem 1. Juli 2026 keine Geburten mehr durchgeführt werden. Der Grund dafür sind die gestiegenen Anforderungen für die Geburtsbetreuungen ohne die Rahmenbedingungen von 2015 (fachärztlicher Hintergrunddienst mit der Möglichkeit der chirurgischen Intervention im Spital mit OP-Saal und Anästhesie in unmittelbarer Nähe), sowie die Veränderung im Hebammenteam.

Nicht davon betroffen sind alle werdenden Mütter, welche zurzeit im Geburtenhaus für die kommende Entbindung angemeldet sind.

Die Leitung der Genossenschaft Geburtshaus Simmental-Saanenland mit Vizepräsident Martin Hefti, Hans Schär, Ursula Michel, Präsidentin Anne Speiser, Co-Betriebsleiterin Susanne Reber, Marianne Haueter, Co-Betriebsleiterin Andrea Linder.

Die Leitung der Genossenschaft Geburtshaus Simmental-Saanenland mit Vizepräsident Martin Hefti, Hans Schär, Ursula Michel, Präsidentin Anne Speiser, Co-Betriebsleiterin Susanne Reber, Marianne Haueter, Co-Betriebsleiterin Andrea Linder.

© Ueli Zürcher