Solist Reto Reichenbach überzeugte erneut
Mozart, Chopin und Brahms zum Auftakt der Februarkonzerte
Mit zwei Klavierkonzerten begeisterten Reto Reichenbach und befreundete Musikerinnen und Musiker das Publikum am Freitag, 30. Januar 2026 in der Kirche Zweisimmen.
Reto Reichenbach und seine Mitmusiker/-innen boten ein begeisterndes Konzerterlebnis.
© Kilian Gobeli
Manche Konzertbesuchende mögen sich am vergangenen Freitag in der reformierten Kirche in Zweisimmen gefragt haben: «Klavierkonzerte ohne Orchester – geht das überhaupt?». Und wie das geht! Das bewiesen Reto Reichenbach, der aus dem Turbach stammende Pianist, und seine befreundeten Mitmusikerinnen und -musiker Sherniaz Mussakhan und Jana Ozoline, Violinen, Alberico Giussani, Viola und Gunta Abele am Cello, in eindrücklicher Art und Weise. Erklangen doch zwei grosse Klavierkonzerte der Klassik, jedoch in selten zu hörenden Kammermusikfassungen.
Konzerte für den Salon
Wie Klaus Burkhalter in seiner Begrüssung erwähnte, war es in der Zeit, in der die beiden Komponisten lebten – der Klassik – nicht selten, dass sich die gehobene Gesellschaft solche «Kammermusiken für den Salon» leisten konnten und auch leisteten – aufgeführt in privatem, intimem Rahmen. An diesem Abend war dieser Salon jedoch der schöne Raum der reformierten Kirche Zweisimmen mit seiner für solche Konzerte bestens geeigneten Akustik.
Mozarts KV 415
und Chopins Nr. 2, op. 21
Als erstes erklang Mozarts Klavierkonzert Nr. 13, KV 415. Es gilt als eines der grossen, die Mozart komponiert hat, nebst anderer gewichtiger Klavierkonzerte. Das in der fröhlichen Tonart C-Dur geschriebene Konzert mit den drei Sätzen Allegro, Adagio und Allegro kommt leichtfüssig daher. Es gibt dem Pianisten viel Raum in den Melodieläufen und Kadenzen, die Reto Reichenbach mit seinem leichten und perlenden Spiel sehr schön ausgespielt hat.
Im zweiten Teil brachten die fünf Musikerinnen und Musiker das 2. Klavierkonzert op. 21. von Frédéric Chopin zu Gehör. Das in f-Moll gehaltene Konzert steht ein wenig im Schatten des bekannteren ersten, ist aber ein ebenso gewichtiges. Von den drei wunderschönen Sätzen sind das Maestoso und Larghetto etwas ernster, schwerer. Das Allegro vivace bildet aber wiederum einen beschwingt-leichten Schluss.
Gut aufeinander abgestimmtes Quintett
In beiden Konzerten setzt der Pianist erst nach längerem Streicherauftakt ein. Die vier Streicher und Reto Reichenbach bewiesen, dass sie ein gut aufeinander abgestimmtes Quintett sind. In den Konzertpassagen wurden die Streicher nie durch das Klavier übertönt, was ja in dieser Kammermusikbesetzung schnell einmal die Gefahr sein könnte. Das bedingt gutes Zusammenspiel und Aufeinanderhören. Gerade in Chopins Klavierkonzert mit seinen kräftigen Akkorden im ersten Satz ist dies eminent wichtig. Das gelang den fünf Künstlern meisterhaft. In den Kadenzen, also der Solopartien, glänzte Reto Reichenbach mit virtuosem, perlendem Spiel und präzisem Anschlag, was den warmen Klang des Falcone-Flügels schön zur Geltung brachte.