Sparenmoos – Agrarpolitik 2014–17

Neu Biodiversitätsbeiträge für Schneeblumen

Mit der Agrarpolitik 2014–2017 hat das Parlament einen Systemwechsel hin zu grösserer Unterstützung der Landschaftsqualität vollzogen. Biodiversität ist das neue Mass aller Dinge, Blumenreichtum gibt «Batzelis». In der Umsetzung haben die Kantone grosse Freiheiten. Bern als grösster Landwirtschaftskanton tat sich bisher schwer. Neu gibt es auch für Schneeblumen Biodiversitätsbeiträge. Diese Neuerung stärkt die Alpwirtschaft. Die Kantonale Verwaltung kann die Kontrolleure über das ganze Jahr besser beschäftigen.

Das Sparenmoos ist das schneeblumenreichste Hochplateau der Alpen. Dank einer einfachen Zählmethode durch das Botanische Institut der Universität Bern gibt es neu Fördergelder für Schneeblumen-Artenreichtum.

Das Sparenmoos ist das schneeblumenreichste Hochplateau der Alpen. Dank einer einfachen Zählmethode durch das Botanische Institut der Universität Bern gibt es neu Fördergelder für Schneeblumen-Artenreichtum.

Die Schweiz leistet sich für 76 Milliarden ein Spitalwesen, bei dem Operationen dreimal teurer als im Ausland sind und für viele Milliarden werden Banker mit dem Too Big to Fail Mechanismus hypersubventioniert. Dagegen ist die Pflege der Landschaft mit vier Milliarden an die Landwirtschaft geradezu ein Schnäppchen. Ein grosser Nutzniesser der schönen Landschaft ist der Tourismus.

Intakte Landschaft und Biodiversität wird unterstützt

Mit der Agrarpolitik 2014–17 hat das Parlament die Weichen für die Verteilung der Landschaftspflege-Gelder neu gestellt. Insbesondere die Berglandwirtschaft mit der grossflächigen Alpwirtschaft erhält künftig grössere Beiträge für die Pflege der Landschaft. Diese Gelder sollen gerecht verteilt werden und zu diesem Zweck steht ein Heer an parasitären Kontrolleuren bereit. Der Bund hat die Kontrolle und damit auch die Verteilung der Gelder für Landschaftsqualität und Biodiversität an die Kantone delegiert. Hier tut sich der Kanton Bern mit der grössten Landwirtschaftsfläche schwer. Konnten die Bündner Bauern schon 2014 Flächen für Landschaftsqualität anmelden und Fördergelder beziehen, startet Bern erst 2015 ganz langsam. Eine plausible Erklärung liefert Martin Jutzeler vom Inforama Berner Oberland: «Bei der hohen Zahl Bernischer Sömmerungsbetriebe ist es in der kurzen Alpvegetationszeit fast nicht möglich, die Kontrolle der Zeigerpflanzen für Biodiversität zu organisieren.» Wie können wir die wichtigen Kontrolleure dann über das ganze Jahr beschäftigen, obwohl gerade die Verwaltung nach dem Parkinsonschen Gesetz sich gerne selbst beschäftigt?

Neu gibt es Beiträge für Schneeblumen

In Sachen Biodiversität in der Berglandwirtschaft erhielt die Bernische Verwaltung vor drei Jahren einen entscheidenden Input durch das Botanische Institut der Universität Bern. Dieses erforscht seit einigen Jahren den Schneeblumen-Artenreichtum im schützenswerten Ökosystem des Sparenmoos. Der Bernische Landwirtschaftsdirektor, Regierungsrat Andreas Rickenbacher, hat Schneeblumen zur Chefsache erklärt: «Neu wollen wir auch Biodiversitätsbeiträge für Schneeblumenreichtum zahlen. Ich bin stolz auf unseren dynamischen, innovativen Kanton, dass wir eine einfache Messmethode für Schneeblumen entwickeln konnten». Kontrollfelder von einem Quadratmeter Schnee werden mit Methylenblau eingefärbt und dann können geschulte Kontrolleure mit einer Lupe mit UV-beschichteter Schutzfolie einfach die Zahl Schneeblumen zählen. Im Sparenmoos hat es Spitzenflächen mit 400 Schneeblumen pro Quadratmeter. Bundesfördergelder in der Höhe von 22 Millionen Franken wird der Kanton bereits 2016 ab 140 Schneeblumen pro Quadratmeter Kontrollfläche entrichten. Das freut auf Anfrage Bergvogt Heinz Wittwer von der Alp Nüjebärg, über die viele Sparenmoos Langlauf-Loipen führen. «Diese neue Interpretation der Biodiversität ist für die Alpwirtschaft super. Ich frage mich auch, wieso der Tourismus das Potential der herrlichen Schneeblumen, wie wir sie im Sparenmoos bestaunen können, nicht besser nutzt.»

Bern kann neue BiodiversitätsKontrolleure einstellen

Das Botanische Institut Bern hat im Sparenmoos einige sensationelle Schneeblumenexemplare entdeckt. So wurde im Tosse, unterhalb des Alprestaurantes Nüjebärg, eine Schneeblume mit der gleichen Struktur wie seltene Sahara Salzblumen gefunden. Hat da Saharastaub von den Salzseen im Chott el Djerid die Strukturgene ins Sparenmoos getragen? Regierungsrat Rickenbacher: «Dank der Schneeblumen-Biodiversität können wir mehr Kontrolleure, Akademiker aus den Fächern Biologie und Botanik, das ganze Jahr beschäftigen und Grundlagenforschung betreiben. In Sachen Green-Tech ist unser Kanton leider in Rückstand geraten, doch in Flower-Tech wird unser Kanton Spitze sein. Die Schneeblumen-Biodiversitäts-Beiträge stärken die Berner Bergbauern und unser Bernisches Selbstbewusstsein».

Am kommenden Mittwoch wird den Berner Landwirten und der interessierten Bevölkerung das neue Schneeblumen-Messmodell um 13 Uhr im Sparenmoos vorgestellt. Bis Ende April können Alpbewirtschafter Schneeblumenflächen für künftige Fördergelder anmelden. Für seltene Exemplare der Gattung polaris nivalis gibt es sogar Steillagenzuschläge.

Matthias Kurt

Das Sparenmoos ist das schneeblumereichste Hochplateau der Alpen. Dank einer einfachen Zählmethode durch das Botanische Institut der Universität Bern gibt es neu Fördergelder für Schneeblumen-Artenreichtum.

Das Sparenmoos ist das schneeblumereichste Hochplateau der Alpen. Dank einer einfachen Zählmethode durch das Botanische Institut der Universität Bern gibt es neu Fördergelder für Schneeblumen-Artenreichtum.

Der Kanton setzt in der Förderung der Biodiversität neue Massstäbe und entschädigt künftig neben Blumenreichtum auch Schneeblumenreichtum. Die Uni Bern hat eine einfache Messmethode im Quadratmeterfeld entwickelt. Die Botaniker freuen sich, dass sie nun auch im Winter eine sinnvolle Beschäftigung erhalten.

Der Kanton setzt in der Förderung der Biodiversität neue Massstäbe und entschädigt künftig neben Blumenreichtum auch Schneeblumenreichtum. Die Uni Bern hat eine einfache Messmethode im Quadratmeterfeld entwickelt. Die Botaniker freuen sich, dass sie nun auch im Winter eine sinnvolle Beschäftigung erhalten.