Strassenrettungsübung der Stützpunkte Saanen und Zweisimmen
Die Organisation Personenrettung bei Unfällen (PbU) übte am vorletzten Dienstag den Ernstfall. In einer Rettungsübung befreiten die Helfer der Stützpunkte Saanen und Zweisimmen die Verletzten und übten dabei gekonnt die Zusammenarbeit der beiden Teams.
Der Übungsleiter und Strassenrettungschef Markus Mösching liess mit seinen Helfern ein reales Übungsszenario aufbauen. Der Aufwand lohnte sich, denn nur so konnten verschiedene Varianten durchgespielt und besprochen werden.
Am vorletzten Dienstag mussten die Feuerwehren von Saanen und Zweisimmen zu einem schweren Unfall ausrücken. In Oeschseite waren unterhalb der grossen Eisenbahnbrücke zwei Personenwagen unter einem Baumstamm eingeklemmt.
Ein unachtsamer Holzfäller wollte schnell einen Baum fällen. Dabei verdrehte sich dieser beim Fallen so unglücklich, dass er direkt auf ein von Saanenmöser Richtung Zweisimmen fahrendes Auto – mit fünf Insassen, wovon drei Kinder – gefallen ist. Das Auto wurde unter dem schweren Baumstamm eingeklemmt. Auch ein zweites Fahrzeug mit zwei Personen, darunter ein Kind, konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und verkeilte sich in das erste Auto. Sofort nach Alarmierung rückten die beiden Strassenrettungsstützpunkte Zweisimmen und Saanen zum Unfallort aus. Zur Bergung der Opfer musste schweres Gerät eingesetzt werden.
Grosser Aufwand für realitätsnahe Übung
Zum Glück war dieser Unfall nur gestellt. Der Strassenrettungschef Markus Mösching, sein Stellvertreter Martin Feuz und ihre Helfer hatten den Unfall nachgestellt. Wie auch in den vergangenen Jahren scheuten sie keinen Aufwand. Nur bei einem realitätsnahen Unfallgeschehen können die Retter wie bei einem echten Unfall agieren. Dazu wurden zwei Autos auf der Strasse platziert und ein Baum gefällt. Dieser fiel gekonnt auf die Fahrzeuge. Danach wurden noch die sieben Verletzten in die zwei Autos verteilt.
Sicherheit geht vor
Die ankommenden Feuerwehren aus Saanen und Zweisimmen mussten nach dem Eintreffen die Situation richtig einschätzen und schnell, aber sicher handeln. Sofort erkannte Einsatzleiter Walter Reichbach aus Saanen, dass nicht nur die zwei Fahrzeuge, sondern auch noch der Holzfäller zu betreuen war. Es erlitt bei dem Unfall einen Schock. Nun galt es, sich die richtige Vorgehensweise zu überlegen. Man entschied sich den Baumstamm abzustützen und dann die Personen aus den Fahrzeugen zu bergen. Da es direkt neben dem Unfallort steil zu einem Bächlein hinunter ging, musste der Abhang gesichert werden, damit kein Helfer aus Versehen hinunter stürzen konnte. Einziger Kritikpunkt des Abend war, dass die Äste des Baumes zu wenig abgesägt wurden. Diese behinderten die Helfer zu oft bei der Arbeit. Ansonsten war Feuerwehrinspektor Otto Tritten mit seinen Leuten sehr zufrieden: Schnell und sicher retteten sie die Personen und erkannten alle wichtigen Details.
Zwei Möglichkeiten durchgespielt
In der Nachbesprechung wurde auch ein zweites Szenario angesprochen, wo der Baumstamm nicht abgestützt, sondern abgesägt werden sollte. Da keiner der Anwesenden sicher war, welche Vorgehensweise nun die bessere sei, wurde dies nach der Übung kurzer Hand überprüft. Es stellte sich dabei heraus, dass auch das Versägen der Tanne und die damit gewonnene Zeit eine Möglichkeit gewesen wäre. Nur dank diesem – wirklichkeitsnahen – Szenario konnten die beiden Varianten gegenübergestellt werden und die Einsatzleiter konnten Vor- und Nachteile in «echt» erleben.
Zusammenarbeit funktioniert
Das Zusammenspiel der beiden Stützpunkte war nicht nur während der Übung perfekt. Im Anschluss lud die Feuerwehr Zweisimmen die Gäste aus dem Saanenland noch zum gemeinsamen Bräteln ein. Auch hier wurde die Übung nochmals besprochen und die Eindrücke verarbeitet. Die Grilladen schmeckten bestens und rundeten so den gelungenen Abend ab. Fabian Kopp