Wildstrubel by UTMB: Premiere an der Lenk

Der UTMB (Ultra-Trail du Mont-Blanc) ist der berühmteste und prestigeträchtigste Ultramarathon der Welt im Bereich des Trailrunnings. Das legendäre Flaggschiff-Rennen führt über eine Distanz von rund 171 Kilometern und 10000 Höhenmetern einmal komplett um die Mont-Blanc-Gruppe und durchquert dabei die drei Länder Frankreich, Italien und die Schweiz. Start und Ziel des jährlichen Kultevents Ende August ist Chamonix in Frankreich.

Der Startschuss zu den UTMB World Series auf dem Kronenplatz an der Lenk.

Der Startschuss zu den UTMB World Series auf dem Kronenplatz an der Lenk.

© Hans-Ueli Hählen

Bereits im Jahr 1987 gab es mit dem «Super Marathon du Mont-Blanc» einen ersten Versuch eines individuellen Etappenrennens um das Massiv. Später in den 90er-Jahren wurde ein Staffellauf für Teams organisiert, der jedoch nach dem verheerenden Brand im Mont-Blanc-Tunnel 1999 eingestellt wurde.

Der Beginn vom UTMB Maraton in der Schweiz geht in das Jahr 2022 zurück, als erstmals von Montana aus, über den Gemmipass, Kandersteg, Adelboden, Lenk und über den Rawil zurück nach Montana, 113 km 6600 Höhenmetern, bewältigt werden mussten. Für den Wettkampf 2026, der durch zwei Kantone und zwei Sprachregionen führt, hatten sich gegen 8000 Läuferinnen und Läufer aus 95 Ländern angemeldet.

Die Lenk wird vom Durchlaufort zum Startort

Lenk-Simmental Tourismus hat sich dafür eingesetzt, die Lenk innerhalb der Wildstrubel by UTMB World Series vom bisherigen Durchlaufposten zu einem eigenen Startort weiterzuentwickeln. Möglich wurde dies durch die Zusammenarbeit mit Tourismus Adelboden-Lenk-Kandersteg. Die LST AG konnte sich an den bestehenden Vertrag anschliessen und gemeinsam mit den Veranstaltern wurde anschliessend der neue Wild Glacier Marathon mit Start an der Lenk in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lenk entwickelt.

«Für uns war klar, dass die Lenk nicht nur Durchlaufposten bleiben soll. Wir wollten einen eigenen Start an die Lenk holen und den Glacier Marathon Lenk langfristig als festen Bestandteil unseres Veranstaltungskalenders etablieren. Der Anlass stärkt gezielt den Herbst.. Zudem können wir über die vor Ort entstehenden Bilder und Videos von der enormen Strahlkraft des UTMB profitieren und unsere Sichtbarkeit als Destination ausbauen. Gleichzeitig erreichen wir damit viele Gäste aus der Schweiz, den europäischen Nachbarländern sowie internationale Zielgruppen. Wenn sie die Lenk bei diesem Rennen erstmals erleben und später zum Wandern oder Skifahren zurückkehren, entfaltet der Anlass eine nachhaltige touristische Wirkung», sagt Helena Galanakis, CEO von Lenk-Simmental Tourismus.

Und so war an der Lenk alles bereit für den Wettkampf

Am Freitag, 11. September 2026, morgens um 8 Uhr standen rund 1000 Läuferinnen und Läufer auf dem Kronenplatz bereit, um am Massenstart teilzunehmen. Um ein zu dichtes Feld zu vermeiden, wurden die Teilnehmenden in zwei Gruppen mit einem Abstand von einer Viertelstunde auf die Strecke geschickt. Bereits eine Stunde vor dem Start stellte sich die Alphorngruppe Saanenland-Pays-d’Enhaut unter der Leitung von Fritz Frautschi unter dem Startbogen auf und musizierte bis kurz vor dem Startschuss. Tourismusdirektorin Helena Galanakis begrüsste die Wettkämpferinnen und Wettkämpfer sowie die grosse Schar von Zuschauern und Betreuern auf freundliche Weise und wünschte ihnen alles Gute. Bei dieser Gelegenheit versäumte es die Tourismusdirektorin nicht, auch noch für Lenk selbst etwas Werbung zu machen.

Unter den Teilnehmenden waren auch einige Läuferinnen und Läufer aus der Lenk und dem Obersimmental. Als Nicole Zeller aus Lenk gefragt wurde, wie lange sie schätze, bis sie im Ziel in Montana ankomme, meinte sie: «Wenn ich es überhaupt schaffe, denke ich, acht bis neun Stunden», und begab sich dann frohen Mutes in die Startreihen. Am Schluss waren es dann 8.26 Stunden, was ein grosses Kompliment gebührt. Aber auch der Helikopterpilot David Sahli tauschte den Steuerknüppel mit den Laufschuhen und beendete den Marathon mit 5.57 Stunden auf dem 97. Platz. Auch die weiteren Obersimmentalerinnen und Simmentaler erreichten gute Plätze, herzliche Gratulation.

Neben dem fachgerechten Tragen der Startnummer müssen die Wettkampfteilnehmerinnen und -teilnehmer auch das strenge Reglement beachten. Die gesamte Ausrüstung ist genau definiert und wird sowohl beim Start als auch unterwegs bei den verschiedenen Posten und im Ziel überprüft. Wer sich nicht daran hält, riskiert die Disqualifikation. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umweltschutz: Es ist nicht erlaubt, Abfälle einfach wegzuwerfen und vieles mehr.