Comeback am Ramslauenen-Schwinget Kiental 2026

Schwinger Patrick Gobeli griff nach Verletzungspause erstmals wieder an

Patrick Gobeli stand vergangenen Sonntag am Ramslauenen Schwinget wieder im Sägemehl: Nach dreimonatiger, verletzungsbedingter Pause zeigte der 28-Jährige im Kiental, dass er wieder in Form ist – und die Hoffnung auf den Saisonhöhepunkt am Kilchberger-Schwinget lebt.

Letzter Einsatz vor der Verletzungspause: Patrick Gobeli gegen Sven Klossner am Chemihütte-Schwinget im September 2025. Nun konnte Patrick Gobeli im Kiental erstmals wieder wettkampfmässig in die Zwilchhosen steigen.

Letzter Einsatz vor der Verletzungspause: Patrick Gobeli gegen Sven Klossner am Chemihütte-Schwinget im September 2025. Nun konnte Patrick Gobeli im Kiental erstmals wieder wettkampfmässig in die Zwilchhosen steigen.

© Marlis Bircher

Am 19. Juli hatte das Warten für Patrick Gobeli aus Oey endlich ein Ende: Seit dem Chemihütte-Schwinget Ende September 2025 bestritt der 28-Jährige kein Schwingfest mehr. Grund war eine Schulterverletzung, die sich der Eidgenosse vom Schwingklub Lenk Ende März noch vor Saisonbeginn im Rahmen eines Spitzensport-WKs an der Schulter zugezogen hatte. Und so gab er am Ramslauenen-Schwinget mit viel Vorfreude sein Comeback, nachdem er drei Wochen zuvor wieder schmerzfrei und mit einem guten Gefühl im Sägemehl zu trainieren begonnen hatte: Gestartet mit zwei Gestellten gewann er die weiteren vier Gänge mit einer blanken Zehn und konnte sich so auf dem Schlussrang 2b etablieren – und wichtige Wettkampfpraxis zurückgewinnen.

Premiere am Kilchberger-Schwinget heuer noch möglich?

Damit hat Pädel den ersten Härtetest bestanden: Nun ist der mit 28 Jahren bereits zu den routinierten Schwingern gehörende zuversichtlich, dass er nächsten Sonntag auf dem Brünig, anfangs August am Bern-Jurassischen Schwingfest sowie am 16. August auf der Schwägalp starten und sich in alter Form präsentieren kann.

Und natürlich richtet sich der Blick des gelernten Zimmermanns schon heute Richtung Kilchberger-Schwinget, der am 5. September stattfinden wird. 2021 verpasste er den lediglich alle sechs Jahre stattfindenden Eidgenössischen Anlass aufgrund einer Knieverletzung. Heuer wäre er nur allzu gerne dabei – im Wissen, dass es mit 15 Berner Startplätzen nicht wird. Davor gibt er alles, drei Topleistungen zu erbringen, damit es für eine mögliche Qualifikation reicht und er in Kilchberg für das Berner Team entscheidend mit dabei sein kann.

Bewegte Monate liegen
hinter Patrick Gobeli

Wie auch immer: Es ist schon eine grosse Geschichte, dass der 42-fache Kranzgewinner nach dem Riss der Bizepssehne heuer überhaupt wieder im Sägemehl steht. Hinter dem Schwinger aus Oey liegen bewegte Monate: Nach dem Tod seiner Mutter Heidi, die ihn schon als junger Schwingerbub stets tatkräftig unterstützt und begleitet hatte, und der Heirat mit Anina kurz darauf setzte den 28-Jährigen die Schulterverletzung noch vor Saisonbeginn ausser Gefecht. Doch die Geburt von Tochter Amelie Adele am 14. Mai gab ihm unglaublich Auftrieb und er konnte das kleine Wesen mit voller Aufmerksamkeit geniessen – verletzungsbedingt stand der Schwingsport beim Topathleten aus dem Simmental für einmal hinten an. Überwältigt von den Glücksgefühlen, die so eine Geburt auslösen, konnte er den Abstand vom Schwingsport gut bewältigen.

Ebenso sehr freut sich Pädel, dass er nun wieder im Sägemehl angreifen kann: Bleibt zu hoffen, dass der Auftrieb durch sein Töchterchen dem bärenstarken Simmentaler genügend Energie gibt, die verbleibende Wettkampfsaison beschwerdefrei und erfolgreich zu bewältigen.