3. SRF-Staffel «Champion der Champions»
Schwingerkönig Kilian Wenger war auch der «König der Night Games»
Sie haben Olympiamedaillen gewonnen und Schweizer Sportgeschichte geschrieben: In der dritten SRF-Staffel «Champion der Champions» traten sieben ehemalige Spitzensportlerinnen und -sportler gegeneinander an und sprachen auch über Erfolge, Rückschläge, Ängste und Zweifel – und darüber, was von einer grossen Karriere bleibt. Mit dabei auch der Diemtigtaler Schwingerkönig Kilian Wenger, der durch ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle ging. Die dritte Staffel «Champion der Champions» wurde an den letzten beiden Samstagen auf SRF ausgestrahlt.
Die Teilnehmenden der 3. Staffel «Champion der Champions». Vorne: Kevin Lötscher (Eishockey), Sieger Carlo Janka (Ski), Tanja Frieden (Snowboard); hinten: Anita Weyermann (Mittelstreckenlauf), Sergei Aschwanden (Judo), Moderator Lukas Studer, Petra Klingler (Klettern) sowie Kilian Wenger (Schwingen).
© SRF/Valeriano di Domenico
Nach den beiden ersten Staffeln, die von Radstar Franco Marvulli im 2024 und Ruderin Jeannine Gmelin im 2025 gewonnen worden waren, hatte das Schweizer Fernsehen SRF zur dritten Staffel folgende ehemaligen Spitzensportler eingeladen: Sergei Aschwanden (Judo), Tanja Frieden (Snowboard), Carlo Janka (Ski Alpin), Petra Klingler (Klettern), Kevin Lötscher (Eishockey), Anita Weyermann (Leichtathletik) sowie Kilian Wenger (Schwingen). Unter den Augen von Moderator Lukas Studer traten sie im Mai in Apulien in Süditalien gegeneinander an und kämpften um den begehrten Titel – Champion der Champions. «Jeder Champion geht anders um mit dem sportlichen Leben nach der Karriere. Der Ehrgeiz, der bleibt jedoch und das berühmte Sportlergen, das haben alle ganz tief in sich drin», stellte Lukas Studer auch in dieser Staffel beeindruckt fest.
Sieben Champions,
sieben Lebensgeschichten
Zwischen den Wettkämpfen blieb den Sieben immer mal wieder Zeit für gemeinsame Freizeitaktivitäten. Zudem ergaben sich in der gemeinsamen Unterkunft persönliche Gespräche über Erfahrungen, die hinter Medaillen, Titeln und Erfolgen oft unsichtbar blieben – und sie tauschten sich in oftmals emotionalen Gesprächen aus. So erzählte Judoka Sergei Aschwanden von den rassistischen Anfeindungen, die ihn seit seiner Kindheit begleitet hatten, wie er seine Wut in den Judosport kanalisierte und davon, dass heute auch seine Kinder mit Rassismus konfrontiert sind.
Der Walliser Eishockeystar Kevin Lötscher seinerseits blickte auf den Moment zurück, der sein Leben grundlegend veränderte: Auf dem Höhepunkt seiner Eishockey-Karriere wurde er von einem Auto angefahren und schwer verletzt. Er musste vieles neu lernen und versuchte später vergeblich, in den Spitzensport zurückzukehren.
Die Thuner Snowboarderin Tanja Frieden erzählte offen von der Kehrseite ihres Olympiasiegs, von Zweifeln während ihrer Karriere und von ihrem schweren Sturz vor den Olympischen Spielen in Vancouver. Heute blickt sie als Mutter mit einer anderen Perspektive auf Erfolg und Leistung.
Auch die anderen Champions sprachen über prägende Momente ihrer Karrieren und darüber, wie ihr Leben nach dem Spitzensport weiterging. So erzählte der Diemtigtaler Kilian Wenger von seinem grössten Karriereerfolg, als er 2010 Sportgeschichte schrieb und mit 20 Jahren zum Schwingerkönig avancierte und sich sein Leben mit einem Schlag unglaublich veränderte: «Ich war körperlich in einer super Verfassung und kam aus dem Nichts. Der Druck daraufhin war jedoch sehr gross.» Erst ein Mentaltraining, das er aktiv machte, half ihm später aus der Karrierekrise heraus. Doch der Rücken war stets Wengers Schwachstelle und dies schon von Jung auf. Der Rücktritt im Sommer 2024 war die logische Konsequenz daraus.
Ein Wettkampf, bei dem jeder Abend der letzte sein konnte
Doch zurück zum Kampf der sieben ehemaligen Champions, denen sportlich nichts geschenkt wurde: In unterschiedlichen Challenges waren Kraft, Konzentration, Koordination, Ausdauer und Leidensfähigkeit gefragt. Dabei trafen die Sportler auf Disziplinen, die mit ihrer früheren Sportart wenig zu tun hatten. Intensive Spiele mit unerwarteten Ausgängen also – Kilian Wenger war von Beginn an eher im Schlusslicht-Bereich und musste sich in diversen Night Games behaupten. Viermal musste der 36-Jährige seinen Koffer packen und zum Castello reisen, wo er beim Night Game mit der Glaskugel die entscheidenden Duelle jedoch stets für sich entscheiden und damit seine Haut retten konnte. Abend für Abend gewann der Diemtigtaler nacheinander gegen Petra Klingler, Anita Weyermann, Tanja Frieden und Sergei Aschwanden, wobei die beiden Letzteren die Glaskugel auf die Mauer dazwischen warfen und so zum Zerbrechen brachten.
So wurde es fast schon etwas zum «Running Gag», dass Kilian Wenger mit seiner Reisetasche wieder in die Villa zurückkehrte, wo ihn die verbliebenen Champions bereits am Ton der «Rölleli» seiner Tasche schmunzelnd erkannten. Nachdem Kilian Wenger im zweitletzten Spiel den beiden «Roomys» Carlo Janka und Kevin Lötscher den Vortritt geben musste, setzte sich der Bündner Janka im Finalspiel schliesslich gegen seinen Zimmernachbarn aus dem Wallis durch und konnte damit die dritte Staffel «Champion der Champions» souverän für sich entscheiden.
Und was hätte Kilian Wenger rückblickend anders gemacht? «Im Nachhinein würde ich mich bestimmt vorgängig noch etwas besser auf die Spiele vorbereiten», so der Schwingerkönig augenzwinkernd. Nichtsdestotrotz hat er das zehntägige Abenteuer in Apulien und auch das Zusammensein mit den ehemaligen Sportcracks durchaus genossen: «Je länger wir zusammen waren, desto besser hatten wir es untereinander. Es war spannend, die einzelnen Charaktere und ihre Geschichten näher kennenzulernen», zog der Diemtigtaler von seinen Erlebnissen anlässlich der 3. Staffel «Champion der Champions» ein positives Fazit.