Aron Fahrnis Coup bei Paralympics 2026 in Cortina

Der 27-Jährige Aron Fahrni fuhr als Debütant an die Paralympics – und sicherte sich im Snowboardcross gleich im ersten Wettkampf die Bronzemedaille. Weniger gut erging es seinem Kollegen Fabrice von Grünigen: Der Saanenländer erlitt bei einem Trainingssturz eine Gehirnerschütterung.

Der Snowboardcrosser Aron Fahrni, der schon einige Saisons Snowboardlehrer an der Lenk war, strahlt mit seiner Bronzemedaille in Cortina um die Wette.

Der Snowboardcrosser Aron Fahrni, der schon einige Saisons Snowboardlehrer an der Lenk war, strahlt mit seiner Bronzemedaille in Cortina um die Wette.

© Swissparalympic/Gabriel Monnet

Und dann ist er da, dieser grosse Moment. Aron Fahrni steht auf dem Podest, trägt eine Medaille um den Hals, zeigt sie stolz dem Publikum – und natürlich darf das Strahlen in seinem Gesicht nicht fehlen. Der 8. März 2026 wird für immer ein besonderes Datum sein. An diesem Sonntag gewinnt der 27-Jährige im Snowboardcross die Bronzemedaille bei den Paralympics.

«Es ist extrem schön, dass ich mit diesem Erfolg bei vielen Leuten so grosse Emotionen auslöse», sagt er kurz nach dem Rennen. «Ich bin auch glücklich für den Staff, dem ich für die grosse Unterstützung dankbar bin.»

Aron Fahrni, der Botschafter

Der Sportler Aron Fahrni ist auch ein vorzüglicher Botschafter, einer, der inspiriert. «Für mich ist eine grosse Motivation, dazu beizutragen, dass sich allgemein der Umgang mit Behinderungen verändert. Ich will Personen ohne Behinderung zeigen: Man kann offen über alles reden, es soll keine künstliche Distanz entstehen. Und Menschen mit einer Behinderung möchte ich zeigen: Ihr dürft stolz auf euch sein, auf eure Persönlichkeit.»

Stunden danach geschah im Training etwas, das auch bei ihm Spuren hinterliess: Fabrice von Grünigen stürzte schwer und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung. Bald war klar: Der Saanenländer wird den ersten Wettkampf nicht bestreiten können. Der 24-Jährige hatte sich enorm auf den Snowboardcross gefreut, auch darauf, dass ihn die Familie und die Freundin vor Ort unterstützen. Aber aus dem Start wurde nichts. «Ich hoffe sehr, dass sich Fabrice so schnell wie möglich wieder erholt und im Banked Slalom starten kann», sagte Fahrni, der bis vor zwei Jahren als Snowboardlehrer in Lenk engagiert war und sich vorstellen kann, irgendwann einmal wieder Unterricht in diesem Skigebiet zu geben.

Das Rezept: Gelassen bleiben

Als er am Samstag als einziger Schweizer die Qualifikationsläufe in der sechstschnellsten Zeit absolviert hatte, wusste er nicht so recht, was er damit anfangen soll. Den zeitlichen Rückstand konnte er sich nicht erklären. Für die Finals am Sonntag nahm er sich darum vor, möglichst entspannt zu bleiben und sich nicht zu viele Gedanken zu machen – «mit dieser Einstellung klappt es meistens am besten».

Er nahm sich vor, intelligent zu fahren und sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Das gelang ihm vorzüglich. Fahrni qualifizierte sich für den grossen Final und sah sich dort mit einer mächtigen Nation konfrontiert: Seine drei Widersacher kamen alle aus China. Er scheute sich nicht vor dem Duell mit ihnen, im Gegenteil. «Ich fahre gerne gegen sie, weil sie einander nichts schenken und Vollgas geben.»

Seine Strategie ging auf. Fahrni bewahrte einen kühlen Kopf und verdiente sich mit einem klugen Lauf die bronzene Auszeichnung. Der aktuelle Gesamtweltcupsieger und Weltmeister im Banked Slalom 2023 hat nun also auch bei den Paralympics geliefert. In den Interviews danach drang immer wieder seine Dankbarkeit durch. «Es ist ziemlich cool, dass ich Snowboard-Profi sein kann. Mir ist bewusst, dass es ein privilegierter Job ist, den ich ausüben darf. Und ich bin stolz, dass ich die Schweiz repräsentieren darf.»