48. Schweizer Wintergebirgsskilauf im Obersimmental

Die Königsstrecke ein einzigartiges Erlebnis

Für die 438 Teilnehmenden aus neun Nationen war der 48. Schweizer Wintergebirgsskilauf im Obersimmental ein unvergessliches Erlebnis. Nationalrat Erich von Siebenthal würdigte ihre Leistung in seinen Grussworten.

«Ist ihre Patrouille auch komplett?» Die Kontrollposten sind eine der wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen mit fast 500 Läuferinnen und Läufer im Gebirge.

«Ist ihre Patrouille auch komplett?» Die Kontrollposten sind eine der wichtigsten Sicherheitsvorkehrungen mit fast 500 Läuferinnen und Läufer im Gebirge.

Unter dem Patronat des Schweizerischen Unteroffiziersverbandes (SUOV) und der UOV-Sektion Obersimmental nahmen über das Wochenende 438 Läuferinnen und Läufer die zwei Tagesetappen zum 48. Schweizer Wintergebirgsskilauf in Angriff. Im Läuferharst liefen 205 Offiziere und Soldaten in Patrouillen befreundeter Armeen aus Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Luxenburg, England, Oesterreich und Kasachstan mit. Hundert «Neulinge» haben die von Kameraden vorgeschwärmte Begeisterung des Zweitägelers, wie der Lauf im Volksmund genannt wird, erstmals erfahren.

Abseits des Publikumsstrom

Am frühen Samstagmorgen zog die Spurpatrouille von Oberleutnant Christoph Stalder die gesicherte Route aus dem Raume Gästere (Zweisimmen) hinauf zur Milchchäle, hinteres Chumi zum Gubi. Auf die erste Abfahrt zum Seebergsee folgte der Aufstieg zum höchsten Punkt auf dem Niederhorn, 2077 Meter über Meer. Eine dreiviertelstündige anspruchsvolle Abfahrt abseits von Pisten brachte das Marschbataillon ans erste Tagesziel bei der Rossberg-Talstation in Oberwil. Streckenchef Stalder charakterisiert die Skitour: «Von den Anforderungen und von der Streckenlänge her aber auch vom prächtigen Panorama darf ruhig von der Königsetappe aller Zweitägeler gesprochen werden. Die Wetterbedingungen und die Schneebeschaffenheit liess es erstmals zu diese Route für die vielen Läufer ohne die geringsten Risiken anzulegen.» Wettkampfchef Oberstlt Rolf Matti: «Die Aufgabe der Spurpatrouille darf nicht unterschätzt werden.»

Gipfelrast und Sonne tanken

Eingebettet in die herrliche Bergwelt war auch die Lenker Strecke vom Sonntag. Sie führte vom Bleike-Stafel hinauf zum Schatthore und zum Seewle. Nach der Abfahrt zum Sitebach gings hinauf zum Lavey. Hier gab es vorerst ein Blick auf das Wildstrubelmassiv und auf die Schönheiten der Natur rundum. Auf der Skipiste näherten sich die Läuferinnen und Läufer schwingend aber auch vom Erlebten beflügelt der Metschbergstation. Nach dem Bahntransport und einem kurzen Fussmarsch erreichten alle Patrouillen das Ziel im Kuspo. Als technischer Leiter konnte Hauptmann André Brunner seinem Wettkampfchef Oberstlt Rolf Matti melden: «Den 48. Zweitägeler beendeten alle 438 Teilnehmer unfallfrei.» Dies ist auch der Verdienst einer umsichtigen Organisation, der Streckenverantwortlichen in der Spur wie an den sechs Kontrollposten unterwegs, den Start-Zielequippen aber auch den vielen grossen und kleinen Helfern, insgesamt etwa 150, im Hintergrund.

Der Faszination fehlen Worte

Am Samstagabend würdigte Nationalrat Erich von Siebenthal die grossartige Leistung in den schönen Simmentaler Bergen in seinen Grussworten. Nationalrat von Siebenthal appellierte an die versammelte Läuferschar:»Eine erfahrene Organisation steht euch zu Diensten nutzt sie auch in Zukunft!» Brigadier Sergio Stoller hob von militärischer Seite her die Pflege der internationalen Kontakte und der Kameradschaft hervor.

Auch Raisa Sharipova, die Läuferin aus Kasachstan, liess sich vom Zweitägelervirus anstecken und durfte sich einmal mehr der deutschen Staffel anschliessen. Mit Stolz trug die in München lebende Läuferin ihre Landesfahne bereits zum sechsten Mal ans Hauptverlesen vom Samstagabend. Für den Deutschen Offizier Hans Jürgen Bierbaum aus dem Ruhrgebiet war es der zehnte Lauf: «Wenn du einmal dabei warst, bist du immer wieder dabei. Nicht nur der Zweitagemarsch macht süchtig, es ist auch die Kameradschaft, die netten Leute im Oberen Simmental und die hervorragende Organisation.»

«Wir halten bis zum 50. durch!»

Der körperliche Einsatz, das skifahrerische Können und der Durchhaltewille standen im Vordergrund. Alfred Ryter aus Uetendorf und Hans Bühler aus Bösingen blicken auf alle 48 Läufe zurück. Beide möchten durchhalten bis zum 50. Zweitägeler.

Die Lenker Musikgesellschaft gab der offiziellen Begrüssungszeremonie den musikalischen Rahmen. Fritz Leuzingen

ie beiden beendeten alle 48 Zweitägeler und haben den 50. im Visier. Oberstlt Rolf Matti, Kommandant des Schweizeischen Wintergebirgsskilauf (l.) und Nationalrat Erich von Siebenthal (r.) beglückwünschen Hans Bühler aus Bösingen und Alfred Ryter aus Uetendorf zu ihrer Parforceleistung.

ie beiden beendeten alle 48 Zweitägeler und haben den 50. im Visier. Oberstlt Rolf Matti, Kommandant des Schweizeischen Wintergebirgsskilauf (l.) und Nationalrat Erich von Siebenthal (r.) beglückwünschen Hans Bühler aus Bösingen und Alfred Ryter aus Uetendorf zu ihrer Parforceleistung.

Mit Gleichschritt und Durchhaltewille im letzten Aufstieg zum Lavey auf 2100 Meter.

Mit Gleichschritt und Durchhaltewille im letzten Aufstieg zum Lavey auf 2100 Meter.

Das Schieferzytli erinnert an die erlebnisreichen Stunden. Den 30. Zweitägeler beendeten von links: Herbert Langguth, Langenthal, Bruno Frey Oberbuchsiten und Wachtmeister Ruedi Hess aus Wimmis.

Das Schieferzytli erinnert an die erlebnisreichen Stunden. Den 30. Zweitägeler beendeten von links: Herbert Langguth, Langenthal, Bruno Frey Oberbuchsiten und Wachtmeister Ruedi Hess aus Wimmis.