Spital Simmental-Saanenland

02.01.1980

«Dort hinten»

Als Pfarrer sollte man sich in öffentlichen Diskussionen zurückhalten, doch was da in der jüngsten Ausgabe unserer Simmental Zeitung zu lesen war, ist dann doch zu viel: Da wird die Vorsteherin des Bernischen Spitalamtes, Frau Annamaria Müller Imboden, mit den Worten zitiert: «Mit Thun hat die Region… ein Spital, mit dem dort hinten alle Vorgaben erfüllt werden können.» Wie bitte? «Dort hinten»?! Deutlicher kann man die Verachtung der kantonalen Verwaltung für eine ganze Region und ihre Menschen wohl kaum ausdrücken. «Dort hinten», sagt Frau Müller Imboden, immerhin Direktorin einer Institution, die doch das Wohl aller im Kanton Bern im Auge haben sollte. «Dort hinten», damit werden wir Einwohner des Simmentales und des Saanenlandes hoch offiziell und im kantonalen Sprachgebrauch zu Hinterwäldlern abgestempelt, zu einer peripheren Gruppe, zur Quantité negligeable! Ohne auf die teils schwierigen Einzelfragen zum Spitalstandort in der Region eingehen zu wollen, mit dieser Äusserung aus dem Spitalamt dürfte wohl auch dem letzten deutlich geworden sein, dass mit einer Unterstützung des Kantons für hier in der Region gefundene Kompromisse in der Spitalversorgung nicht zu rechnen ist, ja dass der Kanton und seine Institutionen an unserer Region nicht das geringste Interesse haben. Wir sind eben die «dort hinten»!mehr...

Spital Simmental-Saanenland

02.01.1980

Spital Thun decktallesab!!??

Als Einwohner der Lenk muss ich feststellen, dass nach einer eventuellen Schliessung der Spitäler Zweisimmen, Saanen und Frutigen sowie der Berechnung des Erreichbarkeitswertes der Notfall unwillkürlich zum Notfall wird. Die ganze Planung durch gescheite Experten, Bürokraten usw. ist für die Bewohner der Randregionen ein Affront. Eine vernünftige Grundversorgung ist ein absolutes Muss, will man die Randregionen auch in Zukunft erhalten. In gewissen Situationen muss halt auch mal die Vernunft zum richtigen Entscheid führen.Allen Personen, die an der Spitalliste arbeiten rate ich, einmal mit dem Auto von Thun nach Gsteig, Lenk und Adelboden zu fahren und die Zeit die benötigt wird, mit der Stoppuhr festzuhalten. Ihr werdet sicher überrascht sein wie viele Minuten, selbst bei guten Wetter- und Strassenverhältnissen vergehen, bis das Ziel erreicht ist und berücksichtigt dies mal mit dem berechneten Erreichbarkeitswert! Auch wenn Sie noch den Sirenen- und Blaulichtfaktor mitberücksichtigen, kommen Sie nie auf eine vertretbare Zeit für einen Notfalltransport. Übrigens wurden bei der Berechnung dieses Wertes die Touristen, die in der Hochsaison ein Mehrfaches der Einwohner ausmachen, überhaupt nicht berücksichtigt. Scheinbar kommen die nie in eine medizinische Notfallsituation. Mein Rat ist deshalb, geht nochmals über die Bücher und lasst dabei die Vernunft walten. Ich bin überzeugt auch Ihr kommt zum Schluss, dass das Spital Zweisimmen mit einem entsprechenden Notfallkonzept, nicht geschlossen werden darf. Hans Peter Flückiger, Lenkmehr...