25 Jahre Lenk Milch AG
Milchverarbeitung mit Tradition und Weitblick
Am vergangenen Wochenende konnte die Lenk Milch AG ihr 25-jähriges Jubiläum feiern. Am Freitagabend, 18. September begannen die Festivitäten mit geladenen Gästen und auch am Samstag und Sonntag blieben die Türen und die Festwirtschaft für Interessierte offen.
«Franjo» der Käseroboter war die Attraktion am Tag der offenen Türe: Jeweils drei Käse auf einmal kann er pflegen.
Was 1999 mit der Gründung der Lenk Milch AG begann, hat eine weit längere Vorgeschichte. «Bereits 1927 gründeten Lenker Milchproduzenten eine Milchgenossenschaft mit dem Ziel, die Milch vor Ort zu verarbeiten», erklärte Hans Walker in kurzen Worten die Entstehung der heutigen Aktiengesellschaft. Einer der damaligen Milchlieferanten war der heute 94-jährige Otto Bühler. «Er brachte seine Milch in die Molkerei – und musste sich dafür von Kameraden sogar mit Schneebällen bewerfen lassen. Milch nicht auf dem eigenen Hof zu verarbeiten, galt damals als ungewöhnlich», erklärte Verwaltungsratspräsident David von Känel in seiner Eröffnungsrede.
Ein eigener Weg
für die Lenker Milch
Am 1. Mai 1999 wurde die Lenk Milch AG von den Lenker Milchproduzenten und einigen wertschöpfungsorientierten Einheimischen gegründet. Die Genossenschaft übernahm von Hans Tritten Maschinen und Einrichtungen, Markenrechte sowie Goodwill und Kundenbeziehungen.
Ab 2001 begann die Produktion im Chrommebach und die Käseherstellung hatte nun Hand und Fuss. So hat sich die Leitung entschieden, das Jubiläum auf die 25-jährige Produktion zu beziehen. Am ehemaligen Standort der Sendeanlage konnte ein geeigneter Platz gefunden werden. 2011 erfolgte schliesslich auch der Umzug der Milchannahmestelle aus dem Dorf ins Chrommegässli.
Ein wichtiger Meilenstein war der Neubau des Käsefachgeschäfts an der Rawilstrasse. Unter der Führung von Daniel Erni wurde 2004 nach einer schwierigen Phase zudem eine Bactofuge (Entkeimungszentrifuge) angeschafft. Die Spezialzentrifuge entfernt die Mikroorganismen und insbesondere hitzebeständige Sporen aus Rohmilch und ermöglicht die Herstellung von Hartkäse, der lang gelagert werden kann.
Von der Dorfmolkerei
zum modernen Betrieb
In kleinen Schritten entwickelte sich die Molkerei kontinuierlich weiter. 2021 durfte die Lenk Milch AG die Alpkäserei auf dem Jaunpass übernehmen. Seither wird dort die Milch zu verschiedenen Alpkäsen verarbeitet.
Neben viel Handarbeit bei der Produktion ist Innovation im Unternehmen wichtig. Vor einem Jahr wurde der Käseschmierroboter bestellt, im März auf den Namen «Franjo» getauft und im Juni in Betrieb genommen. Er übernimmt die Pflege der Käse mit hoher Kapazität nach den Vorgaben der Käser und entlastet damit das Team bei einer wichtigen, regelmässig anfallenden Arbeit.
Am Tag der offenen Türe konnten die Besucher selber sehen, wie schnell er jeweils drei Käselaibe gleichzeitig pflegen und wenden kann.
Beim Berner Alpkäse AOP muss die Milchgewinnung und Verarbeitung im Sömmerungsgebiet geschehen.