Pures musikalisches Gold am 42. Ländlertreffen in Zweisimmen
Die Höhepunkte waren wie Perlen an einer Kette aneinandergereiht: Die 42. Ausgabe des Ländlertreffens der Schwyzerörgeli Grossformation Simmental-Saanenland versammelte am 19. September im Gemeindesaal Zweisimmen Spitzenformationen der Volksmusikszene.
Ländlertreffen Herbst 2026
Auf der Bühne vor dem roten Vorhang standen Geschenke in Reih und Glied, wie Berggipfel ragten sie in die Höhe: Wurst, Käse und eine Flasche Wein, angerichtet auf einer Holzplatte und dekoriert mit orangen Vogelbeeren. Im dunklen Saal ertönten laute Treichelklänge.
Mehr Schweiz geht nicht
Der Vorhang ging auf für die Schwyzerörgeli Grossformation Simmental-Saanenland, die Gastgeber des Abends. Mit den rassigen Klängen der Schnellpolka mit dem passenden Titel «Achtung, fertig, los» des im Saal anwesenden Komponisten Hans-Ueli Stadler kam sofort Stimmung auf. Es wurde geklatscht, und Hurrarufe ertönten. «Mehr Schweiz geht nicht», sagte Präsident Alain Poschung und hiess Publikum und Gastformationen willkommen. Weiter ging es mit einem Walzer, gefolgt von einem Foxtrott von Hans Oesch. Die zweite Gruppe des Abends war das Schwyzerörgeliquartett Ueli Gerber. Ein Solo von Bassist Heinz Burri sorgte für spontanen Applaus. Alain Poschung betonte: «Diese Topformationen kommen gratis nach Zweisimmen und spielen, das hält die Ländlerfamilie zusammen. Darum erhalten alle ein kleines Dankeschön.» Anschliessend überreichte er jedem Musikanten eines der Geschenke, die vorne auf der Bühne standen. Ein Merci ging auch an alle grosszügigen Sponsoren und Gönner, die eine Tombola mit tollen Preisen ermöglichten, und an alle freiwilligen Helfenden.
Urs Ueltschi –
Urgestein der Grossformation
Auch Gesang gehört zum Ländlertreffen. Als dritte Gruppe betraten das Jodelduett Andrea Beyeler (Boltigen) und Heinz Tschannen die Bühne, begleitet von Bruno Kilchör auf dem Akkordeon. Sie führten zwei Lieder auf: «Zauberhaft» von Miriam Schafroth und «Das git mier Muet» von Ursula Ming-Reber, das nicht nur durch die Melodie, sondern auch durch einen berührenden Text bestach.
Als letzte Formation vor der Pause spielte das Ämmitaler Ländlerquintett Eggiwil – und da war doch ein bekanntes Gesicht zu sehen? Ernst Grossenbacher, Schwyzerörgeler beim Ueli Gerber Quartett, spielte jetzt souverän Klarinette. Es zuckte im Tanzbein, die Goldwäscher-Polka von Hans-Ueli Stadler war pures musikalisches Gold.
Nach der Pause eröffnete wieder die Grossformation mit «Längizyt nach Wisconsin», einer Komposition des langjährigen musikalischen Leiters Urs Ueltschi, inspiriert von einer Musikreise der Gruppe vor zwanzig Jahren. Darauf folgte der «Urs-Ueltschi-Marsch». Dieses Stück wurde von Stefan Bühler zu Ehren von Urs geschrieben, der die Formation seit dreissig Jahren leitet. «Urs arbeitete lange als Musiklehrer, und da hört man so einiges – das spiegelt sich in dieser Komposition wider.» Urs Ueltschi erhielt ein wohlverdientes Geschenk und Dankesworte für sein langes Wirken. Bei der Zugabe «Country Roads» von John Denver sang der ganze Saal im Chor.