Am 18. Mai geht es um die Wurst!
Bundesbeschluss über die medizinische Grundversorgung.
Im Medienlärm um den Gripen, die 4000 Franken Minimallohn und das vorzeitige Abschalten von Mühleberg ist eine Vorlage, welche für die ländliche Bevölkerung zentral ist, vollständig untergegangen: Am Wochenende vom 17. und 18.Mai entscheidet der Stimmbürger, ob es in zehn bis 15 Jahren im ländlichen Raum überhaupt noch eine ambulante ärztliche Grundversorgung gibt. Alle Parteien – mit einer Ausnahme – haben für den Bundesbeschluss die Ja-Parole herausgegeben. Das Hauptargument der Gegner ist die Angst vor einer Verstaatlichung der Medizin. Diese Argumentation trifft voll ins Leere und ist deshalb kontraproduktiv, weil bei einer Ablehnung keine Medizinstudenten oder junge Assistenten mehr die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeine Innere Medizin absolvieren werden. Die kleineren und mittleren Spitäler würden Ausbildungsplätze für Allgemeinmediziner allmählich streichen, die junge Ärzte würden sich zu Spezialisten ausbilden lassen und als Teilzeitangestellte in Kliniken und Grosspraxen der Agglomeration verschwinden. Die ländliche Bevölkerung würde dann in den Ambulatorien der noch existierenden periphere Spitäler, oder aber in den Spitalzentren versorgt.
Die medizinische Betreuung würde sicher teurer aber höchstwahrscheinlich nicht besser. Die Berglandwirtschaft wurde zum Glück mit Interventionen des Staates vom Aussterben gerettet. Diese Massnahmen sind nötig und breit akzeptiert. Warum sollte das in der ambulanten Medizin auf dem Lande und den Bergen anders sein? Wer also in 10 bis 20 Jahren noch von einen Hausarzt/Hausärztin in gegenseitigem Vertrauensverhältnis betreut werden will, muss am 18. Mai zu dieser Vorlage Ja sagen. Aber vor allem: Gehen Sie abstimmen. Dr. med. Beat Hählen Lenk