Spital Zweisimmen

Die Geburtenabteilung wird geschlossen

Ich glaube, ich sehe nicht recht. In der Reportage über die Schliessung der Geburtenabteilung sind sich acht Männer einig, dass dies eine sehr gute Lösung ist. Einzig Frau Speiser, sicher selber auch Mutter, wird sich für den Fortbestand der Geburtshilfe einsetzen. Wissen diese acht Männer, was es heisst, in Wehen zu liegen und noch X Kilometer zum nächsten Spital transportiert zu werden. Was ist, wenn unterwegs Komplikationen eintreten? Ist ein Menschenleben im Simmental/ Saanenland weniger wert, als eines in der Stadt Thun? Wenn die werdende Mutter mit der Ambulanz abgeholt wird, werden die daraus entstehenden Kosten zum grossen Teil dem Verursacher überbunden. Also das heisst, sparen auf dem Buckel der Landbevölkerung.

Bei der Schliessung des Spitals Erlenbach wurde auch mit der Schliessung der Geburtenabteilung begonnen und vollmundig von Thun versprochen, dass das Spital nur so gerettet werden könne. Was ist passiert, wenige Jahre später wurde auch die totale Schliessung zur Wahrheit. Auch hier wurde eine Sanierung versprochen. Ich bin sicher, der Neubau in Zweisimmen ist ein blosses Lippenbekenntnis, am Schluss gibt es dort auch ein Alterszentrum.

Frauen im Simmental / Saanenland, wehrt euch geschlossen für die Geburtenabteilung in Eurem Spital. Allen Männern, die sich nun durch die neu entstandene Situation eines Erfolges rühmen, wünsche ich, dass sie auch einmal einige Stunden Geburtswehen ertragen müssten! Heidi Mani, Horboden

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Erstellt:
26.06.2014, 00:00 Uhr
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