Die «Donnschtig-Jass»-Velotour schrieb Geschichte

Gemeinsam mit viel Herzlichkeit auf zwei Rädern durch die Schweiz unterwegs

Nach dem Donnschtig-Jass ist es Tradition, dass Moderator Rainer Maria Salzgeber mit dem Rennvelo die nächste Station anfährt – und so startete er vergangenen Freitag im Appenzellerland Richtung Berner Oberland. Begleitet wurde er dabei von drei Obersimmentalern, die ihn sicher nach St. Stephan führten:

Von Luzia Wyssen

Wie eine grosse Familie auf Veloreise: Jürg Rieder, Rainer Maria Salzgeber, Jolanda Tschanz und Ernst Morger fuhren gemeinsam von Gais bis St. Stephan.

Wie eine grosse Familie auf Veloreise: Jürg Rieder, Rainer Maria Salzgeber, Jolanda Tschanz und Ernst Morger fuhren gemeinsam von Gais bis St. Stephan.

Zusammen mit Jolanda Tschanz aus Matten sowie Ernst Morger und Jürg Rieder aus der Lenk absolvierte «Salzi» am ersten Tag eine reine Fahrzeit von 7,5 Stunden. Die Route führte von Gais Richtung Winterthur – in Zürich-Oerlikon neben dem SRF-Gebäude vorbei – weiter nach Aarau, Olten bis nach Burgdorf, wo die fitte Truppe nach sechs durchquerten Kantonen, 205 Kilometern und trotz einer Flachetappe beachtlichen 1400 bewältigten Höhenmetern ankam.

Zuerst Treichlen gehört
und den Wildstrubel gesehen

Ein eigentliches Highlight folgte im Hotel Berchtold mitten in Burgdorf, wo übernachtet und davor zusammen gegessen wurde. Die Bergler wurden wohlwollend im SRF-Team aufgenommen und der Abend endete an der Hotelbar in gemütlicher Runde, in der durchaus auch etwas gespottet wurde: «Es gab überhaupt kein Machtgefüge, wir begegneten uns auf Augenhöhe», blickt Jürg Rieder erfreut zurück.

Auch am zweiten Tag wurde um 8.15 Uhr gestartet und die rund 90 Kilometer lange Etappe führte über Walkringen und Oberdiessbach nach Thun, wo etwas Zeit «geschunden» und auf dem Mühliplatz Kaffee getrunken wurde, damit das Radteam nicht zu früh in St. Stephan ankam. Fortan begleitete Daniel Pfund aus Blankenburg das Team und das Simmental hoch kamen weitere Radfans dazu – und auch die zweite Etappe war mit 1200 Höhenmetern nicht zu unterschätzen. Wo immer möglich wurde auf Radwegen gefahren und so nahm die Equipe in Oberwil Richtung Rossberg auch die stotzige Rampe in Angriff. Jolanda Tschanz fuhr wie eine Bergführerin vorab und munterte Salzi auf: «Nume no eis Hübi», was dieser dankbar annahm.

Der Empfang in Boltigen, wo Unzählige winkten und Handschläge gaben, liess das Radteam unterwegs ein weiteres Mal viel Herzlichkeit spüren. In Reidenbach gab es einen Überraschungsempfang durch die JO-Kids des Skiklubs Boltigen und sogar eine telefonische Kontaktnahme mit Franjo von Allmen, der sich mit «Salzi» seit dem Olympia-Empfang in Boltigen, den der Walliser moderierte, freundschaftlich verbunden fühlt.

Skiclubpräsident Chrigel Teuscher und Gemeinderatspräsident Alain Poschung offerierten ein Apéro und die Strasse war beschriftet – fast wie bei der Tour de France – dies alles berührte Salzi sichtlich. Danach ging es im «fliegenden Galopp» dem Ziel in St. Stephan entgegen, wo zuerst der Wildstrubel grüsste und die Treicheln schon von Weitem zu hören waren. Beim Hotel Diana wartete schliesslich eine fahnenschwenkende Menge auf die Velofahrer und bereitete diesen einen lautstarken Empfang. Und als die Jungjodler Obersimmental zu singen begannen, war Salzi zu Tränen gerührt.

Velofahrt knallhart durchgezogen

Der Walliser hat intensive Tage mit wenig Schlaf hinter sich: Am Donnerstag hatte er die Sendung in Gais vorbereitet und durchgeführt, um anschliessend zwei Tage auf dem Rennrad rund 300 Kilometer unterwegs zu sein. «Hut ab vor Salzis Kondition, der wirklich die gesamte Strecke gefahren ist», so Jürg Rieder.

Auch der Velotour-Organisator Sascha Felix, der mit dem E-Bike mitfuhr, die Route jederzeit im Griff hatte und immer wieder ganz nach vorne sprintete, um mit seiner Stockkamera zu fotografieren, beeindruckte Jürg Rieder: «Sascha hat unglaublich viel geleistet, war der Mann für alle Fälle und dazu erst noch topfit.»

Und so bleibt dem Lenker die flotte Gruppe und die herzliche Verbindung, die unterwegs entstanden ist, in Erinnerung. «Aschi, Jolanda und ich wurden durch diese Reise als Team zusammengeschweisst und unsere eher zurückhaltende, bergige Art kam gut an!» Und Rieders Fazit? «Wenn du zusammen leidest und schwitzt, kommt viel Persönliches verbindend dazu. Wir durften tolle Leute begleiten – ich ziehe den Hut!»

Die JO-Kids des Skiklubs Boltigen hiessen «Salzi» und das gesamte Veloteam in Reidenbach herzlich willkommen.

Die JO-Kids des Skiklubs Boltigen hiessen «Salzi» und das gesamte Veloteam in Reidenbach herzlich willkommen.

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Erstellt:
29.07.2026, 22:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 48sec
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