Pro Simmental
Eine feuchtfröhliche Hauptversammlung
Der Treffpunkt für die Mitglieder von Pro Simmental lag diesmal in der Talmitte, in Oberwil. Von dort wurde zurück aufs letzte Jahr geguckt und wir liessen noch einmal (die wirklich schöne) Jubiläumsfeier Revue passieren.
Sauberes Wasser ist ein Markenzeichen der Schweiz. Fische sind gute Zeiger für intakte Wasserqualität: Vielleicht sehen wir dann auch wieder Lachse.
Den 50. Geburtstag feierte der Verein u.a. mit speziellen Jubiläumstassen (es hat noch welche). So was kostet natürlich und so war die Rechnung interessant: Sie schloss sogar im Plus! Das Vereinsvermögen beläuft sich im Moment auf knapp 9000 Franken, wir bleiben also handlungsfähig. Das Tätigkeitsprogramm zeigt Abwechslungsreiches, z.B. sponsert Pro Simmental den Apéro des Gartenrundgangs aus dem VHS-Programm (diesen Samstag). Zusammenarbeit und Synergien nutzen, so lautet unser Motto. Hochstammförderung, Obstabsatzhilfe und Freiwilligeneinsätze bleiben auch aktuell.
Schön erfrischendes Nass
Im zweiten Teil der Versammlung gab es einen interessanten Vortrag zu Fischen. Hätten Sie z.B. gedacht, dass die Fischbestände in Europa im Vergleich zu 1976 um 81% eingebrochen sind? Flussbegradigungen, Staumauern und damit verbunden zu wenig Restwasser im Fluss haben die Lebensräume für Fische sehr schrumpfen lassen. Ruhige Laichgewässer, die Kinderstube der Fische, fehlen ebenfalls. Wenn man die Simme zwischen Zweisimmen und Lenk anschaut, kann man ihm nur recht geben.
Referent Hanspeter Güntensperger erzählte uns, dass sein Grossvater noch 12(!) Bachforellen pro Tag hätte angeln dürfen… Wann haben Sie zuletzt von Bachforellen gehört?
Das Simmewehr ist auch ein typisches Wanderhindernis für Fische. Und die BKW selbst plant bereits seit Jahren dessen Rückbau, um die Auflagen zur Fischgängigkeit zu erfüllen (siehe die BKW-Webseite, Rubrik über uns… oder Suche Simmewehr)
Hanspeter Güntensperger selbst hatte jahrelang als Präsident der Pachtvereinigung Spiez mit Problemen rings um die Fischgängigkeit zu kämpfen. Seiner Meinung nach muss hier mit allen Beteiligten eine Lösung gesucht werden. Ein guter Kompromiss sei ja die Lösung, mit der beide Parteien nicht ganz zufrieden seien. Im Moment ist die Gewässerrichtplanung der Simme blockiert, weil mehrere Gemeinden die Mitarbeit pausieren.
Im Weiteren ging es um ein exotisch anmutendes Thema: die Wiederansiedlung des Lachses in der Schweiz. Dieser sehr beliebte Speisefisch wird im Moment in riesigen Mengen in Fischfarmen u.a. in Norwegen produziert. Und trotz asc-Label gibts da bereits unschöne Details zu Antibiotika-Verbrauch und allen möglichen Zusatzstoffen. Klar, der Hunger nach Lachs auf dem Esstisch ist da, doch wenn man hört, dass es gar nicht so gesund sei, solche Fische zu essen …?
Diese Lachsrückkehr in die Schweiz erfordert natürlich eine grosse Bemühung zur Verbesserung der Schweizer Gewässer! Nun, der Natur als solches täte es allemal gut. Bei diesen Wetterkapriolen, die da noch auf uns zukommen, sind wir mit naturnahen Flussauen am besten bedient. Da fehlt vielleicht dem Landwirt daneben ein Streifen Land, doch bei Dürre erntet er dort in Flussnähe immer noch Futter und bei Hochwasser «schluckt» der Auwald ganz selbstverständlich einige Wassermengen.