Weltcuprennen in Wengen
Franjo von Allmen Dritter im Super-G in Wengen: «Als Schweizer Fahrer am Lauberhorn zu fahren und hier stehen zu können, macht einfach Spass!»
Vom 16. bis 18. Januar haben in Wengen die legendären Lauberhornrennen stattgefunden. Am Freitag fiel die erste von drei Entscheidungen: Programmgemäss fand der Super-G statt, bei welchem der Boltiger Franjo von Allmen am Start stand – und bis zum Schlussteil um den Sieg mitkämpfte.
Das Super-G-Podest am Freitag mit Sieger Giovanni Franzoni aus Italien vor dem Österreicher Stefan Babinsky und dem Boltiger Franjo von Allmen auf Rang drei.
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Das Ziel-S gelang dem 24-Jährigen jedoch nicht wunschgemäss und trotzdem reichte es dem Simmentaler hinter Sieger Giovanni Franzoni aus Italien und lediglich zwei Hundertstel hinter dem Österreicher Stefan Babinsky zum starken dritten Rang.
Kamera abgeräumt und Abfahrtspodest knapp verpasst
Auf der verkürzten Lauberhorn-Abfahrt war am Samstag der Kampf um den 3. Rang ebenfalls ein Hundertstelkrimi, den Franjo von Allmen allerdings verlor: Der 24-Jährige war einmal mehr spektakulär unterwegs und erlebte im Kernen-S eine Schrecksekunde. Den Sturz verhinderte er zwar, mit einem Ski fuhr er aber über die Werbebande und räumte eine Kamera ab. «Ich hoffe, dass die Kamera kaputt gegangen ist», spasste er am Abend bei der Siegerehrung. Auf die gespielte Empörung von SRF-Moderator Paddy Kälin erwiderte von Allmen augenzwinkernd: «Na, wenn sie mir die in den Weg stellen.»
Nach diesem Riesenfehler lag Franjo von Allmen dennoch lange auf Podestkurs – schliesslich fehlten dem Boltiger winzige drei Hundertstel für den Sprung aufs Podest – Vortagessieger Giovanni Franzoni schnappte ihm mit der recht hohen Startnummer 28 noch den dritten Rang weg. Gewonnen wurde die Abfahrt von Marco Odermatt, der mit acht Zehnteln Vorsprung auf den Österreicher Vincent Kriechmayr einmal mehr eine beeindruckende Fahrt und seine unglaubliche Stärke gezeigt hatte.
Überwältigt von der Kulisse
Doch Franjo blieb trotz des undankbaren vierten Schlussrangs für Hunderte von angereisten Franatikern und Tausenden von Schneesportanhängern der Athlet des Tages: Mit der abgeräumten Kamera und seinem Sturz im Zielraum fuhr er sich gar noch tiefer in die Herzen seiner Fans. Und wurde bei der abendlichen Siegerehrung mitten in Wengen ähnlich laut bejubelt wie Sieger Marco Odermatt. Der Lokalmatador aus Boltigen zeigte sich denn auch überwältigt von der Zuschauerkulisse: «Wenn ich hier so in die Menge schaue, ist es einfach nur schön. Als Schweizer Fahrer am Lauberhorn zu fahren und hier stehen zu können, macht einfach Spass.»
Mit dem Haslitaler Marco Kohler auf Rang 13 sowie Lars Rösti vom Skiclub St. Stephan auf Rang 30 gab es bei der diesjährigen Lauberhorn-Abfahrt erfreulicherweise für drei BOSV-Athleten Weltcuppunkte. Zwischenzeitlich ist der Weltcuptross bereits Richtung Kitzbühel gezogen, wo die Berner Oberländer Athleten am Hahnenkamm kommendes Wochenende hoffentlich weitere tolle Ergebnisse herausfahren werden.