«berneroberland.Dialog» von der Volkswirtschaft Berner Oberland
Der Magic Pass als Transformationsmodell
«berneroberland.dialog» ist ein neues Veranstaltungsformat der Volkswirtschaft Berner Oberland zur Vernetzung und zum Austausch in Wirtschaft, Bildung und Kultur. Der erste Anlass fand im Landhaus Saanen statt. Matthias In-Albon, CEO der Bergbahnen Destination Gstaad hielt ein Referat zum «Magic Pass als Transformationsmodell». Er gab einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen in diesem Winter.
Matthias In-Albon zeigte den Anwesenden, wie das Geschäftsmodell Magic Pass diesen Winter abgeschnitten hat.
Am letzten Donnerstag, 19. März eröffnete Carlos Reinhard, Präsident der Volkswirtschaft Berner Oberland den Anlass mit einigen eindrücklichen Zahlen zum Saanenland. Im Zentrum der Veranstaltung stand das Referat von Matthias In-Albon. Er zeigte auf, was die erste Saison seit der Einführung des Magic Pass für die Bergbahnen für Auswirkungen hatte und was für eine Idee hinter dem Magic Pass steht.
Magic Pass als Geschäftsmodell
Matthias In-Albon erklärte, dass der Magic Pass nicht einfach ein weiteres Produkt des Skigebietes ist, sondern dass mit der Einführung auch ein Geschäftsmodellwechsel stattgefunden hat. Die Bergbahnen wechselten damit vom klassischen Verkauf einzelner Tages- oder Mehrtageskarten hin zu einem Abomodell mit Vorverkauf, höherer Kundenbindung und besser planbarer Grundauslastung.
In seinen Erklärungen zeigte In-Albon auf, dass nicht nur Produkte, sondern Geschäftsmodelle die Zukunft bestimmen. Als typische Beispiele nannte er bekannte Marken wie Spotify, Microsoft 365, Netflix, Hello Fresh oder eben den Magic Pass. Diese Firmen wechselten vom Einzelverkauf zum günstigen Abomodell. Der Magic Pass wird im Frühling gekauft. Der Kunde erhält für relativ wenig Geld ein Produkt, dass er dann ein ganzes Jahr nutzen kann.
Hohe Fixkosten,
wenige Spitzentage
Die Bergbahnen haben hohe Fixkosten, die unabhängig der Gäste gedeckt werden müssen. Ebenso haben sie während der Saison eine grosse Abhängigkeit vom Wetter, das nicht beeinflusst werden kann.
«Wichtig ist in diesem Zusammenhang die klare Abgrenzung zwischen dem ehemaligen Top4 und Magic Pass. Es handelt sich nicht um zwei ähnliche Produkte, sondern um zwei grundlegend unterschiedliche Modelle», erklärte In-Albon. «Das Top4 war primär ein Vielfahrer-Abo. Der Magic Pass ist dagegen ein Convenience-Produkt, das deutlich mehr Menschen anspricht.»
Strategisch entscheidend ist dabei nicht nur der direkte Erlös, sondern die Veränderung des Gästeverhaltens: Ziel ist es, den klassischen Tagesgast zum Saisongast zu machen.
Bei teureren Abopreisen brechen als Erstes die städtischen Gäste weg. Mit einem günstigeren Preis können daher viel mehr Gäste angesprochen werden, die nicht so oft fahren, aber sich trotzdem gerne ein Saisonabo kaufen möchten. Dies sind auch sehr viele Senioren, die zwar noch gerne Ski fahren, aber halt nicht mehr so oft wie früher und so, dass sich ein Saisonabonnement lohnte. Der Magic Pass macht damit aus gelegentlichen Gästen regelmässige Nutzer, die an möglichst vielen Betriebstagen zusätzliche Frequenz erzeugen.