«Zrügg id Zuekunft» – Fasnachts-Neustart mit Herzblut
Nach einer angekündigten Pause kehrte die Diemtigtaler Fasnacht mit neuem Vorstand, frischem Elan und einem Motto zurück, das perfekt zur Situation passte: «Zrügg id Zue-kunft». Vom 13. bis 15. März 2026 verwandelte sich Oey wieder in ein farbenfrohes Fasnachtsdorf – getragen von Tradition, Gemeinschaft und einem Team, das die fünfte Jahreszeit mit viel Leidenschaft weiterführen will.
Von Michael Schinnerling
Diemtigtaler Fasnacht 2026
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Sujets der Diemtigtaler Fasnacht 2026: Kreative, farbenfrohe Umsetzungen entlang des Umzugs
Schon am frühen Samstagmittag lag ein Kribbeln in der Luft von Oey. Es war dieses besondere Fasnachtsgefühl, dass man nicht erklären musste, weil es alle kannten, die hier aufgewachsen waren oder seit Jahren mitfeierten: Ein Mix aus Vorfreude, Dorfstolz und dem Wissen, dass gleich wieder etwas typisch Diemtigtalerisches passierte – bodenständig, herzlich, laut und liebevoll chaotisch.
«Zrügg id Zuekunft»
Unter dem Motto «Zrügg id Zuekunft» setzte der neue Vorstand der Diemtigtaler Fasnacht ein Zeichen. Nach der angekündigten Pause war klar: Die Fasnacht lebte – und wie! Die Traditionen blieben, aber der Blick richtete sich mutig nach vorne. Raumfahrer, Skifahrer, Feen und kleine Monster mischten sich unter die Menschen, als wären sie schon immer Teil des Dorfbildes gewesen. Kinder mit glitzernden Wangen rannten über den Schulhausplatz, während beim Kinderschminken grosse Freude herrschte.
Um 14.07 Uhr setzte sich der Umzug in Bewegung. Die ersten Trommelschläge der Chäslochbrätscher hallten über den Bahnhofplatz, dicht gefolgt von den Houzbrügg-Fägern, den Guggemotzern, den Kulturschockern und all den anderen Formationen, die das Dorf für einen Nachmittag in ein vibrierendes Klangmeer verwandelten. Zwischen den Guggen tauchten die fantasievollen Kostümgruppen auf: Raumfahrer mit silbernen Helmen, Feen mit flatternden Flügeln, kleine Monster mit übergrossen Augen und natürlich die Skifahrer, die das Diemtigtal nie verleugnet hätten. Die Zuschauer standen dicht gedrängt entlang der Strasse, winkten, lachten, filmten, und immer wieder hörte man dieses typische «Lueg mau!», wenn ein besonders gelungenes Kostüm vorbeizog.
Der Umzug endete, wo er begonnen hatte: am Bahnhof. Doch die Stimmung blieb auf dem Festgelände noch lange hoch.
Guggenpower und Dorfgefühl
Kaum war der letzte Wagen eingerollt, übernahmen die Guggen die Bühnen. Nonstop-Musik, die man nicht nur hörte, sondern im Brustkorb spürte. Die Kinder stürmten zum Zvieristand beim Ping-Pong-Tisch, während die Erwachsenen zwischen Bar, Festwirtschaft und Schulhausplatz pendelten. Um 17 Uhr füllte sich die Turnhalle zur Kostümprämierung. Kinder standen aufgeregt in Reihen, Erwachsene lachten über ihre eigenen Kreationen, und die Jury, gut sichtbar beim Tourismusbüro, hatte längst ihre Favoriten im Blick. Es war einer dieser Momente, in denen man spürte, wie viel Herzblut im Dorf steckte. Wie viele Stunden genäht, gebastelt, geschraubt und geprobt worden waren. Wie sehr die Fasnacht verband.
Die Besucher waren voll des Lobes und freuten sich, dass «ihre» Fasnacht weiterlebt. Auch Thomas Klossner ist das Vereinsleben enorm wichtig: «Es stärkt den Zusammenhalt und das soziale Gefüge in unserer Gesellschaft», brachte es der Gemeinderatspräsident von Erlenbach auf den Punkt.
Diemtigtaler Fasnacht 2026
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Sujets der Diemtigtaler Fasnacht 2026: Kreative, farbenfrohe Umsetzungen entlang des Umzugs