Kulturpolitik braucht Augenmass: Nein zum Kunstmuseumskredit

Von Hans Schär

Im Kanton Bern fliesst bereits heute sehr viel öffentliches Geld in den Kulturbereich. Kunstmuseum Bern, Zentrum Paul Klee, Historisches Museum, und weitere Institutionen werden mit namhaften Beiträgen unterstützt. Dazu kommen Projektgelder, Infrastrukturkosten und immer neue Ausbaupläne. Neu ist auch ein ganzes Museumsquartier im Gespräch.

Gerade deshalb erstaunt es, mit welcher Selbstverständlichkeit nun erneut Millionenbeträge gefordert werden. Beim Projekt «Eiger» fürs Kunstmuseum Bern geht es zunächst um einen Projektierungskredit von 15,7 Millionen Franken. Insgesamt stehen aber weit höhere Summen im Raum, aktuell 147 Millionen. Gleichzeitig bestehen weiterhin offene Finanzierungsfragen.

Besonders problematisch ist: Kaum jemand hat noch den vollständigen Überblick darüber, wie viel Geld insgesamt bereits in diese Kulturlandschaft fliesst – und welche langfristigen Verpflichtungen daraus entstehen.

Genau deshalb braucht es jetzt eine kritische Diskussion über Prioritäten, Transparenz und Verhältnismässigkeit.

Kultur ist wichtig. Aber Kulturpolitik darf nicht bedeuten, dass immer grössere Prestigeprojekte automatisch als alternativlos dargestellt werden. Der Kanton Bern steht auch in anderen Bereichen vor grossen finanziellen Herausforderungen. Umso wichtiger ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern.,

Grossrat (FDP), Schönried

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Erstellt:
04.06.2026, 00:00 Uhr
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