Wir freuen uns auf die Rennerfolge – aber wichtig ist auch das Vereinsleben

Wir freuen uns auf die Rennerfolge – aber wichtig ist auch das Vereinsleben

Christian Teuscher, Präsident des Skiklubs Boltigen.

Christian Teuscher, Präsident des Skiklubs Boltigen.

Der Altersunterschied von Franjo zu Christian beträgt 13 Jahre. Das bedeutet, dass er Franjo nicht aktiv in der JO kennenlernte, dazu war Franjo noch zu klein. Trotzdem ist Franjo auch Christian Teuscher schon sehr früh aufgefallen: «Per Zufall war ich mit meiner Frau bei einem Schülerskirennen und beobachtete von einer Hütte aus, wie jemand in rasantem Tempo den Hang hinunterfuhr. Natürlich kannte ich Franjo damals schon, aber an diesem Tag ist er mir zum ersten Mal so richtig als schneller Skifahrer aufgefallen», erinnert sich Teuscher.

Als Christian Teuscher Präsident des Skiklubs Boltigen wurde, trainierte Franjo schon im NLZ, aber seine guten Resultate waren natürlich im Klub immer ein Thema. Als Christian Teuscher selber noch als Kind in der JO war, war der Skiklub Boltigen sehr gut aufgestellt. Auch zu Franjos Zeiten gab es ein starkes Team, das die Jungen trainierte. Christian übernahm das Präsidium nach dem Wegzug des langjährigen Präsidenten (2013–2020) Peter Josi. Damals hing die Zukunft des Skiklubs an einem seidenen Faden. Es gab einen Interimspräsidenten und ein paar Jugendliche, die Freude am Skifahren hatten, aber regelmässige JO-Trainings gab es nicht mehr. Bis Christian dann einen Anruf vom Interimspräsidenten bekam, ob er nicht helfen würde. In Absprache mit dem ehemaligen Präsidenten Peter Josi trommelte er ein paar Leute zusammen und rief den neuen Vorstand ins Leben. Sie mussten fast bei Null anfangen, konnten das Klubleben aber schnell wieder hochfahren.

Etwa zur gleichen Zeit wurde Franjo 2021 Junioren-Schweizermeister und nur ein Jahr später gewann er an der Alpinen Junioren-WM in Abfahrt, Super-G und Kombination 3-mal Silber.

Trotzdem wollten nun nicht alle Kinder auf einmal Skifahren. Christian Teuscher findet es schön, dass der Klub in den letzten Jahren nicht überrannt wurde: «Wir hatten schon seit dem Wiederaufbau viele Kinder, die Freude am Skifahren hatten. Natürlich gab es einen kleinen Zuwachs und darüber freuen wir uns auch, aber es machen immer noch Kinder in der JO mit, die Spass am Skifahren haben.» Der Skiklub Boltigen kämpft wie die anderen Skiklubs auch damit, Nachwuchs zu finden – das ist eine stetige Aufgabe. Wenn möglich finden die JO-Trainings immer noch auf dem Jaunpass statt. Dabei werden die Kinder aber auch richtig gefordert, denn sie haben dreimal pro Woche Training: Am Dienstagabend vor allem die Lizenzfahrer (etwa vier bis fünf Kinder), am Mittwochnachmittag, die Rennkids (zehn bis zwölf) und Samstagnachmittag kommen dann auch alle anderen dazu. Wegen der Schneesicherheit hat der Klub sich ein Netzwerk geschaffen, um mit anderen Klubs zusammen zu trainieren. Früher trainierten sie dienstags an den Hublen in Gstaad, seit zwei Jahren fahren sie ans Wiriehorn. Auch zu den Skiklubs Oberwil und Lenk haben die Boltiger gute Kontakte.

Die JO-Kinder freuen sich immer auf einen Besuch ihres Idols. So auch am letzten Silvester, als Franjo mit den Kindern einen Vormittag auf den Lenker Skipisten verbrachte. Christian findet solche Begegnungen sehr schön. Die Kinder fallen dann nicht direkt über Franjo her, sondern haben die Möglichkeit, mit ihm Zeit zu verbringen. Christian ist überzeugt, dass solche Begegnungen für Franjo nicht nur Pflichtauftritte sind. Generell freut sich der Präsident über zukünftige Rennfahrer, die Klub-Philosophie soll aber die Freude am Wintersport sowie am Vereinsleben sein. Damit die JOler nach der Schulzeit nicht ganz den Kontakt verlieren, haben die drei ältesten JO-Kinder die Aufgabe, drei Sommeranlässe zu organisieren, wo alle wieder zusammenkommen. So erhalten sie eine Aufgabe, die den Zusammenhalt stärkt.

3-Stunden-Rennen auf
dem Jaunpass

Christian Teuscher wollte sich gerade mit seinem Junior auf den Weg zum 3-Stunden-Rennen auf dem Jaunpass machen, denn sein Sohn wollte mit einem Kollegen starten. Auf dem Weg zum Auto bekam er einen Anruf, dass Franjo noch Konkurrenz brauchen würde. Christian lachte über diese Einladung und meinte, er könne schon kommen, sie müssten ihm aber noch einen Teampartner organisieren. «Natürlich lief ich sofort zurück, machte noch kurz meine eigenen Ski fertig, lud das Auto voll – und ab ging es auf den Jaunpass», erzählt er. «Wir waren schon etwas spät dran, aber es reichte gerade noch.» Zusammen mit Mika Klossner ging er an den Start. Gerade solche Begegnungen sind natürlich für die Kameradschaft wichtig. «Am liebsten würde ich mit Franjo sehr viel übers Skifahren reden, denn es interessiert mich sehr, wie es so bei ihm läuft. Aber ich versuche, mich da etwas zurückzuhalten und eher über andere Themen zu sprechen. So schätzt Franjo es zum Beispiel sehr, wenn wir vom Motorsport reden», meint Christian lachend.

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Erstellt:
05.06.2026, 10:23 Uhr
Lesedauer: ca. 3min 23sec
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