Olympische Winterspiele Milano Cortina 2026

3× am Start – 3× Gold! Franjo von Allmen schaffte Historisches

Es geht wie «Anke achi»: Franjo von Allmen hat das schier Unmögliche möglich gemacht und von den Olympischen Winterspielen Milano Cortina aus Bormio die bestmögliche Ausbeute mit nach Hause gebracht: 3× am Start und 3× Gold! Für Boltigen mehr als Grund genug, seinen Goldjungen in der Heimat gebührend zu feiern und mit einer weiteren «Franjo-Fete» durchzustarten. In dem sind auch die Boltiger zwischenzeitlich olympiawürdig – und festsicher. Und ihr «Nöggu» machte voller Freude mit.

Von Luzia Wyssen

Kleine und grosse Fans feierten in Boltigen ihren Goldjungen Franjo von Allmen.

Kleine und grosse Fans feierten in Boltigen ihren Goldjungen Franjo von Allmen.

Vergangenen Freitag, 20. Februar war es so weit: Die Anzeigetafel im Spiezer Bahnhof zeigte eine ganz spezielle Information an: «Gratulation Olympiasieger Franjo von Allmen». Pünktlich um 16.48 Uhr fuhr der Extrazug für die Franatiker los – die Zusteigenden waren in Spiez noch überblickbar. Mit jedem Stopp, der den Zug näher zu Boltigen brachte, füllten sich die Waggons jedoch unweigerlich. Und so kamen in Wimmis, Oey-Diemtigen, Erlenbach und Därstetten eine ganze Menge Franatiker zusammen, die sich unwillkürlich dem Ort des Geschehens – dem Place to be – Reidenbach im Simmental näherten. Aus Richtung oberes Simmental kamen ebenfalls zahlreiche Franjo-Fans – vermutlich sind noch nie so viele Menschen gleichzeitig auf dem Weg nach Reidenbach gewesen. Denn dort ist einer – in etwas erhöhter Lage – zu Hause, der in den letzten Wochen die ganze Sportwelt in Staunen versetzt und Sportgeschichte geschrieben hat.

Franjo Superstar –
daheim einfach der «Nöggu»

Franjo von Allmen vorzustellen wäre Wasser in die Simme getragen. Selbst bei meinem Aufenthalt in Bormio eine Woche nach seinen goldbringenden Erfolgen wusste in Italien jedermann, wer Franjo ist – Nachname überflüssig.

Und so wurde nun – noch vor Abschluss der Olympischen Spiele – der wohl bekannteste – und auf den Ski bestimmt der schnellste Boltiger Bürger in seinem Heimatort willkommen geheissen, geehrt und gefeiert. Und darin sind die Boltiger bereits extrem routiniert: Was mit der Feier der drei Silbermedaillen an der Junioren-WM 2022 in Panorama im noch überschaubaren Mehrzweckraum neben der Turnhalle begann, hat sich mit dem Doppelweltmeistertitel von vergangenem Jahr und dem Triple-Olympiagold von Mitte Februar in eine Dimension gesteigert, die ihresgleichen sucht.

Gemeinderatspräsident Alain Poschung konnte die letztjährige WhatsApp-Gruppe, aus der sich erfreulicherweise niemand verabschiedet hatte, aktivieren und schon kam die organisatorische Geschichte ins Rollen: Und lediglich neun Tage nach Franjos Gewinn des dritten Olympiagoldes im Super-G in Bormio stand Boltigen, das Simmental, ja das ganze Berner Oberland Kopf, liess alles stehen und liegen und feierte mit dem Olympiasieger – so, wie es sich gehört und als gäbe es kein morgen – ganz unter dem Motto: «Hüt gömer z’Bode!»

Tausende von Menschen pilgerten Richtung Reidenbach – der Verkehr kam arg ins Stocken und die guten Geister im Verkehrsdienst hatten alle Hände voll zu tun: Pünktlich zum angesagten Termin um 18.00 Uhr war das 2000 Personen fassende Festzelt auf dem Schulhausplatz Reidenbach zum Bersten voll – draussen blickten alle, die keinen Platz mehr fanden, gebannt auf den Grossbildschirm, der das Geschehen auf der Bühne live übertrug und so auch für die draussen eine Nähe zu ihrem Superstar schaffte. Und schon stand Rainer Maria Salzgeber auf der Bühne, begrüsste und moderierte die nächsten Stunden, die vollumfänglich einem Mann gewidmet waren:

Dem dreifachen Olympiasieger Franjo von Allmen!

Als dieser in seiner rot-weissen Schweizer Delegationsjacke lachend und mit erhobenen Armen auf die Bühne trat, war erstmals ein unbeschreiblicher Radau – Dezibelmesser hätte es vermutlich eine Weile lang beinahe «erhudlet». Franjo strahlte in die Menge und genoss den Moment und das Fahnenmeer: seine Feier, seine Heimat, seine Menschen.

Franjo strahlte ebenso, als ihm Moderator Salzgeber die drei Goldmedaillen um den Hals hängte – oder als ihm Boltigens Gemeindepräsident Albert Wampfler eine (weitere) Ehrenurkunde übergab – sowie als ihm Stefan Binggeli von Swiss-Ski einen Gutschein für einen Flug mit der Swiss, der ziemlich weit gehen könne, überreichte.

Und der 24-Jährige strahlte auch mit den Boltiger JO-Kids um die Wette, denen er vor knapp zehn Jahren selbst noch angehört hatte. Auch mit den Schulkindern rund um seine ehemalige Lehrerin Brigitte Ramseier, die ihm zu Ehren einen eindrücklichen Songtext geschrieben und diesen mit bekannten Schweizer Melodien unterlegt hatte: «Der Fraaaaa-njo vo Boltige isch schnäll wie ne Blitz, das Talänt, hesch das gseh wie patänt?», sangen die Boltiger Schulkinder voller Inbrunst.

Ja, die offizielle Olympia-Party war durchaus Franjo-würdig, unterlegt von Blasmusik der Musikgesellschaft Boltigen, gefolgt von DJ Mesa und Schocco Rocco – live on stage – während des Festbetriebs, der in Reidenbachs Nachtlokalen so richtig «z’Bode» ging. Wetten, dass dafür die Franatiker-Zahlen weiterhin in die Höhe schnellen – aktuell steht der Index bei rund 1600 Franatikern, wie Chef-Franatiker Sandro Siegenthaler schmunzelnd bekannt gab.

Das lang ersehnte Eintreffen von Franjo von Allmen im Festzelt: Die JO-Kids vom Skiklub Boltigen waren ganz nah bei ihrem Star – bei ihrem Franjo.

Das lang ersehnte Eintreffen von Franjo von Allmen im Festzelt: Die JO-Kids vom Skiklub Boltigen waren ganz nah bei ihrem Star – bei ihrem Franjo.

Franjo schlagfertig im Interview mit Moderator Rainer Maria Salzgeber.

Franjo schlagfertig im Interview mit Moderator Rainer Maria Salzgeber.

Mit dem Franjo-Express ging es auf die Fahrt von Spiez Richtung Boltigen.

Mit dem Franjo-Express ging es auf die Fahrt von Spiez Richtung Boltigen.

Ein neues Ortschild für Boltigen?

Ein neues Ortschild für Boltigen?

Auf grossen Bildschirmen konnte der Auftritt von Franjo von Allmen draussen im Schulhof und im Zelt bei der Reidenbach-Kurve live mitverfolgt werden.

Auf grossen Bildschirmen konnte der Auftritt von Franjo von Allmen draussen im Schulhof und im Zelt bei der Reidenbach-Kurve live mitverfolgt werden.

© Jocelyne Page

Alle sollten Platz finden: ein weiteres Fanlokal mit Public Viewing in der Reidenbach-Kurve.

Alle sollten Platz finden: ein weiteres Fanlokal mit Public Viewing in der Reidenbach-Kurve.

Mit dem Handy für die Ewigkeit.

Mit dem Handy für die Ewigkeit.

© Jocelyne Page

Die Boltiger sind stolz auf ihren Franjo.

Die Boltiger sind stolz auf ihren Franjo.

Den Moment mit dem dreifachen Olympiasieger Franjo von Allmen festhalten.

Den Moment mit dem dreifachen Olympiasieger Franjo von Allmen festhalten.

© Jocelyne Page

Der Weg war sehr gut ausgeschildert.

Der Weg war sehr gut ausgeschildert.

Begrüssung am Bahnhof Boltigen.

Begrüssung am Bahnhof Boltigen.

Gespräch unter Freunden: Franjo mit Skiklub-Präsi Chrigel Teuscher und Salzi.

Gespräch unter Freunden: Franjo mit Skiklub-Präsi Chrigel Teuscher und Salzi.

Die Boltiger Schulkinder sangen unter der Leitung von Lehrerin Brigitte Ramseier den «Olympiasong füre Franjo», welcher im Hintergrund andächtig zuhörte…

Die Boltiger Schulkinder sangen unter der Leitung von Lehrerin Brigitte Ramseier den «Olympiasong füre Franjo», welcher im Hintergrund andächtig zuhörte…

…derweil seine drei Olympia-Goldmedaillen für eine Weile Pause hatten.

…derweil seine drei Olympia-Goldmedaillen für eine Weile Pause hatten.

Unbeschreiblicher Jubel und Franatiker-Fahnen, so weit wie das Auge reicht.

Unbeschreiblicher Jubel und Franatiker-Fahnen, so weit wie das Auge reicht.

Boltigens Gemeindepräsident Albert Wampfler übergab Franjo von Allmen eine (weitere) Ehrenurkunde.

Boltigens Gemeindepräsident Albert Wampfler übergab Franjo von Allmen eine (weitere) Ehrenurkunde.

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Erstellt:
05.06.2026, 10:23 Uhr
Lesedauer: ca. 3min 12sec
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