Nein zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!»

Von Martin Hefti, Schönried

Weil wir uns damit selbst am meisten schaden. Ich habe die Bevölkerungszahlen der Jahre 2000 und 2024 verglichen. Im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen ist das Bevölkerungswachstum in diesen 24 Jahren gerade mal 1,34%. Die Gemeinde Zweisimmen und die Gemeinden im Saanenland wachsen leicht, während die restlichen schrumpfen. Das gleiche Bild zeigt sich im Niedersimmental, wo alle Gemeinden Einwohner verlieren, ausser Diemtigen und Wimmis.

Mit der Annahme der Initiative wird die Entvölkerung unserer Region noch beschleunigt, das heisst weniger Poststellen, Läden, Restaurants, Schulen usw.

Was die in der Initiative verlangte Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU bewirkt, zeigt sich in Grossbritannien mit dem «Brexit» von 2020. Das Bruttoinlandprodukt «BIP» hat sich dort um über 10% reduziert, das heisst weniger Verdienst und höhere Arbeitslosigkeit. Zudem ist der Ausländeranteil in Grossbritannien seit dem Brexit um 2% gewachsen. Die Staatskassen sind leer und das öffentliche Gesundheitswesen taugt nichts mehr.

Das Gesundheitswesen wurde auch bei uns, durch die bürgerlichen Mehrheiten im Regierungs- und Grossrat, schon spürbar abgebaut, aber mit dieser Initiative beschleunigen wir den Prozess noch weiter, weil Gesundheitspersonal fehlen wird.

Landwirtschaftliche Produkte wie Milch, Käse, Fleisch usw. werden durch die Initiative noch mehr unter Druck kommen, da die Löhne sinken werden. Zudem werden in den Sozialversicherungen mit weniger Arbeitnehmenden die Renten und Beiträge reduziert werden müssen. Die Schere zwischen Arm und Reich wird weiter aufgehen.

Zum Artikel

Erstellt:
21.05.2026, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 43sec
Kommentare