Schliessung der Geburtenabteilung im Spital Zweisimmen
Vater zu werden, ist eines der schönsten Erlebnisse, das Mann erfahren darf. Ein neues Leben in den Händen zu halten und die ersten Momente in vollen Zügen geniessen zu können, grenzt fast an ein Wunder. Zwar ist der Vater oft Gefühlen ausgeliefert, vielleicht etwas überfordert und vor allem hilflos der gebärenden Frau gegenüber. Beruhigend ist die fachliche, kompetente Betreuung der Hebammen und Frauenärzte, die versuchen, die erschöpften Eltern und das Kind fürsorglich zu betreuen. Mit gutem Zureden, Mithelfen von Atmungsübungen und Händedrücken bleibt dem Mann wohl nicht viel anders übrig und er hofft, dass das kleine Wunder bald die Welt erblickt und gesund und munter der Mutter auf die Brust gelegt werden kann.
Auch wenn vom Verwaltungsrat STS AG künftig Familienzimmer und ähnliche Angebote in Thun erzählt/angeboten werden, ist es unrealistisch, ein solches Zimmer zum richtigen Zeitpunkt zu beziehen und eine obgenannte natürliche spontan-Geburt zu erleben. Geplante Geburten mit Kaiserschnitt oder Einleitung sind die Folge und es wird nicht auf Körper und Kind Rücksicht genommen.
Die Kosten werden abgewälzt, ein Helikopter-Einsatz (sofern möglich) oder Ambulanz bei Komplikationen verursacht hohe Kosten, die auch bezahlt werden müssen. Tägliche Besuche von Vater, Geschwister, Familie und Freunden bei Mutter und Kind in Thun ist wohl auch sehr ökologisch und zeitlich belastend. Weiter ist die Geburtenabteilung in Thun schon zum heutigen Zeitpunkt recht ausgelastet und einer Umlagerung der Geburten von Zweisimmen nicht gewachsen! Mit unserer Simmentalstrasse sind wir sehr eingeschränkt und die Fahrt sehr abhängig vom Verkehr. Noch am gleichen Tag nach der Botschaft über die Schliessung der Geburtenabteilung war die Simmentalstrasse einige Zeit gesperrt, eine gute Woche später bestand stockender Kolonnenverkehr wegen eines Unfalls. So ist es nicht selten, dass Hindernisse die Fahrt erschweren. Nun mit einer Frau in Wehen und einem gestressten Fahrer nach Thun zu rasen ist unzumutbar für alle Beteiligten und darf nicht einfach in Kauf genommen werden! – In der Feuerwehr z.B. werden Hilfs- bzw. Rettungsgegenstände angeschafft, die glücklicherweise vielleicht nie im Ernstfall eingesetzt werden müssen, oder, wenn nur ein Menschenleben gerettet wird, hat sich die Anschaffung gelohnt. Mit der Schliessung der Geburtenabteilung mit immerhin über 120 Geburten in Zweisimmen nehmen die Verantwortlichen gefährliche Autofahrten rücksichtslos in Kauf und gefährden Leben.
Investitionen von 30 Millionen sind sehr erfreulich, doch dürfen wir uns von dieser Zahl nicht blenden lassen. Der Bevölkerung von Zweisimmen wurden von einer anderen Institution schon einmal Investitionen versprochen, diese wurden jedoch bis heute nicht ausgeführt! Eine Schliessung der Geburtenabteilung dürfen wir keinesfalls einfach nur zur Kenntnis nehmen und akzeptieren!!! – Wir brauchen nicht Studien in Auftrag zu geben, wie wir unser Dorf familienfreundlich gestalten können und sehen jetzt über solche Entscheide hinweg – HIER entsteht Familienleben! Mit einer Geburtenabteilung in Zweisimmen sind wir familienfreundlich und angenehmer Wohnort für junge Leute in der Region!
Daher wollen wir unsere aktiven Grossräte, Politiker, Hebammen und Frauenärzte, Mütter und Väter unterstützen und unseren Jungen und zukünftigen Eltern eine angemessene Zukunft mit wunderbaren, unvergesslichen Geburten in Zweisimmen sichern! Patrick Schmid-Hehlen, Zweisimmen