Elterntagung zu Kommunikation und Resilienz in Lenk

330 Teilnehmende, vier Sprachen, ein umfangreiches Aktivitätsprogramm und vielfältige Workshops – die Elterntagung an der Lenk versammelte Menschen aus der ganzen Schweiz.

Von Charlotte Engstad

Gemeindepräsident René Müller hiess die Teilnehmenden in Lenk willkommen.

Gemeindepräsident René Müller hiess die Teilnehmenden in Lenk willkommen.

© Charlotte Engstad

Die Elterntagung der Schweizerischen Vereinigung der Eltern hörgeschädigter Kinder (SVEHK) fand vom 23. bis 25. Oktober an der Lenk unter dem Titel «Es braucht ein ganzes Dorf: Stärken, Begleiten, Loslassen» statt.

Im Fokus standen Menschen und Strukturen, die Familien im Alltag unterstützen. Referate und Workshops wurden simultan in Gebärdensprache, Französisch, Italienisch und Deutsch übersetzt sowie durch Untertitelung und ergänzte Lautsprache zugänglich gemacht. Insgesamt nahmen 330 Personen, darunter 67 Familien, teil.

Kommunikation statt Verstecken

Viele würden zudem die sogenannte Verstecktaktik anwenden und verbergen, dass sie etwas nicht verstanden hätten: Mitlachen, scheinbar interessiert zuhören oder das einzige aufgeschnappte Wort packen und dann über dieses Thema einen Monolog halten, was zu Irritationen oder Spott führen könne. «Damit entsteht der Eindruck, dass alles verstanden wurde und dass es keine Probleme gibt. Die Verstecktaktik ist aber als Notfallkoffer zu betrachten, den man nur selten einsetzen sollte. Es ist eine künstliche Kommunikation, die nichts ändert: Der Mensch mit Hörverlust hat Stress und muss sich beim Verstehen anstrengen, die Hörenden sind unsicher und verhalten sich ungünstig.»

Die Referentin teilte eine Erinnerung aus dem Musikunterricht in der Schule. Die Eltern hatten ihr gesagt, sie höre mit ihrem Hörgerät wie alle anderen. In Wirklichkeit hörte sie jedoch nur tiefe Töne. Als sie im Unterricht ein Lied auf Englisch vorsang, schwieg die Klasse betreten, und sie erhielt die Note 3. Petra Blochius betonte: «Das Ziel ist eine bessere Kommunikationstechnik: Weniger Stress bedeutet mehr Verstehen. Zum Beispiel kann man im Schulzimmer die akustischen und optischen Verhältnisse verändern.

Weitere Empowerment-Tipps sind die Aufklärung des sozialen Umfelds, der Kontakt zu anderen Betroffenen, die gemeinsame Suche nach Lösungen, das Reflektieren von Erlebnissen sowie das Fördern von Interessen und Stärken, um damit Erfolge zu ermöglichen. Auch der Nachteilsausgleich ist ein wichtiges Element.»

Raum für Abkopplung
und Austausch

Auf dem Marktplatz im Hotel Kreuz gab es eine Vielzahl von Ständen mit Informationen zu Organisationen, Beratungsangeboten und technischen Hilfsmitteln. Die Kinder und Jugendlichen waren in altersgemässe Gruppen eingeteilt. Aktivitäten vom Basteln und Spielen bis zu Futsal, Bouldern und Schnitzeljagd standen auf dem Programm. Geleitet wurden die Aktivitäten von selbst betroffenen Jugendlichen oder deren Geschwistern. Die Erwachsenen erwarteten interessante Workshops, in denen beleuchtet wurde, wie man trotz Herausforderungen Akzeptanz, Resilienz und Vertrauen entwickeln kann. Clevere Hilfen im Alltag wurden vorgestellt, Beratung zu den Sozialversicherungen angeboten, das Thema Musik mit Hörgerät und Cochlea-Implantat diskutiert, und auch die Problematik der Mehrfachdiagnosen stand im Fokus.

Fröhliche Gesichter an den Kinderaktivitäten im Rahmen des Programms.

Fröhliche Gesichter an den Kinderaktivitäten im Rahmen des Programms.

© SVEHK

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Erstellt:
31.10.2026, 00:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 17sec
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