Montreux Berner Oberland Bahn – 125-Jahre-Jubiläum der MOB-Linie
Letzten Samstag, 17. Oktober dürfte es an der Lenk kaum jemanden gegeben haben, der nicht an einem der beiden Anlässe mitgefeiert hat. Hier fand mit dem Empfang der historischen Züge und einem offiziellen Teil die Fortsetzung des am Vortag in Zweisimmen eröffneten 125-Jahre-Jubiläums der MOB statt. Gleichzeitig wurde eine traditionelle Viehschau des Viehzuchtvereins Lenk durchgeführt. Diese vermittelte einen eindrücklichen Einblick in die Simmentaler Landwirtschaft und die gelebte Alpkultur.
125 Jahre MOB
Vor 125 Jahren wurde die Montreux Berner Oberland Bahn (MOB) gegründet. Sie fuhr zuerst aber nur von Montreux nach Les Avants. Die Strecke nach Zweisimmen wurde am 6. Juli 1905, und diejenige bis an die Lenk am 8. Juni 1912 eröffnet. Während des gesamten Jubiläumsjahres wurde die ganze Strecke in die Feiern miteinbezogen. Die Feiern im Obersimmental begannen am Freitagabend mit der Besichtigung der Umspurstrecke und der offiziellen Eröffnungsfeier mit den Festrednern Laurent Wehrli (Verwaltungsratspräsident der MOB) und Zweisimmens Gemeindepräsidentin Beatrice Zeller.
Bahn brachte den Aufschwung
Zweisimmen wurde zuerst von Norden her mit der Bahn erschlossen. Im November 1902 wurde die Strecke Spiez–Erlenbach eröffnet. Aber erst mit der Inbetriebnahme der Strecke von Montreux nach Zweisimmen entstand die durchgehende Verbindung. «Mit der Zugverbindung kam auch der Tourismus oder wie es früher hiess, der Fremdenverkehr in Schwung», erklärte Gemeindepräsidentin Beatrice Zeller. In Zweisimmen entstanden zahlreiche Hotels und die Gondelbahn auf den Rinderberg wurde gebaut. Dank der Bahn und dem Tourismus erlebte das Dorf einen Aufschwung. Zu Beginn waren die beiden Bahnen getrennt und hatten auch eine andere Kultur. Es gab den Bahnhof der SEZ und den Bahnhof der MOB. Heute ist das zum Glück nicht mehr so. Der schöne Bahnhof der MOB ist für beide Bahnen da und beherbergt auch das Tourismusbüro. Das ehemalige Bahnhofsgebäude der SEZ wird heute als Dienstgebäude genutzt. Mit der Umspuranlage in Zweisimmen – einmalig auf dieser Welt – können die Züge seit dem 11. Dezember 2022 sogar von Montreux ohne Umsteigen direkt nach Interlaken fahren. Was der Philosophie der MOB-Pioniere entspricht. Den See mit den Bergen zu verbinden. Mit der Zusammenarbeit im Tourismus wurde der ÖV-inklusive geschaffen, der es Gästen ermöglicht, die Region gratis mit dem öffentlichen Verkehr zu erkunden.
Wie innovativ die MOB ist, zeigt sich nicht nur im Bahnbau oder in der Umspuranlage. Auch die Belle-Epoque-Wagen und der neue Golden-Pass-Express (GPX) sind wichtige Zeugen der Bahngeschichte.
Diese konnte am Samstag mit historischen Zugfahren zwischen Zweisimmen und der Lenk nochmals erlebt werden.
In eigener Sache
Als Letzter ergriff Nicolas Vauclair, Vizepräsident der MOB, das Wort. Eine Bahn schafft Verbindung. Verbindung zwischen Menschen, Einheimischen und Fremden, die beruflich oder touristisch unterwegs sind. Als die Bahn 1912 an die Lenk kam, schaffte sie neue Möglichkeiten, neue Nähe. Dies ist bis heute so geblieben.
Die verschiedenen historischen Züge, die heute hier ankommen, machen sichtbar, wie viel Pioniergeist und Ingenieurkunst in dem Unternehmen zur Entfaltung gebracht wurden. Man ist stolz auf dieses Erbe, stellt es aber nicht ins Museum, sondern hält es im Gebrauch.
Abschliessend bedankte er sich bei der Gemeinde, dem Tourismus und weiteren Beteiligten, die das Fest an der Lenk ermöglicht haben. Ein solcher Erfolg wäre nicht möglich ohne die vielen zuverlässigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Betriebs, die mit ihrem Fleiss, ihren technischen und handwerklichen Fähigkeiten zum bisherigen Erfolg beigetragen haben und dies auch weiterhin tun werden.