29. Älplerfest an der Lenk: ein Fest für die Sinne
Gewaltige Treichelklänge, lieblicher Gesang, fünf prachtvoll geschmückte Züglete und eine riesige Auswahl an regionalen Produkten zum Anfassen und Verkosten – das Älplerfest war ein Fest für alle Sinne.
Älplerfest 2026 Lenk
Regnerisch und wolkenverhangen präsentierte sich die Lenk am Samstagmorgen, 10. Oktober. Dies tat der Festlaune jedoch keinen Abstrich. Gäste aus nah und fern strömten zur 29. Ausgabe des Älplerfests. Rund 5000 Besuchende wurden gezählt.
Aufwendig geschmückte Tiere
Um halb zehn kamen die Hauptpersonen auf dem Marktplatz an: die Misskühe. Offiziell eingeläutet wurde der Anlass dann durch den Treichlerclub Seeland und den Treichlerklub Strubelgruess Lenk. Danach reihten sich die Höhepunkte wie Perlen an einer Schnur aneinander. Das Schaukäsen begann, und die Blaskapelle Gurtnerovi Muzikanti spielte ein Ständchen. Um halb elf traf die erste prachtvoll geschmückte Züglete ein. Handys wurden gezückt, es wurde geknipst und gefilmt, was das Zeug hielt. Zwischen den Zügleten von Roland und Stefan von Känel sowie der Familien Klopfenstein und Schläppi gab es abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung. Die Berner Jodufroue und der Jodlerklub Alti Kamerade Därstetten faszinierten das Publikum mit ihrem Gesang.
Früh übt sich
Zwischendurch lockten zahlreiche Attraktionen. Für die Kleinsten gab es einen Streichelzoo, ein Gumpischloss und Trettraktoren. Die Schaukäserei zog ein grosses Publikum an, und die Festwirtschaft wartete mit einem reichhaltigen Angebot an Speis und Trank auf. Der riesige Bauernmarkt lockte mit einer vielfältigen Auswahl an Esswaren, Dekogegenständen und Souvenirs: von Alpkäse, Wurst, Honig, Gonfi, Tees und Backwaren über selbst genähte und -gestrickte Kinderkleider bis hin zu Accessoires mit Alpaufzugmotiven und Edelweiss. Die beliebten Einkaufstaschen aus recycelten Werbeblachen waren zu haben, ebenso wie Holzgegenstände, Heilkräuter und Salben.
Für die Ausstellerinnen und Aussteller ist der Markt ein Höhepunkt des Herbsts. Schon Monate im Voraus wird geplant, eingesammelt, eingemacht und produziert. So auch Enya (8) und Lian (11), die sich zusammen mit Mutter und Grossmutter zum ersten Mal als Marktverkäufer an ihrem Generationenstand versuchten, wo es unter anderem bemalte Kürbisse, eingemachte Zucchetti, Wanddeko aus getrockneten Blumen und handgestrickte Socken gab. Enya hatte Gläser mit goldgelber Ringelblumensalbe hergestellt. «Es war nicht schwierig. Ich habe die Blüten gepflückt, Kokosfett aufgewärmt und sie damit vermischt und dann in Gläser abgefüllt. Die Salbe hilft gegen allerlei Wunden und Bobos!» Lian hatte Holzkühe produziert, nur eine einzige schwarze Kuh war noch übrig: «Zuerst habe ich sie ausgesägt, dann mit dem Messer fertig geschnitzt und zuletzt geschliffen und bemalt.»
Die Qual der Wahl
Am Nachmittag wurde noch dreimal gezügelt, diesmal waren auch die putzigen Zwerggeisslein dabei. Die Tierchen hatten aber mehr Lust auf grünes Gras als auf einen Spaziergang über den Asphalt. Nach einigem Hin und Her und einigen Fluchtversuchen trabten sie jedoch auf ihren kurzen Beinchen zweimal über die Umzugsroute – zur grossen Begeisterung des Publikums. Gleichzeitig waren die Wahlen zur Publikumsmiss in vollem Gang. Als Urne diente eine Milchkanne beim Hotel Restaurant Zum Gade. Eine Nachfrage bei den Abstimmenden brachte ganz unterschiedliche Begründungen zutage für die Wahl der Favoritkuh: von fachmännischen Beurteilungen über Tipps anwesender Bauern bis hin zu persönlichem Bauchgefühl und spontaner Sympathie.