Hans Dänzer ist seit 67 Jahren Schindelmacher mit Leidenschaft

Im zarten Alter von zwölf Jahren fertigte Hans unter Anleitung von Vater Robert die ersten Schindeln an, welche für das Kirchlein von Abländschen vorgesehen waren. Seitdem hat ihn diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen. Schindeln machen bevorzugte er dem Schulbesuch. Seither sind abertausende Schindeln durch seine fleissigen Hände geglitten.

Von Martin Schuwey

Schindelmacher mit Leidenschaft

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Der erste Schritt Begutachtung im Wald.
Der erste Schritt Begutachtung im Wald.
Rundlinge bereit zum Spalten.
Rundlinge bereit zum Spalten.
Einzeichnen der Klötze vor dem Spalten.
Einzeichnen der Klötze vor dem Spalten.
Hans beim Schindeln machen, gekonnte Handgriffe vom Meister.
Hans beim Schindeln machen, gekonnte Handgriffe vom Meister.
Die fertigen Bündel aufgestapelt vor dem Zuhause von Hans Dänzer.
Die fertigen Bündel aufgestapelt vor dem Zuhause von Hans Dänzer.

In all den Jahren hat sich vieles verändert. Das mühselige Fällen der Tannen mit der Hobelzahnsäge, sowie das Spalten der Rundlinge mit der Axt, wurden mit dem Einsatz der Motorsäge und Spaltmaschine erheblich erleichtert.

Der erste Schritt zur Herstellung von Schindeln, ist die Begutachtung der Fichte im Wald. Der Baum muss einen gradlinigen, feinfaserigen und astarmen Stamm mit wenig Drehwuchs haben. Hängende Äste sind auch ein gutes Zeichen. Sind diese Anforderungen erreicht, schneidet er am Wurzelfuss ein Stück weg und prüft die Spaltfähigkeit. Sind all diese Kriterien erfüllt, kann die Fichte gefällt werden.

Nach, dem Fällen wird in der Mitte des Stamms ein Rundling von ca. 45 cm Länge herausgesägt. Spaltet dieser Rundling gut, ist der Schindeltest bestanden. Anschliessend werden die Rundlinge in konische Klötze, genannt «Müseli», geteilt. Im Verarbeitungsraum werden aus diesen Klötzen 5–6 mm dicke und 9–14 cm breite Schindeln gemacht.

Mit exakten, gekonnten Handgriffen mit dem Schindeleisen verarbeiten Hans und seine Mitarbeiter Klotz für Klotz mit Präzision zu Schindeln. Anschliessend werden sie zu Bündeln à 224 Stück gebunden. In der Regel wird beim Decken eines Schindeldaches drei bis vierfach überdeckt. Demnach reicht ein Bündel aus, um einen Quadratmeter zu decken.

Zum Trocknen werden die Bündel in Reih und Glied aufgestapelt. Welch ein Blickfang vor seinem Heim in Abländschen!!

Übrigens seine Nachkommen werden sicher in die Fussstapfen des Grossvaters treten. Sind sie doch schon fleissig an der Mitarbeit beteiligt. Somit kann man hoffen, dass dieses traditionelle Handwerk noch lange weitergeführt wird.

Schindelmacher mit Leidenschaft

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Der erste Schritt Begutachtung im Wald.
Der erste Schritt Begutachtung im Wald.
Rundlinge bereit zum Spalten.
Rundlinge bereit zum Spalten.
Einzeichnen der Klötze vor dem Spalten.
Einzeichnen der Klötze vor dem Spalten.
Hans beim Schindeln machen, gekonnte Handgriffe vom Meister.
Hans beim Schindeln machen, gekonnte Handgriffe vom Meister.
Die fertigen Bündel aufgestapelt vor dem Zuhause von Hans Dänzer.
Die fertigen Bündel aufgestapelt vor dem Zuhause von Hans Dänzer.

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Erstellt:
21.02.2022, 13:46 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 47sec
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