5. überparteiliches Frauenforum Thun-Oberland
«Krone auf, Klischees ab – Frauen in der Politik!»
Das Frauenforum Thun-Oberland lud am 30. Oktober 2026 bereits zum fünften überparteilichen Treffen ein – diesmal in die Kanderarena nach Mülenen. Das Thema der Jubiläumsausgabe «Krone auf, Klischees ab – Frauen in der Politik» versprach einen weiteren spannenden Abend. Rund 140 Frauen folgten der Einladung und den Ausführungen der kommunalen und kantonalen Politikerinnen mit grossem Interesse – derweil Miss Helvetia Barbara Klossner einen Hauch von Glamour in die Veranstaltung brachte.
Frauenforum Thun-Oberland
Seit fünf Jahren vernetzt das Frauenforum politisch und gesellschaftlich engagierte Frauen von Thun übers Simmental bis ins Haslital: «Unser Handtäschli, gefüllt mit Freude an der Politik, ist von Jahr zu Jahr interessanter und vielseitiger geworden», blickte die umsichtige Initiantin Marianna Lehmann eingangs auf die vergangenen Frauenforumsanlässe zurück und versicherte gleichzeitig, dass es im Täschli noch viel Platz hat, um weitere Erfahrungen, Anregungen und auch neue Bekanntschaften rein zu packen.
Miss Helvetia berührte
und begeisterte
«Die fünfte Ausgabe des Frauenforums hat es in sich – da kommt richtig viel Frauenpower zusammen», versprach Moderatorin Annette Marti eingangs denn auch – und sie versprach nicht zu viel. In den runden Räumlichkeiten der Kanderarena in Mülenen lief es von Anfang an so richtig rund. Nicht ganz unschuldig daran war auch die Diemtigtalerin Barbara Klossner, die als Miss Helvetia mit ihrem Örgeli und unverstärktem Gesang die rund 140 Frauen von Beginn weg abzuholen wusste und als Motivatorin, Freudevermittlerin und Brückenbauerin wirkte.
Bereits eingangs liess sie die anwesenden Frauen zum «Röschtigrabe»-Lied mitsingen und mitschunkeln, verzauberte sie später mit einer eindrücklichen Version des Diemtigtaler Naturjodels und liess die eine oder andere Frau verstohlen eine Träne abwischen, als sie das berührende Lied «Heb dr Sorg» sang – ein Lied, das sie ihrer Mutter gewidmet hat und sehr viel persönliches und berührendes in sich birgt.
Dazwischen gab sie aber auch mächtig Gas und plauderte aus dem Handtäschli einer Entertainerin, das mit ganz viel Selbstdisziplin, Fleiss und Wille gefüllt ist. Und natürlich wäre Barbara nicht Barbara, wenn sie nicht mit viel positiver Theatralik ihre Lebensgeschichte zum Besten gegeben hätte. Mit ihren Aussagen wie «tu es» hat sie vielen Frauen aus dem Herzen gesprochen.
Den eigenen Werten treu bleiben
Doch auch die «Polit-Entertainerinnen» wussten aus dem Vollen zu schöpfen: Allen voran die höchste Bernerin – Grossratspräsidentin Anne Speiser aus Zweisimmen, die zusammen mit Regierungsrätin Astrid Bärtschi ihre kantonalen Handtäschli öffneten und über den Politalltag als Frau im Kanton Bern viel und spannendes zu erzählen wussten: «Politik ausüben kann man nicht lernen. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man nicht weiss, was auf einen zukommt. Dann ist es durchaus sinnvoll spontan und manchmal auch etwas frech und aus dem Bauch heraus zu reagieren und auf das eigene Bauchgefühl zu hören», so Anne Speiser, die beim Amtsantritt als Grossratspräsidentin den grössten Respekt vor der digitalen Anlage hatte: «Mit lediglich drei Sessionen zuvor hatte ich nur wenig Übungsmöglichkeiten», blickt Anne Speiser zurück – inzwischen hat sich diese Unsicherheit gelegt. In der Politarbeit als Grossrätin sei es ihr wichtig, Mehrheiten auch über Parteigrenzen hinweg zu gewinnen, keine Berührungsängste und gleichzeitig Respekt zu haben sowie mit guten Argumenten und authentisch aufzutreten. «Wir Frauen haben durchaus auch Vorteile, wir müssen sie nur gut einsetzen», ist Anne Speiser überzeugt.
Ein Abend voller Leben
und aufgesetzten Krönli
Vor dem anschliessenden Podium mit Monika Gerber als Geschäftsführerin des Bernischen Gemeindekaders sowie den Gemeindepräsidentinnen Andrea Erni Hänni aus Heimberg, Letizia Müller aus Leissigen und Beatrice Zeller aus Zweisimmen setzten alle Anwesenden jeweils der Frau rechts von ihr ein Glitzerkrönli auf und gab ihr einige Worte mit auf den Weg. Selbst wir drei Medienvertreterinnen taten dies und ich danke an dieser Stelle der Praktikantin Maxime Vögele vom Anzeiger von Saanen für ihre berührenden und motivierenden Worte.
Doch zurück zum Podium, wo Zweisimmens Gemeindepräsidentin Beatrice Zeller als langjährige Gemeindepolitikerin viel Interessantes zu vermitteln wusste – derweil Letizia Müller aus Leissigen augenzwinkernd den etwas glamourösen Politstil präsentierte – den die vierfache Mutter mit roten High Heels auch schon durchaus gezielt einzusetzen wusste.
Beim gemütlichen Apéro, zu dem Marianna Lehmann abschliessend herzlich einlud, konnte der angeregte Austausch weiterfliessen. Selbstverständlich wies die umsichtige OK-Präsidentin zuvor auch noch darauf hin, dass die 6. Ausgabe des Frauenforums Thun-Oberland am 29. Oktober 2027 im Deltapark Vitalresort im Gwatt stattfinden wird und sämtlichen interessierten Frauen des Berner Oberlandes offensteht.
Die Jubiläumsausgabe war erneut ein einzigartiges Frauenforum voller lustvollem Politleben – gespickt mit einigen Klischees, die durchaus ein Fünkli Wahrheit in sich tragen. Ein weiterer inspirierender Abend wurde vorgängig garantiert – und ist auch eingetroffen. Mit Peter Rebers Lied «Ds Täschli» auf den Lippen trat ich den Heimweg an. Was er darin besingt? Dass das Täschli einer Frau bekanntlich das achte Wunder auf der Welt sei – dem ist soweit nichts mehr beizufügen.