NEIN zum Rentenklau
Die Grossratskandidierenden der SP und der Grünen und die Abstimmung zur Senkung des Umwandlungssatzes bestimmten die Vorstandssitzung des GBeO.
An Stelle der erkrankten Präsidentin Irma Ruch leitete Vizepräsident Hans Bieri die Vorstandssitzung. Als Gäste konnte er die eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten, die vom GBeO unterstützt werden, begrüssen.
Gewerkschaften im Grossrat vertreten
Erfreut können wir die beiden bisherigen Gewerkschafterinnen Christine Häsler und Andrea Zryd zur Wahl empfehlen, so eröffnete der abtretenden Grossrat Bieri das Traktandum Wahlen 2010. Der GBeO unterstützt dabei alle Gewerkschaftsmitglieder auf der Liste 13: Sozialdemokratische Partei, JUSO und Gewerkschaften; Andrea Zyrd, Unia, bisher; Roger Berthoud, VPOD; Didier Bieri, SEV und VPOD; Branka Fluri, VPOD; Hans-Ulrich Hachen, SEV; Sabina Stör Büschlen, VPOD; Dana von Allmen, VPOD; auf der Liste 12: Grüne und Junge Grüne Berner Oberland; Christine Häsler, Unia, bisher; Philipp Zimmermann, Unia.
Die anwesenden Kandidierenden betonten die Bedeutung des Service public, sie setzen sich ein für den Erhalt von guten Arbeitsplätzen bis zuhinterst in die Täler. Insbesondere dürfen die Gräben Stadt Land nicht noch grösser werden, ganz nach dem Motto, wenn es allen Regionen gut geht, geht es auch dem Kanton gut.
Die Vorstandsmitglieder reagierten erfreut auf den frischen Wind den die Kandidierenden in der Diskussion entfachten. Der GBeO wird ein Prospekt mit den neun Gewerkschaftsmitgliedern an alle Haushalte im Oberland verschicken. Eine spezielle Seite gewidmet wird den vier wiederkandidierenden Mitglieder der erfolgreichen Berner Regierung. Der Vorstand empfiehlt Barbara Egger-Jenzer, Philippe Perrenoud, Bernhard Pulver und Andreas Rickenbacher zur Wahl.
Nein zum Rentenklau
Der GeBO ist besorgt, wer in den nächsten jahren in Pension geht, soll aus der zweiten Säule weniger Rente bekommen. Das hat das eidgenössische Parlament beschlossen. Die Senkung der künftigen Renten ist auf Druck der Versicherungsbranche erfolgt. Sie verspricht sich davon mehr Gewinn im Geschäft mit der zweiten Säule.
Das Geschäft mit der Altersvorsorge ist dabei ein riesiger Wachstumsmarkt für die Versicherungsbranche. Vor allem die Lebensversicherer sind hier stark engagiert. Über so genannte Sammelstiftungen bieten sie denjenigen Firmen Pensionskassenlösungen an, die zu klein für eine eigene, selbständige Betriebspensionskasse sind. Natürlich wollen die Versicherer an diesem Geschäft – anders als die selbständigen (autonomen) kassentüchtig verdienen.
Und die Lebensversicherer wissen, je tiefer der Satz ist, mit dem sie das angesparte Kapital in eine Rente umwandeln müssen (Umwandlungssatz), desto höher ist ihr Gewinn. Und je tiefer die Renten in der obligatorischen Altersvorsorge (AHV und Pensionskasse) sind, desto mehr Leute sind auf private Zusatzversicherungen angewiesen. So oder so ein Riesengeschäft für die Privatversicherer.
Der Vorstand ist sich einig, diese Abstimmung hat grosse Auswirkungen auf die künftige Sozialpolitik im eidgenössischen Parlament. Nach den IV- Renten sollen jetzt die kommenden Pensionskassenrenten gekürzt werden. Sollte das Volk der Rentensenkung zustimmen, wird das bürgerlich dominierte Parlament als nächstes versuchen die AHV-Renten zu kürzen. Gegen den so geplanten Rentenklau wehren sich die Gewerkschaften. Der Vorstand des GBeO beschliesst einstimmig die Nein-Parole zur Senkung des Umwandlungssatzes.
Zu den übrigen Abstimmungsvorlagen wird keine Parole beschlossen, da es sich nicht um gewerkschaftliche Anliegen handelt.
Mit den besten Wünschen zur Genesung der Präsidentin Irma Ruch schliesst Bieri die Vorstandssitzung. Hans Bieri, Vizepräsident GBeO