Orgel aus dem Jahr 1786 soll rekonstruiert werden
Teil der alten Orgel lagerten auf dem Dachboden der neuen Kirche: Windladen mit Ventilschlitzen.
Die alte Pfarrkirche von Jaun, jetzt als Cantorama bekannt, steht seit 1953 unter Denkmalschutz. Im ehemaligen Gotteshaus, das bedeutende Wand- und Deckenmalereien aufweist, werden heute regelmässig Chorkonzerte dargeboten. Nun soll diese Kirche um eine bedeutende Attraktion erweitert werden. Teile der 1786 erstellten Orgel lagerten bis vor kurzem auf dem Dachboden der neuen Kirche. Orgelwissenschafter François Seydoux erstellte in den Neunzigerjahren ein Inventar der vorhandenen Bauteile. Erhalten geblieben sind vor allem Teile des Gehäuses und der Windanlage sowie zehn Holzpfeifen und einzelne Kern und Stöpsel des «Gedackt 8».
Auf Anregung des langjährigen Jauner Organisten Werner Schuwey hat sich nun die Stiftung «Cantorama – alte Kirche Jaun» zum Ziel gesetzt, die historische Orgel rekonstruieren zu lassen. Sie soll schlussendlich mit einem Manual von 49 Tönen (von C bi c3) ausgestattet und auf der oberen Empore der Kirche errichtet werden. Für diese Arbeit zeichnet die Luzerner Orgelbaufirma Goll verantwortlich. Der Aufwand soll sich auf rund 30000 Franken belaufen. Angesichts der knappen finanziellen Eigenmittel ersucht die Stiftung Cantorama um Spenden an das Vorhaben. Damit wird eine einzigartige Aufwertung für das Cantorama und für die 700 Einwohner zählende Ortschaft am Fuss des Jaunpasses ermöglicht werden. Die alte Kirche von Jaun ist als Cantorama zu einer beliebten Begegnungsstätte für Chöre, Profisänger, Solisten, Instrumentalisten und Laienmusikern geworden.
2010 (am 6. Juni) wird zum Beispiel der Cantate Chor aus Zweisimmen mit einem Liederzyklus von Brahms, Dvorak und Haydn im Cantorama in Jaun zu Gast sein. Ernst Hodel
In der alten Pfarrkirche von Jaun – heute Cantorama – soll die Orgel von 1786 wieder auferstehen.