Ausserordentliche Rekrutierungsmassnahme gegen den Pflegepersonalmangel
Bildungsgang für 200 Umsteigerinnen und Umsteiger
Der Kanton Bern reagiert auf den Mangel an Pflegepersonal. Unter dem Titel «HF Pflege als Zweitausbildung» bietet er jungen Erwachsenen in den nächsten zwei Jahren eine attraktive Umschulungsmöglichkeit an. Damit entsteht eine win-win-Situation, wie Regierungsrat Philippe Perrenoud betont: Die Betriebe des Gesundheitswesens erhalten dringend benötigtes Fachpersonal. Und junge Erwachsene, die sich wegen der derzeitigen Wirtschaftslage umorientieren möchten, können in einen vielseitigen und zukunftsträchtigen Beruf wechseln.
Spitäler, Kliniken, Heime und Spitex-Betriebe brauchen mehr Pflegefachleute. Zurzeit können aber nicht alle vom Berner Bildungszentrum Pflege angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden. Dabei könnte eine Pflegeausbildung für viele Erwachsene die Chance zur beruflichen Neuorientierung sein. Die kantonale Gesundheits- und Fürsorgedirektion hat zusammen mit der Erziehungsdirektion, der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit, den Spitälern und dem Berner Bildungszentrum Pflege ein ausserordentliches Angebot geschaffen, das den besonderen Bedürfnissen dieser Interessentinnen und Interessenten berücksichtigt: Die Zweitausbildung zur Pflegefachperson HF mit einem Lohn, der es den Studierenden erlaubt, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Jeweils 100 solcher Ausbildungsplätze stehen in den Jahren 2010 und 2011 zur Verfügung. Bewerben können sich Personen, die bereits ein Eidg. Fähigkeitszeugnis (EFZ) ausserhalb des Gesundheitswesens erworben haben, zum Beispiel durch eine KV-Lehre oder eine gewerblich-industrielle Lehre.
Während der dreijährigen Vollzeit-Ausbildung sind die Studierenden von einem Spital angestellt und erhalten einen Monatslohn von 1800 bis 2200 Franken. Dieser ist höher als beim regulären Studiengang, da die Studierenden längere Praktika absolvieren. Den schulischen Unterricht besuchen sie am Berner Bildungszentrum Pflege in Bern. Der erste Bildungsgang startet im Oktober 2010.
Mit dieser ausserordentlichen Rekrutierungsmassnahme schafft der Kanton Bern eine win-win-Situation, wie Regierungsrat Philippe Perrenoud betont: «Wir leisten damit sowohl einen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit als auch gegen den Pflegepersonalmangel.»
Unterstützt wird das Angebot vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie und von der Stiftung Speranza von Nationalrat Otto Ineichen. Andere Kantone überlegen sich, dem Berner Beispiel zu folgen.