Postulate von Erich von Siebenthal

Ungerechtfertigte Benachteiligung vom System-Anbindehaltung beim Rindvieh

Die Anbindehaltung von Rindvieh ist immer noch eine sehr verbreitete Stallungsform. Insbesondere für kleinere Betriebe und für Projekte, welche in bestehenden Gebäudehüllen realisiert werden. Auch viele ältere Ställe mit diesem System werden weiterhin genutzt. Landwirte, welche an diesem Stallsystem festhalten, sehen sich aber zunehmend mit Benachteiligungen in verschiedenster Form konfrontiert. Beispielsweise werden grundsätzlich keine Strukturhilfebeiträge für Anbindehaltung bei Neu- oder Umbauten gewährt, obwohl diese wirtschaftlich und gebäudetechnisch effizient wären. Zudem sind Tiere aus Anbindehaltungen zutraulicher und nach Aussagen von praktizierenden Tierärzten sind keine Unterschiede im Tierwohl fest zu stellen. Und auch die Ammoniak-Emission fällt in Anbindeställen geringer aus.

Der Bundesrat wird gebeten, aufzuzeigen, warum das System des Anbindestalles grundsätzlich ohne Prüfung von Wirtschaftlichkeit, Ammoniak- Emissionen, Tierwohl und Arbeitseffizienz benachteiligt wird. Weiter ist aufzuzeigen, wie eine differenzierte Beurteilung erfolgen kann.

Rückführung von Asche in den Wald als Sofortmassnahme gegen Bodenversauerung

Der Bundesrat wird beauftragt, gesetzliche Anpassungen zu prüfen und vorzubereiten, damit saubere Asche aus Holzheizungen, die unbehandeltes Holz verbrennen, in den Wald zurückgeführt werden können.

Begründung: Die Interkantonale Walddauerbeobachtung stellt fest, dass der Stickstoffeintrag im Schweizer Wald an zahlreichen Orten den kritischen Wert für den Wald überschritten hat. Es muss davon ausgegangen werden, dass dieser Stickstoff-eintrag bis auf weiteres anhält. Der Stickstoffeintrag führt zu einer gravierenden Versauerung des Bodens. Durch die Versauerung werden wertvolle und notwendige Nährstoffe ausgewaschen und sind unwiederbringlich verloren. Die Böden degradieren. Aufgrund der aktuellen Gesetzgebung ist das Düngen des Waldes, womit die Versauerung kompensiert werden könnte, verboten. Ebenso muss Asche aus Holzfeuerungen, die unbehandeltes Holz verbrennen, entsorgt werden. Mit der Rückführung von Asche könnte die Bodenversauerung gebremst oder teilweise sogar kompensiert werden. Die Mehrheit der Asche aus unbehandeltem Holz stammt von Holz aus einheimischem Wald. Damit würde in der überwiegenden Zahl der Fälle der Stoffkreislauf geschlossen. Damit allfälliger Missbrauch verhindert werden kann, ist eine bewilligungspflichtige Rückführung denkbar. Der Wald soll als naturnahes Ökosystem mit möglichst geringem Eintrag von Fremdstoffen erhalten werden. Bei einem Verzicht auf konkrete Massnahmen riskiert die Schweiz ihre Waldböden langfristig zu degradieren. Bereits heute sind Standorte bekannt, auf denen einheimische Laubhölzer aufgrund der Nährstoffverarmung und Versauerung natürlicherweise nicht mehr bestehen können.

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Erstellt:
07.01.2014, 09:07 Uhr
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