Parlamentswahlen im Kanton Bern

Die Stimmberechtigten des Kantons Bern haben vergangenes Wochenende die Kantonsregierung neu bestellt: Dabei wurde der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz frisch in den Regierungsrat gewählt, derweil 16 Oberländerinnen und Oberländer im Grossen Rat wieder oder neu Einsitz nehmen.

Von Luzia Wyssen

Bundesrat Albert Rösti liess es sich am Sonntagabend nicht nehmen, den beiden Berner Oberländern mit den zweit- und drittmeisten Stimmen – Christian Däpp und Barbara Josi – in Wimmis persönlich zu ihrem Wahlerfolg zu gratulieren.

Bundesrat Albert Rösti liess es sich am Sonntagabend nicht nehmen, den beiden Berner Oberländern mit den zweit- und drittmeisten Stimmen – Christian Däpp und Barbara Josi – in Wimmis persönlich zu ihrem Wahlerfolg zu gratulieren.

© Michael Schinnerling

Bei den Grossratswahlen vom vergangenen Sonntag, 29. März hielten sich die Überraschungen in Grenzen: Die bisherigen Oberländer Grossräte wurden mit einer Ausnahme – EVP-Politiker René Müller aus Adelboden – wiedergewählt: Ein Topresultat erzielte die Wimmiserin Barbara Josi, die hinter der jungen Stephanie Gartenmann aus Lauterbrunnen und dem neugewählten Christian Däpp aus Aeschiried das dritthöchste Resultat im Berner Oberland erzielte.

Neu wird die SVP wieder sieben statt bisher sechs Grossräte aus dem Wahlkreis Oberland stellen. Aus dem Simmental konnten sich die bisherigen Grossräte Barbara Josi aus Wimmis, Nils Fiechter aus Oberwil, Anne Speiser aus Zweisimmen sowie Dominik Blatti aus Oberwil durchsetzen. Durch den Sitzgewinn der SVP wurde der junge Saaner Simon Bach aus dem Turbach frisch in den Grossen Rat gewählt. Hans Schär aus Schönried hat die Wiederwahl als Vertreter der FDP Oberland West ebenfalls geschafft.

Die bisherige erste Vizepräsidentin Anne Speiser wird zu Beginn der nächsten Session im Juni nach einer formalen Wahl durch den Grossen Rat zudem das Amt als Grossratspräsidentin und damit als höchste Bernerin in Anspruch nehmen.

Nichtgewählte mit Achtungserfolg

Schon wegen der theoretischen Möglichkeit, im Laufe der Legislaturperiode noch in den Grossen Rat nachzurücken, lohnt sich auch ein Blick auf die Nichtgewählten: Bei der Oberländer SVP sind folgende Kandidierende in Lauerposition: Thomas Klossner aus Latterbach für die SVP Mitte sowie Jürg Grünenwald aus Matten/St. Stephan vor René Müller aus der Lenk für SVP West. Bei der Mitte ist Sonja Kurth aus Zweisimmen erster Ersatz, bei der EDU Alain Poschung aus Boltigen sowie bei der FDP Oberland West die an der Lenk wohnhafte Regula Meier.

Raphael Lanz neu im Regierungsrat

Bei den Regierungsratswahlen zeigt sich folgendes Bild: Der Thuner Stadtpräsident Raphael Lanz wurde als «Vertreter des Tores zum Oberland» neu in den Regierungsrat gewählt und sichert damit die Angehörigkeit des Berner Oberlandes trotz der abtretenden Oberländer Christoph Ammann und Christine Häsler in der kantonalen Exekutive weiterhin. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

1. Bärtschi Astrid, Mitte 138672

2. Allemann Evi, SP129824

3. Müller Philippe, FDP120623

4. Lanz Raphael, SVP109078

5. Schnegg Pierre Alain, SVP108022

6. Trede Aline, GRÜNE101511

7. Müller Reto, SP99021

Simmentaler Stimmbeteiligung klar über kantonalem Wert

Trotz teilweise grossem Engagement der Kandidierenden im Wahlkampf lag die Stimmbeteiligung bei den Grossratswahlen im kantonalen Wert bei lediglich 34,3%, was als durchaus enttäuschend gewertet werden kann.

Deutlich besser wählten die Stimmbürger unserer Region: So gingen im Verwaltungskreis Obersimmental-Saanen 43,8% Stimmbeteiligte an die Urnen – im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental waren es 42,0% der Stimmberechtigten. Spitzenreiter bezüglich Wahlbeteiligung waren im Simmental die Gemeinden Lenk (58,2%), Oberwil (55,3%) sowie St. Stephan (54,5%).

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Erstellt:
04.04.2026, 00:30 Uhr
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