Konkordat? Nein!

Als regelmässiger Fussballmatchbesucher glaube ich beurteilen zu können, wie die Sicherheit in den Schweizer Stadien ist; nämlich sehr gut.

Dies beweisen auch die Zuschauerzahlen: Jahr für Jahr besuchen mehr Personen und vor allem auch Familien Fussball-und Eishockeyspiele in der Schweiz.

Die Befürworter des Konkordates wollen durch die Verschärfung, die sehr geringe Anzahl an gewalttätigen Zwischenfällen, durch etliche Einschränkungen und neue Regeln verhindern. Weniger Gewalt, mehr Sicherheit und weniger Polizeikosten; das alles hört sich sehr gut an.

Dieses Konkordat schiesst für mich jedoch an seinem Ziel vorbei. Anstatt die wenigen so genannten Chaoten und Hooligans aus den Stadien zu verbannen, wird jeder einzelne Matchbesucher unter Generalverdacht gestellt und schikaniert.

Es wird jedem Freund des Mannschaftsportes vorgeschrieben, mit welchem Transportmittel er an das Spiel anzureisen hat und bei welchem Spiel er Alkohol konsumieren darf und bei welchem nicht. Des Weiteren kann er ohne konkreten Verdacht bis in den intimsten Bereich durchsucht werden. Nebst der grossen Einschränkung der Privatsphäre jedes Matchbesuchers, hat das Konkordat durch die Matchbewilligungspflicht unnötige und zusätzliche Verwaltungskosten zur Folge.

Das Argument, dass Polizeikosten eingespart werden können, ist auch äusserst fragwürdig. Wie will man konkret mehr Sicherheit durch weniger Polizeipräsenz gewährleisten? Vielen Befürwortern ist klar, dass das Konkordat nicht die gewünschte Wirkung hat. Sie wollen durch die Gesetzesänderung einfach ein Zeichen gegen die Gewalt an Sportveranstaltungen setzen. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, aber ein Gesetz sollte besser durchdacht, wirksam und auch massvoll sein.

All dies ist das Konkordat in meinen Augen nicht. «Wer die Freiheit aufgibt, um mehr Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren» mahnte einst Benjamin Franklin. Nicolas Zürcher, Feutersoey

Zum Artikel

Erstellt:
06.02.2014, 00:00 Uhr
Lesedauer: ca. 1min 51sec
Kommentare