Der Regierungsrat hat die Schliessung der Geburtenabteilung, die drastischen Einschränkungen des chirurgischen Angebotes und die grosse Bettenreduktion von 40 auf 25 gutgeheissen. Der «Berner Oberländer» zitierte am 26. Februar 2015 die Aussagen von Herrn Perrenoud: «Die Massnahmen seien grundsätzlich nachvollziehbar und damit gut für die Region Simmental-Saanenland, weil sie den Spitalstandort Zweisimmen sichern würden». Der inhaltliche Widerspruch dieser Aussage ist offensichtlich. Mit genau diesen Massnahmen wurden alle andern Spitalschliessungen eingeleitet. Die Spital STS-AG und der Regierungsrat stellten die Hauptkriterien der Schliessungsgegner galant zur Seite, ohne weiter darauf einzugehen. Dafür werden nun die Vorteile der Schliessung breit ausgeschlachtet. Betrachten wir mal die von ihnen so viel stärker gewichteten Pro-Argumente «Betriebskosten, Suche nach qualifiziertem Personal, steigende Qualitätsansprüche». Erstens: Zu Betriebskosten: Viele finanziell einträglichen Operationen dürfen nicht mehr in Zweisimmen ausgeführt werden, sondern in Thun. Unsere Region wird nun als Patienten-Zulieferer für das Spital Thun missbraucht. Die finanzielle Lage verschlechtert sich in Zweisimmen so zusehends. Ein Spital kann kein gewinnbringendes Unternehmen sein, im Gegensatz zu einem Altersheim. Um diesen Gewinn geht es der STS-AG wohl auch. Ob da der erwirtschaftete Gewinn vollumfänglich ins Unternehmen Spital fliesst, oder ob da noch andere Taschen damit gestopft werden, wie es sonst in der Wirtschaft üblich ist? Warum legte die STS-AG ihre Finanzpolitik bisher nicht offen? In einer kapitalorientierten Aktiengesellschaft AG haften die anonymen Gesellschafter nicht für deren Verbindlichkeit. Jetzt verstehe ich, warum sich die STS-AG bisher stets so leichtfertig der alleinigen Verantwortung rühmte. Ich weiss aber, dass auch in diesem Gremium Mitglieder mit redlichen Absichten arbeiten. Jedoch erlangt zu oft «das andere Lager» die Mehrheit. Wir hätten die 30 Millionen Franken lieber in die der Notwendigkeit entsprechende Sanierung des Spitals gesteckt statt in einen Neubau mit fragwürdigen Investitionskosten. Zweitens: Erst durch die schwelende Unsicherheit der Spitalzukunft wurde die Suche nach qualifiziertem Personal schwieriger. Unsere guten Ärzte, die erfahrenen Hebammen und das treue Pflegepersonal haben sich immer zur vollsten Zufriedenheit der Patienten eingesetzt. Drittens: Wir waren mit der Qualität des Spitals Zweisimmen sehr zufrieden. Die Geburtenfallzahlen, die bei uns nie so hoch sein können wie in den Städten und Agglomerationen, ist nicht das einzige Qualitätskriterium einer guten Geburtshilfe. Wenn die Sicherheit von Mutter und Kind das oberste Prinzip wäre, so dürfte die Geburtenabteilung in Zweisimmen niemals geschlossen werden.mehr...