37. Schlittenhunderennen mit Schweizermeisterschaften an der Lenk
Ausgezeichnete Verhältnisse zur Freude von Huskies und ihren Mushers
Nahezu aus der ganzen Schweiz trafen sich 115 Musherinnen und Mushers mit ihren Gespannen an der Lenk zum 37. Internationalen Schlittenhunderennen. Ausgezeichnete, naturverbundene Trailverhältnisse und spannende Rennen der stiebenden Schlittengespanne, prägten das Geschehen.
Mit der 13-jährigen Chiara Hanselmann aus Salez im Rheintal geht eine ganz junge Nachwuchsmusherin mit ihrem Doppelgespann in den Trail.
© LEUZINGER FRITZ
Der Hundesportklub Obersimmental, der Schweizer Schlittenhundesport-Verein (SSV) und Lenk-Simmental Tourismus waren für den gelungenen Winterevent zum ersten der drei Schlittenhunderennen im Berner Oberland organisatorisch zuständig. Die 37. Internationalen Schlittenhunderennen an der Lenk, mit den Schweizermeisterschaften in reinrassigen und offenen Kategorien, boten attraktiven Wettkampfsport und waren ein Zuschauermagnet. Über das Wochenende gingen an der Lenk 115 Gespanne mit fast 600 Hunden an den Start. Angefangen mit Skijöring auf den Langlaufskiern mit einem Hund bis zu den grossen Schlittengespannen mit acht Hunden.
Das ist Schlittenhundesport
Im Fahrerlager herrschte unter den Hunden eine fast desinteressierte Ruhe. Musher tauschten Erfahrungen aus oder gaben sich Tipps. Bei den Startvorbereitungen einmal an der Zugleine eingespannt, bellen und heulen die Hunde, als würden sie sich gegenseitig anspornen. Trotz des Schneeankers haben Musher und Betreuer grosse Mühe, ihre Gespanne zurückzuhalten. «Go!» – und das Gespann sprintet am grossen Zuschauerspalier vorbei Richtung Simmenfälle in die Winterlandschaft hinaus. Mit hechelnden Hunden legen sie auf sausenden Kufen in stiebender Fahrt in möglichst kurzer Zeit die vorgegebenen Distanzen zurück. Unterschiedlich ist die Länge der Rennstrecke, je nach Kategorie acht, zwölf oder sechzehn Kilometer. Viele Musher waren sich nach den stiebenden Rennen vor dem herrlichen Wildstrubelpanorama einig: «Es herrschten im Trail traumhafte, echte Schlittenhunde-Bedingungen! – Es war faszinierend, wie alle Gespanne von Zuschauern entlang dem attraktiven Trail angefeuert wurden!»
Ein fantastischer Winter-Event
Heinz Welten ist seit über einem Dutzend Jahren OK-Präsident und Zeitnehmer: «Fantastisch, das traumhafte Winterwetter hat einmal mehr attraktiven Schlittenhundesport geboten. Auch der Trail und der Schnee waren an beiden Renntagen in ausgezeichnetem Zustand. Es bestand keine Verletzungsgefahr für die gut trainierten, sportlichen Vierbeiner.» Trotzdem, oder vorbeugend, sah man beim einen oder anderen Gespann so genannte Booties, Pfotenschuhe aus Filz. Ein etwas bitterer Beigeschmack hat für Welten das immer kleiner werdende Team an freiwilligen Helfern. Das rund fünfzigköpfige Team hatte teils an verschiedenen Positionen alle Hände voll zu tun. Am Sonntag wurden die Zeiten beider Renntage durch das Zeitnehmer-Team von OK-Präsident Heinz Welten zusammengezählt. Für die Schnellsten lagen die Meisterschaftsmedaillen bereit. Bernhard Wenger, Oey-Diemtigen holte im Sprint mit seinen zwei Hunden als einziger eine Goldmedaille ins Simmental. Alle Resultate sind im Internet aufgeschaltet. Doch keiner ging leer aus, alle Musher bekamen vom Organisator beim Zieleinlauf ein Lenker-Mutschli. Fritz Leuzinger
Schweizermeister mit acht Hunden über zweimal 16 Kilometer. René Weber aus Reinach rettete mit seinem Siberian Husky Gespann Gold um fünf Sekunden.
© LEUZINGER FRITZ
Susanne Jost aus Kehrsatz erreichte mit ihrem prächtig weissen Samojede-Gespann als Zweite ihrer Kategorie das Ziel.
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