Vorwürfe von Josi und Fiechter zurückgewiesen

Regierungsrat lehnt Motion zum Simmewehr ab

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Motion von Grossrat Nils Fiechter (Oberwil) und Grossrätin Barbara Josi (Wimmis) zum Erhalt des Simmewehrs in Wimmis am 6. Mai abgelehnt. Die Motion wurde im Dezember 2025 eingereicht und im März 2026 für dringlich erklärt.

Von Armin Berger

Die Motionäre verlangten, der Kanton solle seine Eigentümer- und Aktionärsrolle bei der BKW aktiv wahrnehmen und mit Nachdruck darauf hinwirken, dass das Simmewehr erhalten bleibt und kein Rückbau erfolgt. Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen dem Kanton Bern, den Kraftwerken Oberhasli (KWO) und Umweltverbänden über Ausgleichsmassnahmen im Zusammenhang mit den Speicherwasserkraftprojekten Trift und Grimselsee.

In der öffentlichen Debatte entstand teils der Eindruck, der Abriss des Simmewehrs sei bereits beschlossen. Der Regierungsrat stellt jedoch klar, dass ein Rückbau derzeit weder beschlossen noch zwingend ist. Er sei lediglich eine von mehreren möglichen Sanierungsvarianten, die im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen ökologischen Sanierung geprüft werden müssten.

Die Federführung für die Gesamtbetrachtung aller sanierungsbedürftigen Anlagen an Simme und Kander liegt demnach beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA). Erst nach Abschluss dieser Gesamtbetrachtung und in Absprache mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) soll über die geeignetste Massnahme entschieden werden. Die Gemeinde Wimmis sowie die betroffene Schwellenkorporation sollen in den Prozess einbezogen werden.

Kein Hinterzimmer-Deal

Den Vorwurf eines «Hinterzimmer-Deals» mit Umweltverbänden weist der Regierungsrat zurück. Die KWO habe sich lediglich verpflichtet, einen finanziellen Beitrag zu leisten, falls und soweit ein Rückbau als Bestvariante bestimmt werde und eine Drittfinanzierung zur Erfüllung des Verhältnismässigkeitskriteriums notwendig sei. Ein Rückbau des Simmewehrs sei in dieser Vereinbarung nicht ausgehandelt worden.

Auch die Befürchtung, mit dem Rückbau werde ein Wasserkraftwerk stillgelegt, weist der Regierungsrat zurück. Gemeint ist nicht der Rückbau des WKW Spiez, sondern allenfalls eine Änderung der Wasserfassung. Das Triebwasser des vorgelagerten WKW Simmenfluh könnte nach seiner Einschätzung direkt in den bestehenden Wimmisstollen weitergeleitet werden. Die geschätzten Produktionseinbussen beim WKW Spiez beziffert der Regierungsrat auf vier bis fünf Gigawattstunden jährlich, was rund vier bis fünf Prozent der aktuellen Jahresproduktion dieses Wasserkraftwerks entspräche.

Insgesamt beantragt der Regierungsrat die Ablehnung der Motion.

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Erstellt:
25.05.2026, 00:30 Uhr
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