Chancen und Risiken im Internet

Zahlreiche interessierte Eltern erschienen am letzten Donnerstag zum Vortrag «Handy und Internet» im Gemeindesaal. Eingeladen hatte der Elternrat Zweisimmen. Martin Zünd von der Swisscom führte die Eltern informativ durch die unterschiedlichsten Portale und zeigte an deren Beispiel Nutzen und auch Gefahren auf: Wer denkt zum Beispiel daran, dass sich auch ein zukünftiger Arbeitgeber für die persönlichen Daten, offenherzige Fotos oder peinliche Videos interessieren könnte?

Die Medienkompetenz ihrer Kinder zu fördern ist auch Aufgabe der Eltern.

Der vom Elternrat Zweisimmen organisierte Vortrag gab mit Sicherheit einigen Eltern zu denken und führte dazu, dass sich auch Eltern intensiver mit dem Thema «Handy und Internet» beschäftigen.

Die Lieblingsbeschäftigung der Jugendlichen ist immer noch mit Freunden zusammen zu sein – und dafür haben sie auch mehr Zeit als ihre Eltern. So wird das Internet intensiv zur Kommunikation mit Freunden über E-Mails, über Instant Messengers wie z. B. Facebook, in Chats oder über Online-Foren genutzt.

Aktive Nutzung des Internet statt passives Konsumieren

Jugendliche nutzen das Internet aktiv und sind nicht nur Konsumenten. Sie gestalten Inhalte, schreiben, tauschen sich aus, erstellen Musik oder Videos – einzeln oder auch gemeinsam. Youtube.com animiert sie, eigene Videos zu drehen und diese in das Internet zu stellen. Für sie ist das Internet ein Experimentierfeld, soziale Anschlussstelle für gemeinsame Interessen und Bühne der Selbstdarstellung.

Die Vernetzung mit «Freunden» kann das Selbstbewusstsein stärken und hilft, Verantwortung für die eigene Kommunikation zu erlernen. Denn Online-Freundschaften können z. B. mit einem Klick wieder beendet werden. Im realen Leben dagegen trifft man den Kollegen oder die Kollegin immer wieder.

Social Networks als Chance zur persönlichen Entwicklung

Das Internet mit seinen Social Networks und Informationsplattformen ist eine neue gesellschaftliche Herausforderung, so Martin Zünd: «Die neuen Technologien verändern unser Verhalten.» Social Networks bieten vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten auf persönlicher, kommunikativer, ökonomischer und auch sozialer Ebene und sind in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile werden z. B. Online Jobangebote gemacht (z. B. auf Xing.de) und auch Aufträge vergeben.

Jugendliche lernen die Verantwortung für ihr Nutzerprofil und die darin veröffentlichten Inhalte zu tragen, sie werden beurteilt, bewerten andere und tragen so zur Meinungsbildung bei. Umso wichtiger ist es, dass Kinder und Jugendliche lernen, Social Networks nicht leichtfertig und gedankenlos zu nutzen. Denn die Interaktion kann auch zu Missbräuchen und Gefahren für die Persönlichkeit führen, die diese noch nicht abschätzen können.

Risiken thematisieren als Aufgabe für Eltern und Erziehende

Social Networks bergen Risiken und die gilt es mit dem Kind zu thematisieren: Kann man zum Beispiel allen Nutzern eines sozialen Netzwerks vertrauen? Wie zuverlässig sind die dort gemachten Angaben? Wie sicher sind persönliche Daten? Welche Daten darf man veröffentlichen und welche sollte man vermeiden – Profileinstellungen prüfen! Niemals ein Foto mit Namen oder sogar weiteren persönlichen Daten in das Netz stellen.

Hier ist es Aufgabe der Eltern und Erziehenden, Kinder und Jugendliche anzuleiten, das Internet verantwortungsbewusst zu bedienen und zu nutzen. Und dies geht am besten indem Eltern die Kinder begleiten. Sie surfen mit den Kindern gemeinsam oder sich die Anwendungen erklären. Auf welchen Seiten surfen die Kinder?

Kinder anleiten, begleiten und Regeln mitgeben

Kinder werden ihre Erfahrungen im Internet ohne ihre Eltern machen. So ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern altersabhängig auch die negativen Seiten des Internets aufzeigen, mit ihnen über Wertvorstellungen und die Anwendungen, die von den Kindern genutzt werden, diskutieren. Gefahren bestehen z. B. durch gewaltverherrlichende Videos, pornografische oder rechtsradikale Seiten, Pädokriminalität oder auch Mobbing, wenn etwa Jugendliche in Social Networks ausgegrenzt und beleidigt werden. Manchmal ist der Ehrgeiz gross, möglichst viele «Freunde» zu haben. Dies macht attraktiver. Kinder fühlen vielleicht auch den Druck dazugehören zu müssen, weil ein Grossteil der Kommunikation nachmittags über das Internet erfolgt.

Kleiner Tipp für alle Eltern: Nehmen Sie sich die Zeit und sammeln Sie eigene Erfahrungen, vielleicht auch als Pseudonym. Nur wenn man sich selber praktisch mit den Themen auseinander setzt, wirken die Argumente glaubwürdig. Dazu gehört u. a. auch, Computer- und auch Nintendospiele selber auszuprobieren. Informieren Sie sich über Jugendschutzmöglichkeiten: Für Kinder sollten eigene Benutzerkonten eingerichtet oder vielleicht auch ein Kinderschutzprogramme gekauft werden.

Für Kinder und Jugendliche ist das frühzeitige Erlernen von Medienkompetenz heutzutage die Grundlage, um (vielleicht) später nicht dem Suchtpotential Internet und Computerspiele zum Opfer zu fallen und/oder dadurch einen Realitätsverlust zu Erleiden. Hier sollten die Eltern darauf achten, dass Aktivitäten wie Sport, Freunde treffen und andere Hobbys nicht vernachlässigt werden. Medienkompetent zu sein, ist auch die Voraussetzung, um in vielen Berufen Erfolg zu haben.

Handy als Mini-Computer

Handys werden von den Jugendlichen mittlerweile nicht nur zum Telefonieren, sondern auch als Datenspeicher und mobiles Internet genutzt. «Das Internet ist überall!» Dieses Gefahrenpotential wird von den meisten Erwachsenen unterschätzt und damit auch die Risiken durch entsprechende Kontaktmöglichkeiten: Belästigungen durch SMS, Anrufe, Ausgrenzungen, Cyper-Bullying. Über Bluetooth (kabellos) können den Kindern oder Jugendlichen Videos von Fremden überspielt werden, die für diese nicht geeignet sind. Es ist daher zu empfehlen, Bluetooth und Internetanschluss zu deaktivieren, wenn diese nicht gebraucht werden. Damit wird auch der Akku weniger belastet. Sinnvoll ist auch die generelle Sperrung von kritischen Telefonnummern (0906…).

Für weitere Informationen und Fragen steht der Elternrat gerne zur Verfügung. Kerstin Kopp

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Erstellt:
03.02.2010, 20:53 Uhr
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