Natur-Jodler Ueli Moor trifft Jazzmusiker im Hüsy Blankenburg

Ein Musik-Summit der besonderen Art

«Jütz» mit «Special-Guest» Ueli Moor

«Jütz» mit «Special-Guest» Ueli Moor

Die Organisatoren von Zweisimmen Jazz hatten für das Konzert von vergangenem Samstagabend im Hüsy Blankenburg eine besondere Formation eingeladen. «Jütz», so heisst die Band schlicht und einfach. Als schlicht und einfach entpuppte sich dieser Abend zur Überraschung von manch einer oder einem wahrlich nicht. Viel mehr, der Abend wurde zum Musik-Summit der Extraklasse mit vielen eigenen Jütz-Arrangements von bekannten Schweizer Liedern gespickt mit ein paar hier unbekannten aber nicht weniger schönen Tiroler Volksliedern. Stücke wie etwa «Zoge-n-am-Boge» behielten stets ihre ureigene Melodie und den Erkennungswert, immer aber schön jazzig und oft auch witzig gespielt.

Der Berner Daniel Woodtli als Bandleader mit Trompete und Flügelhorn, der in Bern lebende Tiroler Kontrabassist Philipp Moll und die MultiInstrumentalistin Isa Kurz, ebenfalls aus dem Tirol stammend, Stimme, am Akkordeon, Hackbrett und an der Geige überzeugten das Publikum voll und ganz.

Jütz legen ihren Fokus auf das Folkloristische, was mit den ersten Stücken «Le Ranz des Vaches» und dem Guggisberg Lied klar zum Ausdruck kam. Tirolerisch ging es weiter mit «In die Berg bin i gern». Viel Applaus und Schmunzeln ernteten die drei Musiker mit der Aufführung des Titels «Gang rüeff de Bruune».

Am Schluss des Stückes blieben die Instrumente ganz weg und ein regelrechter Sprech- und Stottergesang hielt Einzug – die Gälbe, die Bruune, die Tschäggete. Auch die Melancholie kam nicht zu kurz mit «Hoamatle» (Heimat) oder «Innsbruck, I muess di lassen».

Die Zuhörer staunten nicht schlecht, als dann zu Ende des erstens Sets erstmals der subtil eingeschleuste «Special-Guest» plötzlich in voller Montur auf der Bühne stand. Ueli Moor, der bekannte «St. Stäffner»-Jodler und Komponist intonierte zusammen mit Jütz seine beiden Stücke «Hie wo i de Hime bi» und «Winter’s schöni Syte». Diese neue Formation war einmalig: Diese Stimme(n), diese Band, ein unvergesslicher Moment und der eigentliche Höhepunkt des Konzertes. Die Professionalität dieser vier Musiker war unverkennbar.

Eine musikalisch wie auch kulinarisch grandiose «Musig-Stubete» endete im Hüsy mit einem Jütz-Medley von weiteren bekannten Liedern wie «Wenn eine tannigi Hose het» (Rümpf, rümpf, rümpf), «ds Vogellisi» und dem «Willhelm Tell» und als zweite Zugabe das Tiroler Lied «Himmelschlüssl». Einfach himmlisch dieser Abend.

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Erstellt:
12.02.2014, 14:30 Uhr
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