Tourismus-Hauptversammlung im Rest. Schönbühl

Mehr Tagesausflügler, aber weniger Feriengäste

Die intensiven Abklärungen von Geschäftsleiter Bruno Reber im Hinblick auf einen eventuellen Anschluss des Diemtigtals an eine Oberländer Destination standen für Diemtigtal Tourismus im abgelaufenen Geschäftsjahr im Vordergrund. Die Eröffnung des Schwingerweges war für Vereinspräsident Ueli Sahli das Jahres-Highlight. Dieses und die weiteren Naturparkangebote sind die Gründe für die Zunahme der Tagesausflügler. Getrübt wird die Bilanz durch den Rückgang der Logiernächte in den Bereichen Gruppenunterkünfte, Hotels und Camping.

Der Einladung zur Hauptversammlung von Diemtigtal Tourismus folgten am vergangenen Freitagabend nur rund zwei Dutzend Personen. Die Lücken im Saal waren wohl auf das entscheidende Qualifikationsspiel der Fussball-Nati zurückzuführen, das mit einem 2:1-Sieg der Schweizer ausging.

Ein ähnliches Resultat zeigte das Geschäftsjahr von Diemtigtal Tourismus.

Pluspunkte waren das grosse Interesse an den Bildungsanlässen rund um den Naturpark, die Vermietung von Flyer-Bikes und die ersten Erfolge mit der Vermarktung von Alpprodukten. Negativpunkte waren die gesunkenen Logiernächtezahlen und die Baustellen bezüglich der Zusammenführung von Diemtigtal Tourismus und der Naturpark-Organisation wie auch im Bereich des Hotel-Unterkunfts-Angebots.

Verbesserte Wertschöpfung als Ziel

Nachdem in den vergangenen Jahren einiges realisiert worden war, soll nun eine Phase der Konsolidierung folgen.

Für Vereinspräsident und Noch-Naturpark-Geschäftsführer Ueli Sahli stehen zwar noch drei bis vier Projekte auf der Ausführungsliste, über die man an einer Informationsveranstaltung am 22. November eingehend informieren wird. «Jetzt müssen wir vermehrt in Qualität und Wertschöpfung investieren. Mit dem Verkauf der gelabelten Diemtigtaler Alpprodukte und den Einnahmen rund um den Schwingerweg können wir erste Erfolge verbuchen», äusserte Ueli Sahli.

Aus Tagesausflüglern sollen Feriengäste werden

Bruno Reber machte verschiedene Gründe für den Rückgang der Logiernächte verantwortlich: «Das Ausbleiben von deutschen Gästen als Folge der wirtschaftlichen Lage und der Kursschwankungen, die Unsicherheiten über die Zukunft einzelner Hotelbetriebe, aber auch nicht abgerechnete Kurtaxen und daraus fehlende Logiernächtezahlen haben sich in der Statistik negativ ausgewirkt». Der Geschäftsleiter hofft, dass angesichts der grossen Zahl der Tagesausflügler doch einige auf den Geschmack kommen müssten, im Diemtigtal auch einmal ein paar Ferientage zu verbringen. Erste Erfolge in dieser Richtung zeigte die Raiffeisenbank-Aktion im vergangenen Sommer. Mit gezielten Marketingmassnahmen, der Erneuerung des Labels «Familien willkommen» und mit Pauschalangeboten rund um den Naturpark will man weitere Kreise ansprechen.

Kooperationen ja,

Destinationsanschluss eher nein

«Nicht dreinschiessen» will man im Diemtigtal in Sachen Destinationsanschluss. Bruno Reber zeigte einen Weg auf, wie der «Sonderfall» Diemtigtal gelöst werden könnte: «Wir können uns zwar längerfristig einen Teilanschluss mit einer der Nachbardestinationen vorstellen, vorerst stehen aber für das Diemtigtal sachbezogene ‹Produkte-Kooperationen› im Vordergrund. Dafür gibt es ganz verschiedene Partner.» Der Tourismusverantwortliche hofft, dass bis 2016 Lösungen präsentiert werden können, die unter Umständen auch zu einer internen Zusammenführung von Tourismus- und Naturpark-Organisationen führen könnten.

Erstmals über Fr. 400 000 umgesetzt

Die Erledigung der statutarischen Traktanden endete ohne Überraschungen. Ertrag und Aufwand überstiegen erstmals die 400 000-Franken-Grenze. Die Rechnung schloss mit einem Gewinn von 2674.91 Franken ab und vier Vorstandsmitglieder wurden in globo für eine weitere Amtsdauer gewählt. Zeitgleich mit dem Schlusspfiff in Tirana leitete Präsident Ueli Sahli gegen 22.30 Uhr zum obligaten Kalten Teller über.

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Erstellt:
16.10.2013, 08:57 Uhr
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