Gemeindeversammlung
Zukünftig zwei Schulstandorte: Oey und Sporthalle Diemtigtal in Entschwil
485 Stimmbürger und -bürgerinnen kamen zur Gemeindeversammlung am Mittwoch letzter Woche. Haupttraktandum war die Abstimmung über das zukünftige Schulmodell im Diemtigtal. Vorab wurde die Bevölkerung bereits an zwei Informationsanlässen über die vier verschiedenen Modelle, deren Kosten und bauliche Massnahmen orientiert.
Aufgrund der erwarteten hohen Beteiligung wurde die Versammlung kurzfristig von Oey in die Sporthalle Diemtigtal, Entschwil, verlegt. Die beiden Informationsanlässe, die vorab stattgefunden hatten, waren gut besucht und es zeigte sich, dass das Interesse an der schulischen Zukunft des Diemtigtales gross ist. Der Gemeinderat tat also gut daran, die Gemeindeversammlung in einen grösseren Veranstaltungsraum zu verlegen.
Die Strategie, die Einwohner seit dem Start des Projektes im Herbst 2012 ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten, das Für und Wieder und auch die Kosten zu informieren ging auf. Der Wunsch von Gemeindepräsident Hans von Allmen, «eine Basis für eine ernsthafte und weitsichtige Meinungsbildung» zu legen und nicht die Emotionen alleine siegen zu lassen, ging in Erfüllung. «Schule ist immer schon etwas Wichtiges gewesen – in der Vergangenheit, in der Gegenwart und auch in der Zukunft wird es so sein», so Hans von Allmen. Um zukünftige Strukturprobleme zu vermeiden und auch die kantonalen Vorgaben einzuhalten, ist der Entscheid für eine langfristige Lösung, eine Lösung für die Zukunft von enormer Wichtigkeit. Ohne Frage kommt man nicht umhin, die heutigen sieben Schulstandorte zu reduzieren.
Gemeindeversammlung schliesst sich dem Gemeinderat an
Bevor mit der Abstimmung begonnen wurde, fasste Ruedi Wyss, Mitglied der Projektgruppe und Gemeinderat, die Gründe für die Neustrukturierung der Schulen im Diemtigtal noch einmal zusammen. Schulleiterin Simone Wampfler stellte die vier zur Wahl stehenden Modelle kurz vor. Franz Wiedmer erläuterte die baulichen Massnahmen und deren Kosten und Kurt Luginbühl zeigte die finanziellen Auswirkungen der Schulstandortvarianten auf die Gemeinderechnung auf (siehe auch Bericht in der SIMMENTAL ZEITUNG Nr. 46 vom 14.11.2013).
Modell 3 mit 2 Standorten gewinnt
Die anschliessende Diskussion verlief ruhig. Einzelne Redner appellierten an die Chancengleichheit für die Kinder, Sicherung von Arbeitsplätzen und der Attraktivität des hinteren Tales für Familien. «Das Label Naturpark existiert u.a. weil in den Bäuerten gelebt wird». Die Voten gingen an Modell 3 und Modell 4. Auch wenn aus finanzpolitischer Sicht (günstigstes Kostenverhältnis und Investitionsschutz) einiges für das Modell 4 = ein Standort in Oey spricht, hat die Gemeindeversammlung Modell 3 mit zwei Standorten gewählt. In einem mehrgängigen öffentlichen Ausschlussverfahren wurden erst die Standortvarianten bereinigt. Hierbei fiel der Entscheid auf den Standort Sporthalle. Oey wird als Schulstandort bei allen Modellen bestehen bleiben. Die Entscheidung, ob bei Modell 3 oder Modell 4 die Realschule in Diemtigen bleibt, fiel eindeutig aus: Bei beiden Varianten soll die Realschule (7. bis 9. Klasse) nach Diemtigen verlegt werden. Modell 3: 366 Stimmen zu 61; Modell 4: 249 Stimmen zu 68. Anschliessend wurde in geheimer Wahl über das favorisierte Modell abgestimmt. Kurz nach Mitternacht stand es fest: Modell 3 mit Standorten in Oey und der Sporthalle Diemtigtal in Entschwil hat mit 301 zu 175 Stimmen gegen Modell 4 gewonnen. Nach der Annahme der Änderung des Schulreglements wurde die Wahl in einer Schlussabstimmung mehrheitlich, mit nur sechs Gegenstimmen, angenommen.
7 Schulstandorte werden auf Oey und Sporthalle Entschwil reduziert
Bis spätestens zum Schuljahr 2017/18 sollen die erforderlichen Änderungen und Baumassnahmen von ca. 6 Mio. Franken umgesetzt werden und somit eine langfristige, gute Lösung der Schulausbildung im Diemtigtal gewährleisten. Dabei wird mit einer jährlichen Verringerung der Kosten von ca. 36 000 Franken gerechnet.
In Oey ist eine Erweiterung des Schultraktes (An- und Aufbau an der Nord- und Südseite) vorgesehen. Zukünftig werden an diesem Standort eine Kindergartengruppe und sechs Klassen unterrichtet. In der Sporthalle in Entschwil werden eine Kindergartengruppe und drei Klassen untergebracht. Dafür wird die Sporthalle saniert. In dem Bereich, wo heute die Turnhalle ist, ist ein zwei- bis dreistöckiger Aufbau für die Klassen- und das Lehrerzimmer wie auch weiteren Räume geplant. Der Tennisbereich wird halbiert und eine Hälfte als Turnhalle umgebaut. Ein Sport- und Leichtathlektikplatz ist ebenfalls vorgesehen. Die Sporthalle wurde in den 80er Jahren von einem privaten Investor gebaut. Anfang der 90er Jahre hat die Gemeinde die Halle aus der Konkursmasse übernommen und diese bislang mit ca. 100 000 Franken unterstützt.
Senkung der Steueranlage und Kredite von 472 000 Franken
Im Vorfeld wurden vier Kredite mit einer Gesamtsumme von 472 000 Franken für Sanierungen vorgestellt und genehmigt. Mit 230 000 Franken ist für die Sanierung der Strasse Schützenhaus bis Restaurant Hirschen (Schulgemeinde Diemtigen) der grösste Kredit vorgesehen. Weitere Strassensanierungen sind für die Strasse Bödeli bis Zwirgi (Bäuertgemeinde Entschwil) sowie Krummacher bis Thalweid vorgesehen. Der Friedhof Schwenden und dessen Umgebung soll ebenfalls saniert werden.
Laut Finanzverwalter Bruno Hartmann ist für 2014 mit einem ausgeglichenen Abschluss von ca. 9.8 Millionen Franken zu rechnen. Das von der Gemeindeversammlung genehmigte Budget basiert dabei auf einer von 1,76 auf 1,70 Einheiten gesenkten Steueranlage. Kerstin Kopp