«Kunst ist meine Leidenschaft…» Geschnittenes Papier und Collagen von Ueli Hofer
Am letzten Sonntag ist die vierte Einzelausstellung von Ueli Hofer im Galerie Restaurant Hüsy Blankenburg eröffnet worden. Der «Hüsy»-Wirt Hans Jürgen Glatz durfte, in Anwesenheit des Künstlers und seiner Frau, viele Interessierte zur Vernissage begrüssen und zeigte sich einmal mehr vom vielseitigen Schaffen von Ueli Hofer und der schöpferischen Vielfalt seiner Werke überwältigt. Die Ausstellung umfasst rund 100 Scherenschnitte und Collagen und ist bis am 17. November zu sehen. «Donatello e fratelli» bescherten der Vernissage mit berndeutschen Liedern und Canzoni Ticinesi eine fröhliche Umrahmung.
Geschnittenes Papier und Collagen von Ueli Hofer
«Kunst ist meine Leidenschaft und treibende Kraft, die mich zum schöpferischen Ausdruck anspornt. Bilder sind meine Sprache, meine Aufgabe, meine Liebe, meine Not, meine Freude – mein Leben.» Das sind Worte von Ueli Hofer, einem der wohl bekanntesten Scherenschnittkünstler unserer Zeit. Er wurde 1952 in Lütiwil geboren, im Emmental, wo ihn die Natur zu schöpferischer Tätigkeit anregte. Nach der Prüfung zum Bäcker-Konditorenmeister entstanden schon bald erste Kleinode geschnittenen Papiers und in kurzer Zeit zeugten erfolgreiche Ausstellungen im In- und Ausland vom grossen Können des Künstlers.
Feinste Scherenschnitte
Seiner eigenen Tradition treu bleibend, schneidet Ueli Hofer mit der Schere feinste und kostbarste Werke. Nebst schwarzem und weissem Papier verleiht Ueli Hofer mit seinen selbstgefärbten farbigen Papieren und mit Blattgold unterlegten Partien seinen Werken einen ganz besonderen Ausdruck. Besonders erwähnenswert in der Ausstellung ist das Werk «Adam und Eva», ein so genanntes Canivet, ein Spitzenbild. Die Tradition dieser filigranen Bilder wurde Mitte des 18. Jahrhunderts mit grosser Hingabe ausgeübt.
Unkonventionelle Objekte und Collagen
Neu inspiriert in diese unkonventionelle Richtung hat ihn ein halbjähriger Aufenthalt in New York, den er im Jahr 2003 als Kulturpreis des Kantons Bern empfangen konnte. Seine vier, aus Alteisen zusammengeschweissten Objekte und seine unglaublich präzis gestalteten Collagen bereichern die Ausstellung.
Kleine Papierschnitte, unzählige, verschiedene, eigentlich wertlose, gesammelte Kleinigkeiten sind die Grundlage der Collagen. Zu einem ausgewählten Thema oder einer Idee setzt Ueli Hofer diese vielen kleinen Dinge wie alte Knöpfe, Uhrenteilchen, Wäscheklammern, rostige Nägel, Häkchen, Spiegelteilchen, Schlüssel, Kügelchen und Papierteile zu einer Collage zusammen. Sie sind mit viel Phantasie eingereiht, genauestens aufgeklebt, verziert und mit Worten ergänzt. «Lebensthemen und -weisheiten, stehen für mich im Vordergrund, sie sprechen die Menschen an», sagt Ueli Hofer. Es sind Themen mit Titeln rund ums Herz, den Garten, die Zeit, den Himmel, den Tag und die Nacht, den Traum, das Paradies, die Engel. Aber immer wieder ist auch eine Prise Humor in den Werken zu finden, wenn artfremde Materialien zusammen kombiniert werden, wie zum Beispiel beim Bild «aufgabeln».
Es sind eben diese bewusst zusammengefügten vielen Dinge, die im Zusammenhang mit dem Titel und einzelnen aufgeklebten Worten immer wieder etwas anderes aussagen. Nehmen Sie sich Zeit, die Ausstellung zu besuchen und entdecken Sie die unerschöpfliche Phantasie und die vielen auf den ersten Blick nicht erkennbaren Kleinigkeiten und Details der Werke von Ueli Hofer.