Respekt und Toleranz am Zukunftstag der 8. Klässler/innen
Am Donnerstag 7. November fand für die 8. Klassen Real und Sek der Schule Zweisimmen der jährliche Zukunftstag statt. Dabei geht es jeweils darum, den Jugendlichen in den Bereichen Sexualität, Erwachsenwerden, Sozialkompetenzen und oder Sport etwas Spezielles zu bieten. Zum Schuljahres-Thema passend, sollte der Anlass auch die Bereiche Respekt und Toleranz beinhalten.
Die 8. Klässler beim Einstudieren der coolen Breakdance-Moves.
Pünktlich um 8.15 Uhr trafen sich beide Klassen im Gemeindesaal. Hier wurden die Mädchen und Knaben voneinander getrennt und sollten sich erst wieder zum gemeinsamen Spaghetti-Essen am Mittag treffen. Beide Halbklassen erlebten in der Folge einen Aufklärungsmorgen mit dem Team von ABQ. Dies sind junge Homosexuelle, die Schulklassen in den Bereichen Toleranz und Mut zum Anderssein schulen. Sie sprechen über Liebe, erzählen offen von ihrem Leben und dem Weg zu ihrem Coming-Out, berichten aber auch von Schwierigkeiten, mit welchen sie als Homosexuelle auch heute noch zu leben haben. Insgesamt kämpfen sie dafür, dass eine künftige Generation hoffentlich ihre wahren Gefühle nicht mehr verstecken muss, sondern Liebe geniessen darf, egal ob mit einem gleich- oder andersgeschlechtlichen Partner.
Während die Jugendlichen vor dem Workshop mit dem ABQ-Team teilweise noch etwas unsicher oder skeptisch wirkten, waren all ihre Hemmungen am Mittag voll und ganz verflogen. Beim Essen wurde einander viel berichtet, aber auch ein gewisser (vielleicht sogar neu erworbener) Respekt gegenüber Homosexualität lag im Raum. Auch waren so manche Jugendliche traurig darüber, dass das ABQ-Team nicht mit uns gemeinsam Mittag ass. Ein schöneres und toleranteres Fazit dieses Morgens kann man sich gar nicht wünschen.
Der Nachmittag wurde dem Bereich Sport gewidmet und fand in den beiden Turnhallen statt. Während die Mädchen zuerst im Bereich Kickboxen geschult wurden, galt es für die Knaben, ihre akrobatischen Künste im Breakdance unter Beweis zu stellen. Nach einer Stunde wurde gewechselt. Obwohl alle hell begeistert von den «coolen moves» des engagierten Profi-Breakdancers waren, mussten viele doch recht schnell feststellen, dass dies ein hartes Training ist und viel Körperspannung aber auch Beweglichkeit bedingt. So manche Jugendliche stiessen dabei an ihre Grenzen und fingen an zu begreifen, dass regelmässiges Dehnen doch nicht schaden könnte.
Ähnlich erging es den Jugendlichen beim Kickboxen. So manch eine/r dachte, es ginge in diesem Sport einfach darum zuzuschlagen. Dass dahinter jedoch ein hartes Training steckt, war vielen nicht bewusst. So lernten die Jugendlichen auch hier, dass Respekt selbst in solchen Sportarten von grosser Bedeutung ist, und es in diesem Sport mehr um Taktik und Schnelligkeit als um Kraft geht.
Am Ende des Tages folgte eine kurze Auswertung. Beinahe alle Jugendlichen waren begeistert vom Tag und gingen müde, aber mit vielen neuen Eindrücken nach Hause. Nur einige wenige beklagten sich ein wenig darüber, dass sie «tanzen mussten». Diese Aussagen bestätigen aber, dass unser Schuljahres-Thema wirklich von Bedeutung ist, und dass Toleranz gegenüber Dingen, die wir (noch) nicht kennen, eben doch nicht allen in die Wiege gelegt wurde…. Wir bleiben also am Thema dran.