IG Sparenmoos

Rückzug der Einsprache Naturschutzgebiet Tolmoos

Die IG Sparenmoos zog die Einsprache zu den Naturschutzgebieten Tolmoos zurück. Im direkten Gespräch und bei Begehungen vor Ort konnten praktikable Lösungen gefunden werden. Nach wie vor höchst ungewiss ist dagegen die Zukunft für den Wintertourismus im Sparenmoos.

Büroleiterin Ariane Imobersteg hat mit Rudolf Keller (links) und Thomas Leu von der Abteilung Naturförderung geschickt verhandelt.

Büroleiterin Ariane Imobersteg hat mit Rudolf Keller (links) und Thomas Leu von der Abteilung Naturförderung geschickt verhandelt.

Seit den 1970-er Jahren wird das Sparenmoos im Winter touristisch genutzt. Das attraktive Hochplateau ob Zweisimmen begeistert Langläufer, Winterwanderer und Schneeschuhwanderer und Schlitteln ist viel mehr als ein Geheimtipp.

Nach der Annahme der Rothenthurm-Moorschutz Initiative 1987 ist das Gebiet rund um das Sparenmoos zur Moorlandschaft von Nationaler Bedeutung und besonderer Schönheit gekürt worden. Das spricht für «natursanfte» Tourismusanbieter und insbesondere für die Leistung der Bergbauern, die seit Jahrhunderten Alpwirtschaft im Einklang mit der Natur betreiben. Ein Artikel in einer Kantonalen Verordnung verlangt, dass die Hochmoor-Kerngebiete in der geschützten Landschaft als Kantonale Naturschutzgebiete zusätzlich geschützt werden. Naturschutz im Quadrat als bürokratische Quadratur des Kreises. Seit Oktober 2010 ist das Berghotel Sparenmoos geschlossen und steht zum Verkauf. Unter Federführung von Zweisimmen Tourismus und Unterstützung durch die Gemeinde hat die IG Sparenmoos drei Saisons den provisorischen Winterbetrieb angeboten, um die Hoffnung für die Zukunft zu erhalten. Obwohl diese Zukunft höchst ungewiss ist, hat die IG Sparenmoos Einsprache zu den geplanten drei Kantonalen Naturschutzgebieten Tolmoos, Galuni und Hüsliberg von 3,9 ha Fläche erhoben. Es ging der IG darum, für mögliche künftige Betreiber vom Berghotel das bisherige Angebot zu sichern. Zusammen mit Vertretern der Kantonalen Abteilung Naturförderung konnten in einer lösungsorientierten Begehung Fragen geklärt werden. So bleibt das bestehende Loipennetz unangetastet. Dieses Netz wurde schon vor Jahren im Sinne des Moorschutzes angepasst, obwohl die Qualität der Hochmoore unter der Schneedecke durch den Einsatz der Pistenmaschine nie gelitten hat. Lösungen wurden gefunden, um bei Nationalen und Internationalen Langlaufrennen und beim Schlittelcross Quartermile Pisten zu präparieren. Zudem werden von der Abteilung für Naturförderung kantonale Aufsichtspersonen instruiert, von Anzeigen mit Bussenfolge nach Möglichkeit abzusehen und Gäste im Gespräch für Moorschutz zu sensibilisieren. Bekanntlich können im Winter die drei Hochmoore nicht eingezäunt werden und es ist für Langläufer, Winterwanderer und Schneeschuhwanderer schwer ersichtlich, wo diese sind.

Natürlich fügen die Gäste, die über dem Schnee laufen den Hochmooren keinen Schaden zu. Dank der vertrauensvollen Interessenabwägung und Zusammenarbeit hat die IG Sparenmoos die Einsprache zurückgezogen. Somit konnte Zweisimmen Tourismus moorschützerische Belange regeln, doch die grosse Hürde «Winterzukunft im Sparenmoos» bleibt bestehen.

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Erstellt:
19.09.2013, 12:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 07sec
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