18 eingeschlagene Scheiben und eine Bombendrohung

Schule und Kita wurden in Zweisimmen evakuiert

Warum? Diese Frage stellten sich am Montagvormittag viele Menschen in Zweisimmen, verbunden mit der Hoffnung, dass die Person oder die Personen, welche den Schaden an der Schule verursachten, durch die Polizei ermittelt werden. 18 eingeschlagene Scheiben und eine Bombendrohung sind kein Kavaliersdelikt und werden hoffentlich auch in den Familien der betroffenen Schulkinder diskutiert. Zum einen, um Ängste und Sorgen zu mindern oder auch zum Klarstellen, dass hier eindeutig Grenzen des Zusammenlebens überschritten wurden.

Von Kerstin Kopp

Den Hausmeistern bleibt am Tagesende die Schadensbeseitigung: das Abkleben der Fenster und Aufräumen der Scherben; hier das vordere Fenster der Turnhalle.

Den Hausmeistern bleibt am Tagesende die Schadensbeseitigung: das Abkleben der Fenster und Aufräumen der Scherben; hier das vordere Fenster der Turnhalle.

Am heutigen Montagmorgen, 19. Januar erlebten das Lehrpersonal und die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Zweisimmen eine böse Überraschung: Auf der Rückseite von zwei Schulhäusern wie auch bei der Turnhalle waren insgesamt 18 Fensterscheiben eingeschlagen. Beim Kontrollgang durch die Schule wurde ein Schreiben mit einer Bombendrohung gefunden. Sofort wurde die Polizei alarmiert, bei der kurz vor 7.10 Uhr bereits die Meldung einging.

Bombendrohungen müssen ernst genommen werden

Bombendrohungen müssen und werden immer ernst genommen – es darf kein Risiko eingegangen werden. Schule, Einwohnergemeinde Zweisimmen und Polizei reagierten sofort mit entsprechenden Sicherheitsmassnahmen. Alle Personen wurden evakuiert und das gesamte Schulgelände abgesperrt. Die am Morgen ankommenden Schulkinder wurden direkt in die Nahe gelegene Simmental Arena geschickt und auch die Schulbusse sofort umgeleitet.

Für die im alten Schulhaus eingemietete Kita Obersimmental wurde im Kirchgemeindehaus Zweisimmen ein Ausweichort gefunden. Dort gab es für die Kita-Kinder und das Betreuungsteam ausreichend Platz und sogar Spielsachen, Bastelmaterial und eine Küche. So wurde der Tag für die zum Teil verunsicherten Kinder zu einem kleinen Ausflug.

Die Schulkinder konnten im Laufe des Vormittags nach Hause geschickt werden, während verschiedene Dienste der Kantonspolizei Bern, unter anderem auch Spezialdienste mit Spürhunden im Einsatz waren und alle Gebäude untersucht wurden. Bereits kurz nach 14 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden. Es wurde zum Glück keine Bombe gefunden.

Die Polizei kann bisher keine weiteren Angaben machen. Sie beurteilt die Lage laufend neu und die Abklärungen sind am Laufen. Melden Sie bitte Hinweise oder Feststellungen direkt bei der Kantonspolizei Bern.

Die Frage nach dem Warum bleibt

Eingeschlagene Fensterscheiben, ein Einbruch und eine Bombendrohung sind kein dummer «Schülerstreich» mehr. Warum will ein Mensch oder wollen mehrere Menschen auf diese (aktuell noch anonyme) Weise gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit erringen? Ist es aus Frustration oder sozialer Isolation. Suchen sie Anerkennung und möchten durch ihre Aktion Reaktionen hervorrufen, die bei ihnen das Gefühl von Macht stärken? Ist es die unbewusste Angst, als Person nicht wahrgenommen zu werden, die zum Täter oder zur Täterin werden lässt?

Es bleibt zu hoffen, dass die Person oder die Personen ermittelt werden, um ihnen aufzuzeigen, dass diese Aktion eine Straftat ist und diese gesellschaftlich nicht akzeptiert werden kann. Und, es ihr oder ihnen zu wünschen, dass ihnen geholfen werden kann und sie verstehen, dass so ein Verhalten letztendlich für sie selber nicht gut ist.

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Erstellt:
19.01.2026, 21:33 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 14sec
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