Februarkonzerte Zweisimmen

Romantischer Zauber filigran, empfindsam und fantasievoll umgesetzt

Romantischer Zauber von Undine bis Carmen: Zum Abschluss der Februarkonzerte Zweisimmen sorgten Flötist Matthias Ebner und Pianist Alessandro Tardino auf Augenhöhe für Farbnuancen und wechselhafte Charaktere.

Von Heidy Mumenthaler

Romantischer Zauber von Undine bis Carmen: Zum Abschluss der Februarkonzerte Zweisimmen sorgten Flötist Matthias Ebner und Pianist Alessandro Tardino auf Augenhöhe für Farbnuancen.

Romantischer Zauber von Undine bis Carmen: Zum Abschluss der Februarkonzerte Zweisimmen sorgten Flötist Matthias Ebner und Pianist Alessandro Tardino auf Augenhöhe für Farbnuancen.

© Heidy Mumenthaler

Trotz einigen Veranstaltungen in der Umgebung wie etwa die Feier des dreifachen Olympia-Gold-Gewinners Franjo von Allmen, fanden sich am vergangenen Freitag eine stattliche Anzahl Musikbegeisterte in der Zweisimmer Kirche ein, um den Ausnahmekünstlern Matthias Ebner und Pianist Alessandro Tardino zu lauschen. Zum Abschluss der Februarkonzerte Zweisimmen führte das Duett durch ein opernhaft angehauchtes Programm von Undine bis Carmen. Stets auf gleicher Augenhöhe sorgten die in Basel wohnhaften Musiker für Farbnuancen und wechselhafte Charaktere. Es glückte ihnen auf charmante Art, empfindsam und fantasievoll ihre Programm-Grundidee zum Thema «Wasser und Gesang» zu vermitteln.

Wunsch nach menschlichet Seele

Zum Auftakt erklang die Undine-Sonate für Flöte und Klavier, eines der wenigen noch heute regelmässig gespielten Werke des Komponisten Carl Reinecke und zugleich eine Rarität romantischer Repertoirestücke für die Querflöte. Filigran-empfindsam kamen Reineckes melodisches Gespür und die harmonische Eleganz im beliebten Undine-Thema zu Gehör. Der Wunsch der Nixe Undine nach einer menschlichen Seele vermischt sich auf typisch romantische Weise und poetischem Gehalt mit ihrer Liebe zum Ritter Huldbrand, der sie zugunsten einer Menschenfrau verlässt und ihr damit Glück und Seele raubt.

Unglückliche Liebe Undines: Inspiration für die Flöte

Die Ahnung von freier Natur, die im Klang der Flöte liegt, ihre schon vom Barock goutierte Aura eines Liebesinstruments und die weiche Zeichnung des Tons schafften ein ideales Medium für die Geschichte von der unglücklichen Liebe Undines. Quinten und Oktavsprünge im Sechsertakt umschrieben das Symbol der Nixe und Sechzehntelwellen ihr Element Wasser. Melodisch reizvoll wirkte das Thema, wo die Flöte über der Wellenbewegung des Klaviers Undines Sehnsucht wiedergab. In einem Intermezzo spielte sich Flöte und Klavier flirrende, gebrochene Staccato-Akkorde einander zu. In punktierten Rhythmen des Klaviers trat der Ritter auf. Es kam zur ersten Begegnung zwischen den Liebenden. Geheimnisvoll trat Undine in einer H-Dur-Melodie aus dem Schilf. Ihre überirdische Schönheit zog den Ritter in ihren Bann. Ein schumanneskes Andante von grosser Zartheit geprägt, schilderte die innige Zuneigung des Paares. Mit einer sehnsüchtigen Melodie voller chromatischer Nebennoten verabschiedete sich die Nixe von den Menschen. Reinecke schrieb der Flöte eines ihrer schönsten Themen auf den Leib. Die Klavierbegleitung aus gebrochenen Akkorden signalisierte die Rückkehr der Heldin in ihr Element.

Die gute Intonation, das präzise Zusammenspiel und die gepflegte Tongebung in unterschiedlichen Nuancierungen wirkten wohltuend.

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Erstellt:
28.02.2026, 00:30 Uhr
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