Wie weiter mit Schloss Blankenburg?

Während der Schlossbetrieb jahrelang mit den Einnahmen aus den Mietverträgen, den Beiträgen der Gönnerinnen und Gönner sowie dem persönlichen Einsatz der Stiftungsratsmitglieder aufrechterhalten werden konnte, änderte sich dies mit der Feststellung, dass es heute unmöglich ist, eine Mieterin, einen Mieter für die Gewerberäume im ersten Stock zu finden.

Von Hansueli Gammeter

Das Schloss Blankenburg ist in seiner Form heute nicht mehr finanziell tragbar. Darum plant ein junges, gastronomisch ausgebildetes Paar eine neue Nutzung.

Das Schloss Blankenburg ist in seiner Form heute nicht mehr finanziell tragbar. Darum plant ein junges, gastronomisch ausgebildetes Paar eine neue Nutzung.

Es ist vierzehneinhalb Jahre her, seit die Stiftung Schloss Blankenburg gegründet worden ist und die Stiftung das Schloss dem Kanton Bern abgekauft hat. Das Schloss war vom Kanton auf 5 Mio. Franken geschätzt worden. Nachdem sich wegen der öffentlichrechtlichen und denkmalpflegerischen Einschränkungen keine Interessenten gemeldet hatten, wurde das Schloss zum Sonderpreis von 1,25 Millionen an die Stiftung abgegeben. Mit dem Schloss übernahm die Stiftung die Verpflichtung, dieses unter Wahrung der geschichtlichen Bausubstanz als Denkmal regionaler Bedeutung für die Nachwelt zu erhalten, die Gebäude, Garten- und Aussenanlagen instand zu halten und das Hauptgebäude für repräsentative, museale und kulturelle Anlässe zu nutzen.

Zum Schloss gehört das Hauptgebäude mit den Repräsentationsräumen im Erdgeschoss und einer grosszügigen Wohnung sowie Gewerberäumen im ersten Stock. Zur Besitzung gehört ausserdem das Landjägerhaus, ein separates Gebäude, in dem früher der Leiter des Schlossgefängnisses wohnte.

Die Stiftung hatte das Glück, dass das Hauptgebäude in den Jahren 1985/86 vom Kanton aufwendig saniert worden war, womit die Unterhaltskosten im Rahmen gehalten werden konnten. Demgegenüber war das Landjägerhaus im Zeitpunkt der Übernahme bereits sehr baufällig. Da die Stiftung nie über die nötigen Mittel verfügte, dieses zu sanieren, stellte sie bei der Stiftungsaufsicht das Gesuch, dieses abzutrennen und zu verkaufen. Das Gesuch wurde damals nicht bewilligt.

Die Wohnungen und die Gewerberäume konnten von Anfang an vermietet werden, wobei sich zeigte, dass die Wohnung, obwohl sehr grosszügig, mit Nebenräumen und bei mässigem Zins, nicht sonderlich begehrt war. Dies dürfte sich in der Zwischenzeit geändert haben.

Der Start war nicht ganz einfach, oft mussten die Stiftungsrätinnen und -räte das Geld für die Öllieferung vorschiessen, bis es aus den eingehenden Zinsen aufgebracht werden konnte.

Fehlende Einnahmen

Nachdem der Mieter aus den Gewerberäumen, dem früheren Grundbuchamt, ausgezogen war, musste der Stiftungsrat feststellen, dass es unmöglich ist, diese Gewerberäume neu zu vermieten. Trotz zahlreicher Inserate gab es niemanden, der auch nur ein Interesse angemeldet hätte. In den Jahresrechnungen fehlten somit jeweils ca. 20 000 Franken. Man dachte daran, das Landjägerhaus zu verkaufen, was infolge der neuen Ausgangslage nun möglich gewesen wäre, und mit dem Erlös eine Umnutzung der Gewerberäume in eine Wohnung zu finanzieren. Es zeigte sich, dass diese Rechnung nicht aufgehen konnte. Die Zinsen für das Landjägerhaus wären weggefallen, die Mehreinnahmen aus der Wohnung hätten nicht genügt für eine ausgeglichene Rechnung. Ausserdem wäre es nie möglich gewesen, die erforderlichen Reserven für künftige Investitionen anzulegen.

Die zahlreichen Gesuche an politische Behörden und Stiftungen um finanzielle Unterstützung wurden abschlägig beantwortet. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass auch die anderen Stiftungen, denen ein Schloss übergeben wurde, in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Verheissungsvoller Ansatz,
den Schlossbetrieb zu erweitern

Der Stiftungsrat versuchte lange vergeblich, jüngere Personen mit neuen Ideen ins Gremium aufzunehmen. Derzeit gibt es Verhandlungen mit einem jungen, gastronomisch ausgebildeten Paar. Die betreffenden Leute haben ein Konzept, wonach das Schloss im bisherigen Rahmen genutzt werden soll. Zusätzlich würde ein Bed-and-Breakfast-Betrieb mit Verpflegungsangebot aufgenommen.

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Erstellt:
01.03.2026, 00:30 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 32sec
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