Hauptversammlung von Gstaad Saanenland Tourismus
Ferienwohnungsgeschäft erweist sich als stabilisierender Faktor
Gstaad Saanenland Tourismus hat das Geschäftsjahr 2011/12 besser abgeschlossen, als zu Beginn budgetiert. Der Negativtrend im Bereich Logiernächte hat sich verlangsamt. Im Sommerhalbjahr erwies sich speziell das Ferienwohnungsgeschäft als stabilisierender Faktor, und die Hotellerie konnte sich stabilisieren. Neben den personellen Veränderungen im Vorstand des Tourismusvereins waren dies die Kernbotschaften der jüngsten Hauptversammlung, die am 7. März im Gstaad Palace stattgefunden hat.
«Die Tendenz zur Stabilisierung zeigt sich auch im aktuell laufenden Geschäftsjahr 2012/13», stellte Martin Bachofner, Direktor von Gstaad Saanenland Tourismus beim Blick auf die neuesten Statistiken fest. Er gab jedoch zu bedenken: «Im Langzeitvergleich haben wir den Anschluss an das Jahr 2007/08 noch nicht erreicht.» Sollte die positive Entwicklung anhalten, «lässt sich eine Wende zum Guten durchaus prognostizieren».
Wichtige Rolle in der neuen BE! AG
Die Gästezahlen aus den europäischen Kernmärkten zeigten sich fragil bis volatil. Im Winterhalbjahr waren starke Einbussen speziell aus den Benelux-Ländern und Deutschland zu verschmerzen. Im Sommer kamen die Gäste aus diesen Märkten jedoch wieder vermehrt in die Destination Gstaad. Hinsichtlich der politischen Entwicklungen zur Euro-Stabilität sieht Martin Bachofner für die nahe Zukunft nur einen schwachen Silberstreifen am Horizont. Als umso wichtiger bewertet er eine starke Präsenz in der neu gegründeten Marketinggesellschaft «BE! AG». Das Saanenland stellt mit Sandra Matti eine Verwaltungsrätin. Mit Andrea Sprenger-von Siebenthal und Tourismusdirektor Martin Bachofner nehmen gleich zwei Vertreter der Region im Marketingausschuss Einfluss auf die Aktivitäten der neuen Organisation.
Rückgang liegt im Rahmen
Der Rückgang der Übernachtungszahlen mit einem Total in Höhe von 1,8 % im Vergleich zum Vorjahr bezeichnete Martin Bachofner als eine Veränderung, die im Rahmen liegt. «Das Produkt Gstaad ist nach wie vor stark gefragt. Erkennbar ist eine Verschiebung von der Hotellerie hin in die Ferienwohnungen», lautete Martin Bachofners Interpretation dieser Schlüsselzahl.
Resultate aus dem Marketing-Push
«Dank des Marketing-Pushs der Gemeinden Saanen, Lauenen, Gsteig und Zweisimmen haben wir zahlreiche Aktivitäten umgesetzt und können bereits Resultate wie diverse Medienberichte in den neu definierten Märkten, einen eigenen Social-Media-Kanal in China, aber auch die Präsenz bei wichtigen Fachmessen vorweisen», sagte Martin Bachofner. Er unterstrich, dass GST die zusätzlichen Mittel zweckgebunden und nur für diese neu festgelegten Aufgaben einsetzt.
Jahresergebnis mit guter schwarzer Zahl
Das Jahresergebnis erreicht mit einem Unternehmensgewinn von CHF 36 000 «eine gute schwarze Zahl», informierte der Tourismusdirektor. Weil GST vorsichtig budgetierte und sich die Übernachtungszahlen leicht erholt haben, fiel das Ergebnis besser aus als erwartet. Der Personalaufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur leicht erhöht, obwohl zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden. Grund dafür sind strukturelle Verbesserungen und diverse Prozess-Optimierungen.
Wechsel auf diversen Positionen
Im Vorstand von Gstaad Saanenland Tourismus gab es drei personelle Veränderungen. Vize-Vorstandsvorsitzender Andrea Scherz und Mitglied Eric Oehrli schieden aufgrund der Amtszeitbegrenzung aus. Emanuel Raaflaub gab seinen Posten ab, weil er als Gemeinderat gewählt wurde. Für sie wurden Christa Hauswirth, Gstaad, Matthias Oehrli, Lauenen, und David Matti, Saanen, gewählt. Letzterer gab sein Amt als Präsident der Geschäftsprüfungskommission ab. Aus diesem Gremium schieden auch Therese Aeschbacher und Hans-Ueli Hauswirth aus. Ruth Oehrli, Lauenen, Simon Graa, Gsteig, und Philipp Reber, Gstaad, erhielten als deren Nachfolger das Votum der Stimmberechtigten.
Augenzwinkernde Betrachtung eines Gastes
Ein Referat des in Bern lebenden Engländers Diccon Bewes schloss sich an den statutarischen Teil der Versammlung an. Diccon Bewes hat sich mit seinem Buch «Swiss Watching» einem Namen gemacht. Darin schildert er nicht nur für Ausländer überraschende Erkenntnisse über die Eidgenossen. Mit einem Augenzwinkern berichtete er an diesem Abend von seinen Beobachtungen aus dem Saanenland.