Verordnungs-Paket zur Agrarpolitik 2014–17:
SAB fordert Korrekturen für die Berglandwirtschaft
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB) begrüsst das vorgestellte Verordnungs-Paket grundsätzlich, sieht aber noch wichtigen Korrekturbedarf zugunsten der Berglandwirtschaft. Die Beiträge für Steillagen müssen rasch eingeführt werden. Die agrotouristischen Leistungen müssen als landwirtschaftliche Tätigkeiten anerkannt und abgegolten werden. Der Kontrollaufwand muss für die Landwirte substantiell vereinfacht werden.
Rasche Einführung der Beiträge für extreme Steillagen
Das Parlament hat den neuen Beiträgen für extreme Steillagen zugestimmt, welche die grossen Einkommensunterschiede der Berglandwirtschaft zu den Talregionen mildern sollen. Laut Verordnungsentwurf sollen die Hangbeiträge erst mit einer Verzögerung von drei Jahren eingeführt werden. Die SAB fordert die sofortige Umsetzung der beschlossenen Gesetze.
Agrotourismus besser berücksichtigen
Die Berglandwirtschaft ist für die Existenzsicherung auf Einkommen aus Nebenerwerb angewiesen. Agrotourismus stellt speziell in abgelegenen Regionen eine wichtige Einkommensstütze dar. In der Begriffsverordnung werden die landwirtschaftsnahen Tätigkeiten wie Agrotourismus zwar erwähnt, können aber nicht zu denlandwirtschaftlichen Tätigkeiten (SAK) angerechnet werden. Die SAB fordert, dass die Leistung für den Agrotourismus bei der Berechnung der SAK berücksichtigt und damit abgegolten werden.
Koordination und Vereinfachung der Kontrollen
Neue Beitragsarten schaffen neue bürokratische Abläufe. Die SAB fordert schlanke Strukturen bei der Umsetzung der neuen Beitragsarten. Das Geld soll bei den Landwirten ankommen und nicht in den Kontrollstellen versickert.
Ferner unterstützt die SAB die Verlängerung des Gentech-Moratoriums bis 2017. Die zurzeit in der Vernehmlassung stehende Revision des Gentechnikgesetzes lehnt die SAB ab. Das Berggebiet will sich klar als gentech-freies Gebiet mit natürlichen Lebensmitteln positionieren. Dies entspricht der Qualitätsstrategie der Schweiz und dem Selbstverständnis der Bergbevölkerung.
Die SAB wird das Verordnungs-Paket intensiv analysieren und anfangs Mai detailliert Stellung beziehen.